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Kwa-Mbili Game Lodge: Großstadt-Tarzan auf Safari

Als Bewohner eines Großstadtdschungels kann einen nichts erschüttern. Denkt man. Spätestens aber, wenn ein stattlicher Löwe an den dünnen Sneakern schnuppert, bekommt man Respekt vor der Wildnis. Der Wildnis Südafrikas.

Von Stefan Nink

Wenn es im Reich der Insekten nach den Gesetzen der Schwerkraft ginge, dürfte das Teil da überhaupt nicht fliegen: Winzige Flügelchen, fetter Leib, kein Wunder, dass so ein Gerät eher durch die Lüfte taumelt als schwerelos zu schweben. Jetzt brummt es in unsere Richtung, hah, das sollte es besser bleiben lassen, denn wir haben Duane dabei, und Duane verpasst ihm jetzt gleich mal eine mit der flachen Hand. Das war‘s. Das Teil liegt benommen im Steppengras. Und dann in Duanes Handfläche. "Höchstinteressant", murmelt er verzückt, "eine Rotkopf-Fliege. Selten. Äußerst selten. Schaut mal!" Machen wir. Die K.O. geschlagene Rotkopf-Fliege ist ziemlich hässlich. Wenn man sie noch ein bisschen mehr vergrößern würde, könnte sie prima in einem dieser japanischen Monsterfilme gegen Godzilla antreten. "Aber seht Euch diese Augen an!", schwärmt Duane, "360-Grad-Rundumsicht. Wahnsinns-Technik. Die Leute von Sony haben sich bei der Optik für die neue Playstation an dieser Fliege orientiert."

Die Big Five mal ganz leicht

Duane ist Ranger in der Kwa-Mbili Game Lodge. Dort ist er dafür verantwortlich, dass die Gäste auf den Safaris die Tiere sehen, wegen der sie gekommen sind: Elefanten, Löwen, Nashörner, Wasserbüffel und Leoparden. Bloß ist das Duane ein bisschen zu simpel. Natürlich liebt er die Big Five, und zwar heiß und innig (es gibt kein Geschöpf auf Gottes Erden, das er nicht heiß und innig liebt) - er findet nur, dass er sie zu leicht findet. Keine fünfzehn Minuten hat es heute Morgen gedauert, bis er die Wasserbüffel aufgestöbert hatte. Die Löwen hatte er nach einer halben Stunde. Und Elefanten findet er im Vorbeifahren. Nein, Duane mag es schwieriger. Und praxisbezogener.

Deshalb hält er alle zehn Minuten den Land Rover an. Dann lässt er seine Gäste eine Reihe bilden und geht mit ihnen zehn Meter neben einer Giraffe spazieren ("Die denkt jetzt, wir wären ein langer Wurm!"). Oder er wühlt in einem Termitenhügel herum ("Nur ein Zwölftel ist über der Oberfläche - Afrikas Antwort auf den Eisberg!") Manchmal fängt er auch Heuschrecken und legt sie auf einen Ameisenhaufen, um zu demonstrieren, wie hungrig die südafrikanische Ameise an sich ist. Anschließend packt er dann eine vollgefressene Ameise und läßt sie in den Fangtrichter eines Ameisenlöwen fallen. Das ist ein kleines Insekt mit Pranken wie ein Mini-Löwe, und die Klauen kommen augenblicklich aus dem Sand und krallen die Ameise. "Großartiger Fangmechanismus!", ruft Duane dann verzückt, wie eine Fallgrube aus "Krieg der Sterne", terrific!

Darüber mag man geteilter Meinung sein. Das hier aber stimmt: Mit einem Ranger wie Duane sieht man Sachen, von deren bloßer Existenz man vorher nichts wusste. Und ohne einen Ranger wie Duane würde man hier nur die Hälfte entdecken. Man würde auch nie auf die Idee kommen, gewaltige Rindenstücke von einem toten Baum zu reissen. "Was ich suche?" antwortet er auf besorgte Rufe aus dem Land Rover, "Skorpione! Schöne, große Skorpione!"

Safari auf die günstige Art

Wahrscheinlich auch deswegen sind unsere Safarizelt-Zimmer hermetisch mit einem Moskitonetz versiegelt. Die Kwa-Mbili Game Lodge ist eine jener Game Reserves, die sich auf privaten Grundstücken am westlichen Rand des Krüger Nationalparks angesiedelt haben. Zwischen diesen privaten Kleinparks und dem großen Krüger gibt es keine Zäune (die stehen stattdessen an den westlichen Grenzen der privaten Grundstücke) - deswegen kann man hier die gleichen Tiere sehen wie im eigentlichen Nationalpark. Das ist aber dann auch schon alles, was Unterkünfte im Park und private Lodges gemeinsam haben.

