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Spartipps: Jetzt den Sommerurlaub noch günstig buchen

Es ist noch nicht zu spät, um ein paar Euro zu sparen. Alle Reiseunternehmen bieten Rabatte, doch längst nicht alle Sparvarianten halten, was sie versprechen. Wer ein paar Tipps beherzigt, findet auch jetzt noch die Urlaubsreise zum fairen Preis.

Von Dominik Peter

Frühbucherrabatte für Spätentschlossene

Mit Frühbucherrabatten wollen Reiseveranstalter dem Last-Minute-Boom begegnen. Die Termine, zu denen die größten Preisnachlässe für den Sommerurlaub eingeräumt wurden, sind verstrichen. So galten bei Neckermann die Superfrühbucherpreise, die bis zu 30 Prozent Rabatt gebracht haben, nur bis Mitte Februar. Doch selbst Spätentschlossene können jetzt noch Schnäppchen finden. Nahezu alle Pauschalreiseveranstalter bieten ein gestaffeltes Rabattsystem. Zwar schrumpfen die Rabatte, je weiter das Jahr voranschreitet. Doch gibt es noch deutliche Preisnachlässe für Buchungen bis Ende April. Der Kölner Reiseveranstalter ITS Reisen gewährt beispielsweise im Flug- Nahbereich in fast zwei Dritteln seiner Häuser noch bis Ende April einen Rabatt. Das Einsparpotenzial ist bei den meisten Veranstaltern beachtlich. So auch beim Münchner Reiseveranstalter FTI Touristik, wie Geschäftsführer Boris Raoul erklärt: "In einigen FTI-Hotels können Frühbucher bis zum 30. April teilweise noch mehr als 20 Prozent sparen." Tipp: Selbst nach dem 30. April gibt es noch Frühbucherrabatte. Tui setzt nicht nur auf Stichtage, sondern hat zudem eine flexible Regelung: Auch Buchungen, die mindestens 60 Tage vor Reisebeginn erfolgen, werden noch mit einem Rabatt honoriert.

Wohl dem, der flexibel ist

Die neueste Sparvariante der Reisebranche hat Neckermann im Angebot. Sie heißt Flexi-Rabatt und ist erstmals für die Sommersaison 2008 verfügbar. Bei der Buchung gibt der Kunde an, ob er bereit ist, bis zu drei Tage früher oder später in den Urlaub zu fliegen. Nutzt der Veranstalter dann später diese Flexibilität und bucht den Kunden auf andere Reisedaten um, erhält der Kunde den Flexi-Rabatt in Höhe von 50 Euro pro Person. Die Vergünstigung - gerade erst eingeführt - scheint gut anzukommen. "Immerhin ist der Flexi-Rabatt das am stärksten nachgefragte Nebenprodukt für diesen Sommer", erklärt Michael Tenzer, Direktor von Neckermann Flugreisen. "Am ehesten können Kunden wahrscheinlich in der Vor- und Nachsaison auf den Flexi-Rabatt hoffen." In den klassischen Ferienzeiten werde Neckermann wohl weniger Bedarf haben, Urlauber umzubuchen. Einen Anspruch auf den Rabatt hat der Kunde allerdings nur, wenn der Veranstalter den Antrittstermin der Reise auch wirklich verschiebt.

