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New-York-Kampagne: Fragen Sie doch Julianne Moore

Stellen Sie sich vor, Sie stehen in New York und Robert de Niro zeigt Ihnen den Weg zur Fifth Avenue. Oder Julianne Moore führt Sie zum Rockefeller Center. Passiert nicht? Von wegen! New Yorker Promis nehmen ab sofort Touristen an die Hand.

Von Laura Fariello

Nicht-US Bürger, Anstehen in der langen Reihe, Mobiltelefon strengstens verboten. Rechter Fingerabdruck. Linker Fingerabdruck. Mütze abnehmen und nicht lächelnd in die Kamera schauen. Datenabgleich und Personaldatenregistrierung. "Next!". Einreiseprozeduren, wie sie an die Überquerung des eisernen Vorhanges erinnern: Willkommen in den USA.

So oder ähnlich sehen seit den strengeren Einreisebestimmungen nach dem 11. September 2001 die Eindrücke vieler Touristen beim Besuch der USA aus. Nicht ohne Konsequenzen: Um 17 Prozent ist die Gesamtzahl der USA-Touristen in 2006 gegenüber 2005 eingebrochen. Eine Stadt jedoch stemmte sich mit plus neun Prozent gegen diesen Trend: New York. Die Metropole am Hudson River hat es geschafft, dem ankommenden Besucher trotz strikter Kontrollen und Regulierungen an den Einreisehotspots wie dem J.F. Kennedy Flughafen ein Gefühl des herzlichen Willkommens zu vermitteln.

Einheimische Stars werben für ihr New York

"Just ask the Locals" heißt New Yorks derzeitige Charmeoffensive und wird von Stars wie Julianne Moore, Robert de Niro, Tiki Barbe, dem Ex-Starfootballer der New York Giants, und Comedian Jimmy Fallon unterstützt. An Flughäfen und U-Bahnstationen, auf Flugblättern, über eine speziell eingerichtete Service-Hotline bis hin zu Stadtkarten und Videos auf Taxirücksitzen werben mehrere Celebrities für ein gastfreundliches, nahbares und weltoffenes New York.

So zeigt Robert de Niro Besuchern sein liebstes Viertel TriBeCa. In einer Anzeige empfiehlt die Schauspielerin Julianne Moore eine Tour durch den trendigen Stadtteil Greenwich Village und verrät ihre Lieblings-Boutiquen, Restaurants und Cafes. In einer anderen preist der US- Maler Chuck Close das Kunstmuseum Frick Collection an. Die meisten Insidertips der Stars lesen sich jedoch wie ein New York City für Dummies-Guide. " Delis sind 24 Stunden geöffnet", "Wollen Sie downtown New York kennenlernen? Dann rennen Sie los!"

Hilfs-Trupp für fremdelnde Touristen

Doch gedruckte Imagewerbung ist nicht alles. Durch die Straßen werden schon bald 50 sogenannte Repräsentanten-Teams patroullieren, um verlorenen oder Informationen suchenden Touristen hilfreich den Weg zu weisen. Ziel der Kampagne ist es, die etwas negative "Ankunftserfahrung " zu ändern. "Wir hoffen, dass sich die Leute, sobald sie aus dem Flugzeug aussteigen wie zu Hause fühlen," so New Yorks Bürgermeister, Initiator der Kampagne. Möglicherweise wird die Kampagne auch auf andere Flughäfen ausgeweitet.

"New Yorker sind immer schon sehr herzliche und gastfreundliche Menschen gewesen. Leider ist das in der Welt nicht bekannt," kommentiert Bloomberg die Aktion auf einer Pressekonferenz am Kennedy International Airport. Nun sollen die Banner die New Yorker an ihre Pflichten als Gastgeber erinnern. Der Focus der Kampagne ist nicht nur Manhattan. Bronx, Brooklyn, Queens und Staten Island werden genauso in die Imagekampagne einbezogen wie weniger bekannten Stadteile Little Neck und Flatbush.

Bürgermeister Bloomberg hat ehrgeizige Ziele: Bis zum Jahr 2015 möchte er 50 Millionen internationale Besucher pro Jahr. Im vergangenen Jahr haben 44 Millionen Menschen aus aller Welt in die Metropole besucht, davon 420.000 Deutsche.

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