Wer im Krüger Park übernachtet, muss sich um alles selbst kümmern. Muss einkaufen, kochen oder essen gehen und mit dem eigenen Wagen auf Pirsch fahren. In den privaten Reserves dagegen wird man rundum versorgt: Sämtliche Mahlzeiten und Safaris sind im Preis enthalten - egal, ob man für 150 Euro in der Kwa-Mbili Game Lodge wohnt oder für das bis zu Zehnfache in der Ulusaba Lodge. Auf Safari geht man in einem Geländefahrzeug mit Spurenleser und Ranger. Und weil hier alle Ranger ähnlich enthusiastisch veranlagt sind wie Duane, verbringt man mehr Zeit in diesen Geländewagen als im Bett. Hat sich da jemand beschwert? Nein? Dann ist gut. Schließlich ist man deswegen ans andere Ende der Welt geflogen.

Schreibtisch und Nashorn liegen nah beieinander

Wo wir gerade dabei sind: Eine Reise nach Südafrika hat zumindest am ersten Tag immer etwas nicht so recht Nachvollziehbares. Keine 24 Stunden zuvor hat man noch am Schreibtisch gesessen - jetzt ist man eine halbe Welt entfernt auf Nashornpirsch. Weil nach dem Nachtflug der Zeitunterschied und damit der Jetlag fehlt, wird man sozusagen in dieses Land hineinkatapultiert. Man geht nach dem Check-in auf den Balkon der Lodge und wundert sich, dass es warm genug für ein T-Shirt ist. Dass eine Armada Vögel pfeift und tiriliert. Dass ein Mann in Khaki erklärt, dass es gleich losgehe mit der ersten Safari. Man muss nicht erst langsam ankommen in Südafrika: Man ist sofort da.

Zum Beispiel auf der hinteren Bank eines Land Rovers, in unserem Fall dreieinhalb Rumpelpisten-Minuten von der Ulusaba-Lodge entfernt. Das mit den Minuten ist deshalb wichtig, weil es bis zum Ende aller Urlaubszeiten im Fotoalbum der Erinnerungen hängen bleiben wird, wie man dreieinhalb Minuten nach Verlassen der Hotellobby einer Nashornfamilie über den Weg gefahren ist. Stopp, das stimmt nicht ganz: Am Weg selbst waren nur ein paar Äste geknickt. Bei Tempo 40 auf so einer Piste übersieht man so etwas natürlich normalerweise, aber Sam hat's gesehen.

Tierische Grenzerfahrungen

Sam ist der Tracker, der Spurenleser, ein Mann mit den Augen eines Habichts. Er hat diese geknickten Äste entdeckt. Er hat vorgeschlagen, den Weg zu verlassen und querfeldein zu fahren. Und dann stand da eine komplette Nashorn-Familie. Keine zehn Meter von unserem Wagen entfernt. Die Großen schauten missmutig zu uns herüber. Die Kleinen, die auch schon ganz schön groß waren, fraßen Gras. Allesamt machten sie komische Brumm- und Grunzgeräusche.

Aug‘-in-Aug‘-Begegnungen wie diese gehören auch deshalb zu den faszinierendsten Erlebnissen eines Südafrika-Urlaubs, weil sie ständig passieren. Zuhause kann man ja stundenlang durch die Wälder marschieren, bevor man ein mickriges Karnickel in 80 Meter Entfernung die Flucht ergreifen sieht - im "Greater Kruger National Park" laufen einem Giraffen, Elefanten, Zebras und alle anderen Hauptdarsteller aus "Grizmeks Tierstunde" gewissermaßen permanent vors Auto. Selbst wer ohne Führer im Mietwagen durch den Krüger Park fährt, kommt am Ende des Tages durcheinander, wenn er im "Safari-Buch" im Info-Büro des Skukuza-Camps eintragen möchte, wo er denn jetzt was gesehen hat. Nein, man braucht kein Vorwissen. Nur ein bisschen Geduld. Und saubere Autoscheiben. Dann kommt man sich irgendwann vor, als ob man mitten durch einen Film Marke "Serengeti darf nicht sterben" fahren würde.