Kleine Preise für große Familien

Feste Buchungspreise für Kinder bieten handfeste Vorteile: Sie sind meist an keine Buchungstermine oder Reisezeiten gekoppelt. "Unsere Kinderfestpreise für die Ziele Brasilien und Mauritius sind ein echter Spartipp", erklärt Stefanie Berk, Direktorin von Neckermann Fernreisen. Für 99 Euro können Kinder bis zu elf Jahren nach Mauritius mitfliegen, nach Brasilien können Eltern ihr Kind bis zum Alter von 14 Jahren sogar kostenfrei mitnehmen. Einziger Nachteil der Kinderfestpreise: Meist gibt es die Vergünstigung nur für ein, maximal zwei Kinder pro Familie. Nur wenige Hoteliers und Veranstalter, wie etwa Alltours oder FTI, haben auch Angebote für bis zu drei Kinder. Zudem steigt der Festpreis häufig zu den Ferienzeiten kräftig an. Dennoch bleibt er eines der wichtigsten Sparinstrumente fürs Familienbudget. Daneben setzen Reiseveranstalter neuerdings auf sogenannte Familienpreise, wie sie Tui diesen Sommer erstmals anbietet. "Dabei reisen zwei Erwachsene und zwei Kinder bis 14 Jahre zu einem besonders günstigen Komplettpreis ab 799 Euro in den Urlaub. Das Angebot gilt inklusive Flug, Transfer, Unterkunft im Apartment oder im Familienzimmer sowie der im Katalog ausgeschriebenen Verpflegungsleistung", erläutert Tui-Manager Ralf Horter den Familienpreis am Beispiel eines Mallorca-Urlaubs in einem Drei-Sterne- Plus-Hotel. Familienpreise werden derzeit unter anderen auch vom Portugal-Spezialisten Olimar und vom Türkei-Spezialisten ATT Touristik (Öger Gruppe) angeboten. Die Familienpakete bieten nicht nur einen günstigen Preis: Je nach Veranstalter und Hotel sind auch Zusatzleistungen enthalten, wie etwa die Unterbringung in einem größeren Familienzimmer statt in einem Standardzimmer. Solche Schnäppchen werden natürlich nur begrenzt angeboten, da zählt beherztes Zugreifen. Zurzeit hat nur eine überschaubare Zahl von Veranstaltern die Familienpakete im Angebot.

Etwas einfacher - aber viel günstiger

Wer sich für ein Sparzimmer entscheidet, kann völlig unkompliziert nette Preisvorteile realisieren. Nahezu alle führenden Reiseveranstalter haben inzwischen für eine Fülle von Hotels solche extragünstigen Zimmer im Angebot. Sie sind billiger, weil sie nicht ganz dem Standard des jeweiligen Hotels entsprechen, was Ausstattung, Lage oder Größe angeht. Sparzimmer können meist ohne Fristen und unabhängig von der Saison gebucht werden. Allzu lange warten sollte man trotzdem nicht, das Kontingent ist oft begrenzt. Bei Neckermann funktioniert das ganze etwas anders. Wer hier ein Spartipp-Zimmer bucht, erfährt erst im Hotel, ob er in einem Standard-, einem Deluxe-Zimmer oder gar in einer Suite untergebracht wird. Dafür beziffert Neckermann das Einsparpotenzial von Spartipp-Zimmern auf bis zu 20 Prozent. Bei ITS Reisen oder Jahn Reisen sind neuerdings sogar Spar-Suiten im Angebot. Ähnlich den meisten Spar-Zimmern können die Spar-Suiten vom Standard abweichen. Im Einzelfall kann das bedeuten, dass es anstatt einer Badewanne zum Beispiel nur eine Dusche gibt. "Trotzdem kommen Gäste bei dieser Sparvariante in den Genuss einer großzügigen Unterkunft", legt Anette Forré, Pressesprecherin von ITS Reisen und Jahn Reisen, diesen neuen Rabatt "gerade anspruchsvollen Kunden ans Herz". Der einzige Wermutstropfen liegt jedoch in der geringen Verfügbarkeit der Spar-Suiten. Bisher werden sie lediglich für die Kanaren angeboten.

Die Kunst des Kombinierens

Richtige Sparfüchse geben sich allerdings nicht mehr mit einer einzigen Sparvariante zufrieden. "Das Kombinieren von verschiedenen Sparformen wird auch bei Thomas Cook Reisen stark nachgefragt", bestätigt Gisela Sökeland, Chefin von Thomas Cook Reisen. Damit meint Sökeland die Möglichkeit, beispielsweise Sparvarianten wie 14 Tage bleiben, aber nur 10 Tage zahlen (14=10) mit anderen Optionen zu kombinieren, etwa mit Kinderfestpreisen oder mit einem Verpflegungsrabatt, wie Frühstück zahlen - Halbpension erhalten (FR=HP). Je nach Veranstalter sind die Rabattformen sehr unterschiedlich miteinander kombinierbar. So können im Angebot von FTI Touristik bei rund 25 Prozent der Pauschalhotels Preisvorteile miteinander kombiniert werden. Ein echter Geheimtipp sind zudem die Kombinationsmöglichkeiten beim Veranstalter Schauinsland Reisen. Dort lässt sich beispielsweise der bis zum 30. April gültige Frühbuchertarif mit den Spartipp-Wochen kombinieren. Für das Vier-Sterne- Hotel Sirenis Goleta auf Ibiza ergibt sich dadurch ein Einsparpotenzial auf den Hotelpreis von bis zu 45 Prozent. Noch mehr Rabatt geht nicht.

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