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Sport- und Wellnessreisen: Die Belohnung wartet am Ende des Tages

stern-Reporter überquerten mit einem bunten Trupp die Alpen von Oberstdorf nach Meran. In sieben Tagen haben sie 12000 Höhenmeter überwunden und eine einzigartige Landschaft entdeckt.

Raus aus der Kiste!" Rabiat, dieser Weckruf vor sechs Uhr früh, selbst durch die Ohrstöpsel. Aber die haben ja auch gegen die beiden Schnarcher im Schlaflager nichts geholfen. Also hinaus aus dem Stockwerksbett. Rein in die Strümpfe, die schon verdächtig steif stehen. Runter zum Frühstück, das fatal an Schullandheim erinnert. Und dann rauf auf die Piste, wo jemand auch noch ein fröhliches "Muss i denn" anstimmt. Von der Pfandler Alm steigt der Weg so steil durch Fichtengehölz über Wurzeln und Gneisbrocken, dass der Körper schon dampft, ehe die Sonne durch das Unterholz bricht. Die Stiefel des Vordermanns knarzen. Der Atem wird kürzer, der Mund trocken. Das Herz fängt an zu rasen. Der Rucksack klebt im Rücken, während eine Schweißperle nach der anderen von der Stirn auf die Brille tropft."Warum tut man sich das bloß an?" Da ist sie wieder, diese Frage, die immer wiederkehrt, wenn alle bloß noch keuchen. Aber sie löst sich in Luft auf. Nach zwei Stunden, in 2000 Meter Höhe, wo der Wind zwischen Alpenrosen über eine Kuppe streicht. Eine weiche Wiese, in die man nieder-sinkt. Ein perfektes 360-Grad-Panorama, das kein Kitsch-Maler so hingekriegt hät-te: tief unten im Passer-Tal die Kirchtürme der Tiroler Dörfer. Darüber Höfe, die sich zwischen dunklen Forsten auf sattgrünen Hängen sonnen. Und dann die endlose Kette der Bergriesen bis hin zum weiß glitzernden Ortler. "So schön, dass man weinen könnte", stöhnt Peter. Und Heike japst nur noch "geil!", als sich ein Schmetterling auf ihre nasse Haut setzt.Heike und Peter gehören zu einem bunten Trupp, der von Oberstdorf nach Meran unterwegs ist. "Alpenüberquerung" heißt der Trip, den die 15 Hochbepackten gebucht haben. Zu Fuß mit Führer vom Allgäu nach Oberitalien. Sieben Tage auf dem Europäischen Fernwanderweg E 5. 260 Kilometer. 12 000 Höhenmeter. Schwindelerregende Blicke garantiert.Kein Problem für Peter. Der 66-jährige Sachse mit dem bayerischen Filzhut hat schon stramme Waden aus dem Riesengebirge mitgebracht. Aber Heike ist noch ein Goretex-Greenhorn. Die 32-jährige Managerin aus Hessen war mit sechs zum letzten Mal in den Bergen. Hat sich von ihrer Freundin Mandy zu dieser Tour überreden lassen. Jetzt läuft sie mit Khakihut und geliehenem Bundeswehrrucksack ihres Vaters oft am Ende der Gruppe - aber voll im Trend.Wandern ist wieder eine Lust der Deutschen: 34 Millionen schnüren gelegentlich die Stiefel, sagt Allensbach, sechs Millionen sogar häufig. Darunter sind auffällig viele kluge Köpfe: "Über 40 Prozent haben Abitur oder ein Hochschuldiplom", hat der Marburger Soziologe Rainer Brämer festgestellt, "und der Anteil der 20- bis 39-Jährigen hat sich in zwei Jahren um die Hälfte erhöht."Rentnerkolonnen im Lodenmantel? Senioren in kratzenden Kniestrümpfen, die "im Frühtau zu Berge" ziehen? Relikte aus der touristischen Steinzeit. Heute kann man auf den Stiegen von der Sächsischen Schweiz bis zum bayerischen Watzmann gepiercte Mädchen und junge Stirnbandträger sehen, die Karbon-Stöcke statt Haselnuss-Stecken schwingen. Längst ist der Rucksack zum "Backpack" geworden, den man bei Tchibo kaufen kann.Seitdem gestylte "Outdoor"-Shops die Botschaft vom Abenteuer im Freien verkaufen, gilt der Trip nach draußen nicht mehr als muffig, sondern als modern: Die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit und echten Erlebnissen ist es, die die Kinder der Event-Gesellschaft anzieht. Eine "grün" geprägte Generation ist auf dem langen Marsch "zurück zur Natur" - und mit dem richtigen Outfit ist es sogar für die Jüngeren cool, in die stadtnahe Wildnis zu gehen.

