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Lokführerstreik: Verspätungen und Zugausfälle bis in die Mittagsstunden

Der nächtliche Streik der Lokomotivführer hat vor allem im Nah- und Regionalverkehr zu erheblichen Einschränkungen geführt. Noch bis zum Mittag wird mit Zugausfällen und Verspätungen gerechnet.

"Bitte nicht einsteigen" steht im Hauptbahnhof in Köln auf einer Anzeigetafel. Bis zum Mittag wird mit zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen gerechnet.

"Bitte nicht einsteigen" steht im Hauptbahnhof in Köln auf einer Anzeigetafel. Bis zum Mittag wird mit zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen gerechnet.

Der bundesweite Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn hat in der Nacht zum Mittwoch vor allem im Nah- und Regionalverkehr zu erheblichen Einschränkungen geführt. Wie die Deutsche Bahn am frühen Mittwochmorgen mitteilte, waren bislang vor allem die S-Bahnen und der Regionalverkehr in den Großräumen Berlin, Hamburg, München sowie im Rhein-Main-Gebiet und in Köln und Nürnberg von dem Ausstand betroffen. Diverse Verbindungen fielen aus, auch einzelne Fernverkehrszüge fuhren nicht.

Für Mittwoch rechnete die Bahn noch mit "erheblichen Beeinträchtigungen" bis in die Mittagsstunden. "Im Laufe des Morgens wird versucht, wieder einen stabilen, wenn auch ausgedünnten Takt in den Regional- bzw. S-Bahn-Verkehren herzustellen", hieß es. Ausfälle und Verspätungen drohten weiterhin auch im Fernverkehr.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte ihren ersten regulären Streik dieser Tarifrunde am Morgen nach neun Stunden für beendet erklärt. Seit 6 Uhr setzten die Lokführer die Züge wieder in Bewegung, sagte ein Sprecher. Dass es weiter Probleme gibt, liegt vor allem daran, dass nun Züge nicht dort stehen, wo sie um diese Zeit benötigt werden.

Um 21 Uhr hatte der Ausstand begonnen. Mancherorts wie etwa in Berlin fuhren aber schon eine halbe Stunde vor Streikbeginn keine Züge mehr. Mit zusätzlichem Personal informierte die Deutsche Bahn gestrandete Fahrgäste über alternative Verkehrsverbindungen.

Weitere Streiks möglich

GDL-Chef Claus Weselsky warf der Bahn zu Beginn des Streiks vor, im Tarifkonflikt unannehmbare Bedingungen zu stellen. Auf dem Berliner Hauptbahnhof sagte er, die Gewerkschaft werde über weitere Streiks entscheiden, wenn die Bahn ihre Blockadehaltung nicht aufgebe. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren: "Die GDL ist am Zug." Streiks seien "überflüssig, verantwortungslos und ohne jedes Gespür für die derzeitige Situation".

Außer den Lokführern waren auch Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten zu dem Streik aufgerufen. Die Lokführergewerkschaft kämpft dafür, auch für diese Kollegen Tarifverhandlungen führen zu können. Sie verlangt für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. In der vergangenen Woche hatten 91 Prozent der bei der Bahn angestellten GDL-Mitglieder in einer Urabstimmung für einen Arbeitskampf votiert. Zuvor hatte es zwei Warnstreiks gegeben.

ivi/DPA / DPA

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