Kalifornien Traumstraße in Flammen


Die seit Tagen an der Westküste wütenden Wald- und Buschbrände bedrohen inzwischen auch touristische Einrichtungen. Der in Kalifornien bei deutschen Urlaubern beliebte Highway 1 bleibt vorerst für den Autoverkehr gesperrt.

Seit Ausbruch der meist von Blitzen entfachten Feuer am vorigen Wochenende sind etwa 1600 Quadratkilometer Land von den Flammen niedergebrannt worden. In den dünn besiedelten Gebieten wurden bisher 30 Häuser zerstört. Inzwischen hat die Feuerwalze auch die Küstenstraße erreicht, die Los Angeles und San Francisco verbindet.

In dem Küstenort Big Sur kam am Montag den Feuerwehrleuten kühler Nebel und eine höhere Luftfeuchtigkeit zu Hilfe. Dennoch war das dortige Feuer erst zu drei Prozent unter Kontrolle. In dem von vielen Touristen besuchten Küstenabschnitt sind noch über 1000 Häuser von Flammen bedroht. Auch im Los Padres National Forest weiter südlich wüten die Flammen. Der Highway 1 bleibt deshalb südlich von Big Sur weiterhin für den Verkehr gesperrt, der Julia Pfeiffer Burns State Park, Andrew Molera State Park und Pfeiffer-Big Sur State Park sind geschlossen.

Nach Angaben des Monterey Convention & Vistors Bureau ist die Zufahrt nur vom Norden her über Camel möglich. Autofahrern, die zwischen Südkalifornien und der Bay-Area unterwegs sind, wird empfohlen, über den weiter landeinwärts gelegenen Highway 101 auszuweichen.

Entwarnung für Monterey

In dem an der Steilküste gelegenen Ort Big Sur bleibt die berühmte Henry Miller Memorial Library vorerst geschlossen. Das Nepenthe Restaurant, das 1944 Orson Welles für Rita Hayworth erwarb, hat weiterhin geöffnet. Andere Attraktionen wie das Monterey Bay Aquarium, das National Steinbeck Center und der 17-Mile-Drive weiter im Norden sind von der Feuersbrunst nicht bedroht. Die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am 4. Juli werden wie geplant vorbereitet.

Brandexperten rechnen damit, dass die Feuer angesichts des heißen Sommers erst in einigen Wochen ganz unter Kontrolle gebracht werden können. Die Wettervorhersagen sagen für die kommenden Tage keine oder nur sehr geringe Niederschläge voraus. Der Höhepunkt der Waldbrandsaison wird traditionell erst Ende Juli und im August erreicht.

Bei den schweren Bränden im vergangenen Oktober zwischen San Diego und Los Angeles waren über ein Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 2000 Häuser wurden zerstört. Hunderttausende Menschen mussten zeitweise ihre Häuser verlassen. Mehrere Feuer waren von Brandstiftern gelegt worden.

tib

Aktuelle Infos zu den Waldbränden in Kalifornien

Interaktive Karte mit Brandherden: www.oes.ca.gov
Department of Forestry and Fire Protection: www.fire.ca.gov
Los Padres National Forest: www.fs.fed.us

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