"Von der Kniebundhosen-Fraktion haben wir uns längst verabschiedet", sagt Klaus Denart, dessen Ausrüstungsfirma "Globetrotter" der Konsumflaute mit über 20-prozentigen Umsatzzuwächsen trotzt, "wir sind ein Laden für Normalos geworden." Die können in seinem Berliner Shop die neue ultraleichte Jacke in einer Kältekammer bei minus 25 Grad im Chill-Gebläse testen. Oder Satelliten-Navigationsgeräte im Handy-Format kaufen, deren Absatz "wie geschnitten Brot" läuft.Solch ein Spielzeug hat Thomas noch nicht. Der 22-jährige Leipziger, der gleich hinter Oberstdorf an die Spitze der E-5-Gruppe gestürmt ist, besitzt immerhin einen "Palm"-Handcomputer, in dem er Notizen über jede Etappe abspeichert. Demnächst möchte er Elektrotechnik studieren. "Letztes Jahr war ich im Urlaub auf Malta. Aber ich hab keine Lust, nur am Strand zu liegen", sagt der große Blonde, der noch ein bisschen wie ein Pfadfinder aussieht und schon als Kind mit seinen Eltern durch die Sächsische Schweiz zog. "Das hier ist viel interessanter als Wasser und Sand." b>Das hier, das ist wie ein Gemälde von Caspar David Friedrich. Von der Spielmannsau hinter Oberstdorf, 1004 Meter Höhe, mäandert der Pfad durch einen Urwald von moosbekleideten Buchen und Fichten sanft hinauf zum Sperrbachtobel, dessen Strudel Stämme entwurzelt und wie Mikado-Stäbe über die Felsen geworfen haben. Dicke Tropfen fallen aus düsteren Wolken. "Macht nix", versichert Ludwig lächelnd, "der Regen geht sowieso nie tiefer als bis auf die Haut."Ludwig ist der Führer der Truppe. Ein stoppelhaariger Hüne von 63, aber eigentlich noch ein Bub. Jedenfalls lacht er wie ein lustiger Bauernbursche, der gerade einen Streich ausgeheckt hat. Mit sieben Brüdern ist er in einem bettelarmen Weiler bei Oy im Allgäu aufgewachsen. Musste mit zehn aus dem Elternhaus, um für einen reichen Landwirt zu schuften. Rannte mit 14 davon, um in Kempten Zimmermann zu lernen: "Harte Arbeit, aber ich war frei." Das wollte er sein ganzes Leben lang bleiben: Nachdem er von Baugerüsten in Bayern in die weite Welt gezogen war, kraxelte er auf Berge in den Anden und in Alaska. Machte auf dem eisigen Gipfel des Mount McKinley Kopfstand. Brachte sich aus dem Himalaya eine nepalesische Kette mit, die er jetzt um seinen verwitterten Hals trägt. Die E-5-Gruppe führt er nicht etwa wegen des Geldes, sondern weil seine wahre Liebe die Alpen geblieben sind, "die ganze Gegend voller Landschaft", wie er strahlend sagt.Zum Glück für die gequälten Flachland-Beine gibt es da am Talschluss auch noch die Kemptner Hütte. Auf 1844 Meter Höhe, wo man die heiß gelaufenen Wanderstiefel endlich im Schuhraum parken kann. Drinnen warten dampfende Speckknödelsuppe und Berge von Rinderbraten mit Spätzle. Wenn dann 150 aufgekratzte Luis Trenkers durch-einander reden, duzt jeder jeden - und im Schlafsaal rückt man noch näher zusammen, auch wenn ab 22 Uhr strenge "Hüttenruhe" herrschen soll. Schließlich hat der Wirt neben einer unbekannten Menge von Rotwein 427 Halbe Bier gezapft.Kein Zöllner weit und breit, als die Rucksackträger auf dem Mädelejoch den einsamen Grenzpfosten nach Österreich passieren. Statt Allgäuer Braunvieh, erklärt Ludwig, glotzt jetzt "Tiroler Mistvieh" die menschlichen Lastesel an, die bis zu 20 Kilo schleppen. Heike kann sich an der herrlich duftenden Kuhscheiße nicht erfreuen. "Die sollen nicht so rennen", stöhnt sie, als ein Teil der Truppe vorn richtig lostrabt, "ich möchte doch nicht schnell von A nach B, sondern genießen." Das wollen immer mehr Wanderer, die bewusst langsam gehen