Angsthasen und Espenlaub

Später am Tag: Sundowner an einem Wasserloch in einer Talsenke. Vor fünf Minuten war es hier noch friedlich still, aber gerade ist die Sonne untergegangen, und jetzt ist es vorbei mit der Ruhe: Offensichtlich haben die Frösche und Zikaden Südafrikas einen eingebauten Lautstärkeregler, der bei Einbruch der Dunkelheit automatisch bis zum Anschlag aufgedreht wird. Für einen Safari-Neuling ist das eine unheilvolle Kombination: Wasserloch (Trinken da nicht nachts die Löwen?), Dunkelheit (Gehen Leoparden nicht jetzt auf Jagd? Was sind das für leuchtende Punkte da im Gras?), unbekannte Geräuschkulisse (Da hat was gezischt! Da vorne!). Deshalb bleiben wir Safari-Neulinge ganz nahe am Auto, man weiß ja nie. Sam amüsiert sich königlich über so etwas. Er kichert leise.

Woher weiß er denn, dass wir nicht gerade zum Dinner auserkoren werden? Hä? Achwo, sagt er, wenn hier ein Leopard in der Nähe wäre, wäre der Reiher da hinten längst weg. Aha. "Wenn Du hier lebst, reichen Dir kleine Details. Aus denen ziehst Du deine Schlüsse." Zum Beispiel? "Du siehst ein einzelnes Impala-Weibchen - dann weißt du: Da ist ein Leopard in der Nähe. Impalas leben immer im Rudel, und wenn ein Weibchen allein bleibt, sucht es sein Junges. Und wenn ein Impala-Junges verschwunden ist, hat es gerade der Leopard geholt. Ist ganz einfach." Ja, ist ganz einfach. Muss man bloß wissen.

Dem Löwen einfach hinterherfahren

Man muss zum Beispiel auch wissen, dass Löwen ganz ganz weiche Pfoten haben. Dann kann man daraus schließen, dass Löwen gerne auf Sand gehen. Und deshalb eine Geländewagen-Piste nur äußerst ungern wieder verlassen, wenn sie sie erst einmal gefunden haben. Löwen, die im Busch in einen Dorn treten, verhungern nämlich, weil sie dann nicht mehr richtig jagen können. Sieht man frische Löwenspuren wie die da vorne, muss man ihnen nur hinterherfahren. Irgendwann findet man dann auch die dazu gehörenden Löwen. Bei Geparden und Leoparden funktioniert das nicht. Die haben nicht so samtweiche Pfoten, deswegen sind die Dornen ihnen egal. Und die Sandwege damit auch.

Deshalb gibt es jetzt auch kein Vertun: Da vorne liegen sieben Löwen im Weg. Direkt vor uns. Offensichtlich scheint sie der Land Rover nicht zu stören, jedenfalls ignorieren sie ihn komplett. Putzen sich, strecken sich, räkeln sich - bloß aus dem Weg gehen sie nicht. Es dauert Minuten, bevor sich der erste Löwe aufrafft. Und dann - oh-oh-oh-oh! - blöderweise direkt auf uns zu schlendert. Dazu wiederum muss man jetzt wissen, dass diese Safari-Autos weder Dach noch Türen haben. Und dass mein rechter Fuß mindestens zehn Zentimeter über das Bodenblech hinausragt.

Safariträume von schnuppernden Großkatzen

"Sa-haam..." flüstere ich, "was? soll? ich? jetzt? bitteschön? machen?". Sam kichert. Gar nichts, sagt er, beweg dich einfach nicht. Oh-oh-oh-oh. Jetzt ist er an meinem Schuh. Und jetzt schnuppert er daran. In Gedanken sehe ich mich, wie ich im Rollstuhl von einer Stewardess in den Flieger nachhause geschoben werde. Der Löwe schnuppert noch immer. Dann schnaubt er und schüttelt den Kopf. Anschließend schlenkert er zu den anderen zurück.

Später, beim Abendessen in der Lodge, rangiert die Schuh-Episode nur unter "ferner liefen". Die anderen hatten nämlich auch ihre Begegnungen der Krüger-Art. Einen Leopard mit gerissener Gazelle. Ein Nilpferd am Ersatzreifen. Eine Herde Elefanten, die links und rechts am Auto vorbeitrompeteten. Das sind die üblichen Tisch-Gespräche in so einer Safari-Lodge. Erst wenn es dann Richtung Bungalows geht, die in diesen Lodges üblicherweise über das Gelände verteilt sind, verstummen die Gespräche. Dann achtet jeder Taschenlampen schwenkende Gast darauf, ob nicht einer der Protagonisten aus den Dinner-Stories irgendwo da draußen herumschleicht. Nachts träumt man dann wahlweise von leicht müffelnden Schuhen oder monströsen Rotkopf-Fliegen. Aber nur kurz. Im Morgengrauen gibt‘ schon die nächste Safari.

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Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.