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Die Neuentdeckung Kolumbiens: Von den Anden in die Tropen

Seit Frieden herrscht, lässt sich das Land aufs schönste entdecken: Anden, Dschungelstädte und Karibikstrände. Und unser Autor traf den Bruder des Dogenbarons Pablo Escobar auf eine Tasse Kaffee.

Von Andreas Albes

Schaustück Stadt: In Bogotá führt eine Seilbahn auf den Hausberg Monserrate - mit grandioser Aussicht.

Schaustück Stadt: In Bogotá führt eine Seilbahn auf den Hausberg Monserrate - mit grandioser Aussicht.

Früher nannten sie ihn "Bärchen", früher, als die kolumbianische Regierung auf seinen Kopf zehn Millionen Dollar ausgesetzt hatte. Roberto Escobar empfängt seine Besucher mit misstrauischem Blick und festem Händedruck, ein kleiner Mann mit schmalen Schultern. "Wollen Sie Kaffee?", fragt er und kippt Instantpulver in einen Pappbecher.

Escobars Bruder hieß Pablo und war der größte Drogenhändler der Geschichte. Der siebtreichste Mann der Welt, 25 Milliarden Dollar schwer laut Forbes-Liste. Roberto war sein Buchhalter. Pablo starb am 2. Dezember 1993 in Medellín, er wurde erschossen. Da steckte Roberto schon im Gefängnis, verurteilt zu 14 Jahren. Heute ist er 67 und verdient sein Geld mit Touristen.

"Sehen Sie das Einschussloch?", fragt er und deutet auf die Scheibe im Wohnzimmerfenster. Und noch ein Loch, neben der Eingangstür. "Da haben sie vor ein paar Jahren versucht, mich zu entführen, ich bin gerade noch davongekommen." Es waren Leute, die glaubten, dass er hier das verschwundene Vermögen seines Bruders versteckt. "Aber ich schwöre: Hier ist nichts."

"Die einzigen Drogen waren Heineken und Aspirin."

Als ich meiner Mutter erzählte, ich würde nach Kolumbien reisen, sagte sie: "Junge, da ist es doch gefährlich." Sie hatte die Bilder von Guerillakämpfern im Kopf, die Ausländer entführten. Und kannte natürlich die blutigen Geschichten um Pablo Escobar. Kurz vorm Abflug schickte sie mir aber beruhigt eine E-Mail mit dem aktuellen Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amts: "Die Sicherheitslage in Kolumbien", steht da, "hat sich seit 2002 kontinuierlich verbessert".

Das Haus des früheren Drogenbarons Pablo Escobar in Medellín ist heute ein Privatmuseum.

Das Haus des früheren Drogenbarons Pablo Escobar in Medellín ist heute ein Privatmuseum.

Was könnte ein besserer Beweis sein als die Tatsache, dass das Haus des schlimmsten Drogenbarons aller Zeiten heute ein Museum ist? Ein weißer Bungalow hinter einem Stahltor in den Bergen über Medellín. Wenige Stunden vor seinem Tod hatte Pablo Escobar hier seinen 44. Geburtstag gefeiert. "Es war sein Lieblingsversteck", sagt Roberto. "Mit allen Raffinessen." Schränke verbergen Geheimtüren, im Rückteil des Schreibtischs "hatte er stets eine Million Dollar versteckt", raunt er. "Mein Bruder besaß nie ein Konto. Nur Bargeld." Und Drogen? Nahm er Drogen? Da lacht Escobar. "Die einzigen Drogen, die er anrührte, waren Heineken und Aspirin."

Monserrate, des Hausbergs von Bogotá

Für 40.000 Pesos, umgerechnet 14 Euro, kann man Escobars Haus besuchen. Zweimal täglich rollen Kleinbusse an, meistens mit Ausländern. Kolumbianer kommen kaum. Die einen, weil sie es geschmacklos finden. Sie wollen nicht den Bruder eines Verbrechers bezahlen, der ein vollbesetztes Zivilflugzeug sprengen ließ. Die anderen, weil sie Pablo Escobar verehren, dafür, dass er den Armen Schulen, Sportplätze und sogar ein Stadtviertel bauen ließ. Sie halten es deshalb für Frevel, ihn zu vermarkten.

Eine Woche zuvor sitze ich auf dem Gipfel des 3152 Meter hohen Monserrate, des Hausbergs von Bogotá. Vor mir die Kulisse der kolumbianischen Hauptstadt. Rund 7,8 Millionen Menschen leben hier. Steil ragen die Glaspaläste des Bankenviertels in den Himmel, dazwischen erkenne ich kleine Parks; breite Magistralen schlängeln sich durch die bergige Landschaft. Bogotá ist eine der am höchsten gelegenen Metropolen der Welt. Weil der Äquator nicht weit ist, schwanken die Tagestemperaturen das ganze Jahr um angenehme 20 Grad. Das beste Klima überhaupt, sagen die Bogotaner.