und sich Zeit nehmen. Denn für sie ist der Weg das Ziel. "Die schweißtreibende Kilometerfresserei früherer Zeiten ist out. Heute geht es nicht mehr um das Streckemachen, sondern um das individuelle Wohlgefühl", hat der Marburger "Wanderpapst" Rainer Brämer bei der Befragung von 4000 Rucksackträgern festgestellt: Der neue Wanderer läuft nicht mehr im Verein, sondern auf eigene Faust oder mit Freunden. Frühstückt erst mal in Ruhe, ehe er vormittags aufbricht. Macht im Schnitt am Tag nur noch 13 Kilometer, viel weniger als früher, ehe er ins Wirtshaus einkehrt."Aus dem Marschierhobby ist ein echter Müßig-Gang geworden, und der Naturgenuss steht mit Abstand an der Spitze der Motive", sagt Brämer. Kein Wunder für den aktiven Fußsportler: "Wir High-Tech-Menschen leben doch heute hauptsächlich in voll versorgten Glasmenagerien. Mit unserer Umwelt kommunizieren wir über gläserne Informationskanäle - die Fenster unserer Arbeitsräume, Autos und Wohnungen, die Schirme unserer Fernseher und PCs. Umso größer ist das Bedürfnis nach Sensationen, die echt und sinnlich sind."Auffällig, wie viele Computerspezialisten es unter den Einsteigern gibt. Kühler Wind, der im Gesicht prickelt, der würzige Duft von feuchten Nadelbäumen, der wilde Geschmack einer Walderdbeere - das alles kann man nicht nur auf dem E 5 finden, sondern auch auf dem "Weg der Sinne", den Brämer zusammen mit Touristikfachleuten komponiert hat: dem Rothaarsteig. Die neu geschaffene Strecke führt über 154 Kilometer vom Sauerland zum Westerwald. Nicht etwa auf breiten, geschotterten "Wander-Autobahnen", sondern auf gewundenen, natur- belassenen Pfaden. So ist die Piste in kurzer Zeit ein echter Renner geworden. "Schon im ersten Jahr hat sie 50 000 zusätzliche Gäste und eine Menge junges Publikum angelockt", freut sich Brämer, ein bekennender Mittelgebirgswanderer.

Aber auch hier oben hätte der bärtige Outdoor-Professor seinen Spaß. An der Memminger Hütte, auf 2242 Metern, wo auch die letzten E-5-Genießer am zweiten Abend irgendwann ankommen. Eine Urwiese in einem bizarren Felsenkessel, in der sich junge Haflinger rollen. Duftende Kohlröschen, gelb leuchtende Arnika, tief-blauer Enzian. Oben auf dem Seekogel leuchten auch noch zwei Edelweiß im Sonnenuntergang. "Kaum auszuhalten", sagt Peter, der seine Mundharmonika auspackt. Der Kanon unter dem Gipfelkreuz ist noch etwas schwächlich. Dafür ist der Blondinenwitz, den Doris aus Greifswald erzählt, besonders derb. Der Abstieg ins Inntal muss schon für die Römer frustrierend gewesen sein. Denn bereits damals, als die Gegend um Zams noch zur römischen Provinz Rätien gehörte, musste man auf der anderen Seite wieder hinauf. Wo früher ein alter Handelsweg lief, quält heute eine Autobahn den stilleverwöhnten Wanderer. Und ein Stück weiter, im Pitztal, kann er ahnen, was der Fortschritt den Alpen antut: Der einst mächtige Mittelberg-Gletscher schmilzt immer weiter ab."Vor 35 Jahren war hier noch meterdickes Eis, auf dem wir am Wochenende Skitouren gemacht haben", sagt Ludwig. Jetzt windet sich der E 5 an glattgeschliffenem Geröll in die Höhe, das jahrhundertelang von einem gefrorenen Panzer bedeckt war. Erst weit über der Moräne leuchtet das geheimnisvolle Türkis der Gletscherzunge, und noch weiter oben ist der höchste Punkt der gesamten Strecke: das Pitztaler Jöchl. 