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Follow Me: Ein für die Nasa gepimpter Jumbojet geht auf Sternenjagd

Ein Oldtimer der Lüfte wird in Hamburg auf Vordermann gebracht: eine Boeing 747SP der Nasa. Der umgebaute Passagierjet fliegt jetzt für die Wissenschaft. Hinter der sich im Flug öffnenden Riesen-Klappe sitzt ein Weltraumteleskop.

Boeing 747SP Sofia der Nasa

Rückwärts eingeparkt in Halle 7 bei der Lufthansa Technik am Hamburger Flughafen: Die Nase des Jumbojets der Nasa.

Dieser Jumbojet hat schon 40 Jahre auf dem Buckel - im wahrsten Sinne des Wortes. Bei dem Großraumflugzeug mit der markanten Wölbung hinter dem Cockpit handelt es sich um ein außergewöhnliches Flugzeug.

Schon als die Maschine 1977 an die Fluggesellschaft PanAm ausgeliefert wurde, war es keine gewöhnliche Boeing 747, sondern eine um mehr als 14 Meter verkürzte Version. Die optisch gedrungene Variante des Jumbojets war für Ultra-Langstreckenflüge gedacht. PanAm setzte sie unter anderem auf der Strecke von New York nach Tokio ein. Iran Air flog mit diesem Typ Teheran-New York nonstop, den damals längsten Linienflug der Welt.

Doch die Boeing 747SP - SP steht für "Special Performance" - entwickelte sich nicht zu einem kommerziellen Erfolg. Nur 45 Exemplare verließen den Produktionshangar von Boeing in Everett. Alle Fluggesellschaften haben diesen Flugzeugtyp längst ausgemustert. Nur noch als Privatjet bei einigen Arabern sind wenige Exemplare im Einsatz - und eine SP steht im Dienste der Nasa.

Nachtflüge für die Wissenschaft

Diese legt jedes Jahr immerhin 1000 Flugstunden zurück - weit mehr als jeder VIP-Flieger. Die Maschine mit der Registrierung N747NA bricht dreimal pro Woche zu zehnstündigen Missionen in den Nachthimmel auf. Denn vor zehn Jahren wurde der ehemalige "Clipper Lindbergh", der nach der PanAm-Pleite bis Ende 1995 bei United Airlines flog, komplett umgerüstet. Aus dem Passagierjet wurde ein fliegendes Weltraum-Teleskop.

Das Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das das Teleskop beisteuerte, und der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa, die den gebrauchten Jumbojet erwarb, hatten das Flugzeug umbauen lassen: zum "Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie", kurz "Sofia". Wo einst im hinteren Teil der Maschine die Passagiere der Economy Class saßen, steht heute das 17 Tonnen schwere Infrarot-Teleskop.

Geheimnisse weit entfernter Galaxien lösen

Wenn die Maschine von ihrem Stützpunkt in Palmdale in Kalifornien zu ihren Missionen aufsteigt, öffnet sich die 4 mal 6 Meter große Klappe. Der Vorteil: Ab einer Flughöhe von 12.000 Metern stört nicht mehr der Wasserdampf der Atmosphäre, der die Infrarotstrahlung absorbiert. Anders als ein Teleskop am Boden kann Sofia bei besonderen Himmelsphänomen genau positioniert werden: Bei einer Sonnenfinsternis, einer zeitlich begrenzten Kometen- Annäherung oder Bedeckungen von Sternen durch Planeten.

Die weltweit einzige fliegende Sternwarte schaut seit 2010 tiefer in das Weltall, misst die thermische Strahlung von Himmelkörpern, von Gas und Staubwolken und betreibt Grundlagenforschung. Die Wissenschaftler versuchen Antworten zu finden, woraus die Ursprungsmaterie und Planetensysteme bestehen und wie die Sterne entstanden sind.

Dazu kann der Nasa-Jumbo höher fliegen als ein Linienjet, bis zu 15 Kilometern. Doch dadurch erhöht sich der Verschleiß der Triebwerke. Zwölf weitere gibt es in Reserve, drei weitere ausrangierte Boeing 747SP dienen als Ersatzteillager für das 40 Jahre alte Flugzeug.

Ende 2017 stand ein "extended maintenance visit" an, wie Sofia-Projektleiter Heinz Hammes sagt. Für diesen umfangreichen Check, bei dem das Flugzeug auseinander genommen und auch die Zellenstruktur untersucht wird, ist Sofia in Hamburg gelandet. Die Ingenieure der Lufthansa Technik gehören zu den wenigen Wartungsbetrieben, die über das notwendige Know-how für den Typ 747SP verfügen.

Wenn alles nach Plan verläuft, darf Sofia Ende Januar 2018 den Hangar verlassen und wieder auf Sternenjagd gehen.

++++ Lesen Sie auch die Reportage: Überführungsflug Boeing 747-8 - Im leeren Jumbojet über den Atlantik +++

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.