Mike Caesar, ein Amerikaner, der vor ein paar Jahren in Bogotá hängenblieb, weil es ihm zu Hause in Kalifornien zu warm und zu langweilig war, veranstaltet Stadttouren auf Mountainbikes. Ein großer, unrasierter Typ mit Schlapphut. Früher war er Journalist und berichtete für die großen New Yorker Tageszeitungen aus Südamerika. Sein Credo: "Kolumbien hat Zukunft. Die Demokratie ist stabil, die Wirtschaft wächst."

Gesalzene Mangosticks und geröstete Ameisen

Bogotá sei eine derbe Stadt, sagt er. "Sehr politisch. Hier ist das beste Museum die Straße." Kunstvolle, oft haushohe Graffiti klagen den Staat für seine Sünden an, von Korruption bis zur Vernichtung der Natur durch die Ölkonzerne. Vor dem riesigen Bild eines Nilpferds bleibt Mike stehen. "Escobars Erbe", heißt es. Der Drogenbaron habe sich die Tiere aus Afrika für seinen Privatzoo kommen lassen, erklärt Mike. Nach seinem Tod seien sie ausgebrochen und hätten sich prächtig vermehrt. "Nun sind sie eine Plage in den Wäldern, um die sich keiner kümmert."

Die Kuppel der Kirche San Pedro Claver dominiert die koloniale Altstadt von Cartagena. Dahinter ragt die Skyline von Bocagrande auf

Die Kuppel der Kirche San Pedro Claver dominiert die koloniale Altstadt von Cartagena. Dahinter ragt die Skyline von Bocagrande auf

Weiter führt die Tour zum inoffiziellen Smaragdmarkt an der Carrera 7. Die Edelsteine gehören neben Öl, Kaffee und Blumen zu den Hauptexportgütern Kolumbiens. Auf dem Markt verkaufen Händler die grünen Splitter in Papierbriefchen. Glücksritter haben sie in der Nähe der Minen in deren Schlamm, in Flüssen und Geröll geschürft.

Es ist Sonntag, wie immer autofrei in Bogotá. An Kreuzungen spielen Männer Meerschweinchen-Roulette: Man setzt darauf, in welches Spielzeughaus das Tier läuft. Auf der Plaza de Bolívar mit der 1823 vollendeten Kathedrale duftet es nach Maracuja, Papaya und nach Granadillas. Frauen pressen sie zu köstlichen Säften. Es gibt gesalzene Mangosticks und hormigas culonas, geröstete Ameisen. "Knusprig wie Popcorn", schwärmt die Verkäuferin.

87 indigene Völker

Abends treffe ich Oliverio. Er sitzt in einer dunklen Kneipe, das Bier wird in Literflaschen serviert. Oliverio hat langes glänzendes, schwarzes Haar. Die Gäste beäugen ihn neugierig. Oliverio ist Arhuaco-Indianer. Zwar gehört Kolumbien zu den Ländern mit der größten Anzahl indigener Völker - anerkannt sind 87 -, doch viele mögen die Großstadt nicht.

Oliverio erzählt von seinen Eltern. Die lebten weit im Norden, im Küstengebirge der Sierra Nevada, in einer Lehmhütte ohne Strom und Wasser. Er erklärt, dass er mit der Mission auf die Welt gekommen sei, zwischen Urkolumbianern und den Nachfahren der Kolonialherren zu vermitteln. Ich frage ihn, ob sein Volk Wut auf die Weißen empfindet, die schließlich alle Indianervölker aus ihrem Lebensraum vertrieben hätten.

Am Cabo San Juan schlagen die Karibikwellen ziemlich heftig gegen Strand und Klippen. Hier ist Baden nur in geschützten Buchten möglich, dafür können Besucher durch den großen Nationalpark Tayrona wandern.

Am Cabo San Juan schlagen die Karibikwellen ziemlich heftig gegen Strand und Klippen. Hier ist Baden nur in geschützten Buchten möglich, dafür können Besucher durch den großen Nationalpark Tayrona wandern.

"Nein", erklärt Oliverio ruhig, "ihr seid für uns unwissende kleine Brüder. Ihr seid zu materialistisch." Dann beugt er sich vor und legt mir die Hand auf den Arm. "Aber eines Tages erkennst du vielleicht deine Mission. Dann besteht die Chance, dass du als Arhuaco-Indianer wiedergeboren wirst."

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(