2995 Meter. Foto-Jubel. Zwölf Steinböcke staunen, als 16 Zweibeiner plötzlich "Hurra!" schreien. "Ist es nicht toll, was man auf eigenen Füßen erreichen kann?" Karola weiß, dass sie noch monatelang von solchen Momenten zehren wird. "Es gibt keine bessere Möglichkeit als so einen Aktivurlaub, um von der Alltagshektik und vom Stress des Jobs abzuschalten", sagt die 35-Jährige, die im Vertriebsaußendienst arbeitet und meist im Auto durch Deutschland kurvt.In Island war sie schon trekken, hochbeladen mit Zelt und Kochgeschirr, sie ist in Tansania frühmorgens mit Stirnlampe auf den schneebedeckten Kilimandscharo gekraxelt, hat dabei jedes Mal "unheimlich viel Selbstvertrauen" getankt. Das ist es vor allem, was Frauen anlockt, weiß Dagmar Kimmel von "Wikinger Reisen", dem Marktführer für Wandertrips, der jährlich zweistellige Zuwachsraten hat."Bei uns buchen mehr Frauen als Männer und sehr viele Singles", sagt die Geschäftsführerin des Spezialveranstalters, bei dem Madeira und Gomera, aber auch italienische Ziele wie Cinque Terre und die Amalfi-Küste boomen, "zu uns kommen Leute mit mittlerem und höherem Einkommen und der Erkenntnis, dass man was für seine Fitness tun muss."Wie Bärbel zum Beispiel. Die 63-jährige Karlsruherin mit den grauen Locken hat erst vor sechs Jahren mit Sport angefangen. "Aus Panik, was ich mit der ganzen Zeit nach meiner Pensionierung machen sollte", sagt die ehemalige Finanzbuchhalterin, "man fällt ja dann leicht in ein tiefes Loch." Stattdessen ging sie mit Freundinnen zweimal pro Woche joggen. Danach ins Fitness-Studio, an die Geräte oder zur Gymnastik. Sie hat sich inzwischen bis ins fernöstliche Sikkim zum Trekken getraut und will im Herbst den Jakobsweg nach Spanien pilgern. "Jo, pockn dos de Madlan oh?", lästert ein Tiroler Altbauer, der auf einer Wiese die Sense schwingt, als der Wandertrupp im Ötztal absteigt. Da kann Bärbel nur lachen. Mit kräftigen Schritten steigt sie durch den Misthaufen, der neben einer uralten weißen Kapelle den Weg versperrt.

"Wandern ist ein softer Ausdauersport für alle Generationen." Das bestätigen Sportärzte wie Professor Klaus Völker aus Münster: "Wenn Sie es häufig tun, haben Sie nachhaltige Effekte. Sie verbrennen Fette. Sie aktivieren den Stoffwechsel. Sie verändern das so genannte Lipoproteinprofil - die guten und die bösen Cholesterine." Dass Laufen Leben verlängert, hat eine große Studie in den USA mit über 70000 Krankenschwestern bewiesen. Die Frauen, die sich regelmäßig bewegten, hatten deutlich weniger Herzinfarkte als diejenigen, die keinen Sport gemacht hatten.Dabei ist Joggen nicht mal automatisch gesünder. Zwar haben Mediziner errechnet, dass beim einfachen Gehen pro Stunde 300 Kilokalorien verbraucht werden, beim Joggen dagegen 750. Aber Wanderer sind normalerweise viel länger auf der Strecke - und schleppen oft noch einen Rucksack in die Höhe. "Gerade beim Bergwandern, wo Sie in jeder Stunde schon über 450 Kilokalorien verbrauchen, erreichen Sie ähnliche Effekte wie beim Joggen", sagt Professor Wolfgang Schobersberger, Intensiv-Mediziner in Innsbruck, "die Qualität der roten Blutkörperchen und damit die Sauerstoffversorgung werden besser, und die Ausschüttung des Hormons EPO wirkt wie ein erlaubtes Doping."Der Kick findet auch im Kopf statt. Das haben Forscher an der Sporthochschule in Köln bewiesen. "Bei körperlichen Bela-stungen gibt es eine Fülle von Verände-rungen im Gehirn", sagt Professor Wildor Hollmann, der mit einem Team "heiße Flecken" im Kopf von Versuchspersonen maß. Das waren Sportstudenten, die sich auf Fahrrad-Ergometern abstrampelten, aber beim anstrengenden, längeren Wandern können ähnliche Prozesse eintreten: "Es kommt zu einer Vermehrung von Hunderten von Stoffen, von Adrenalin, von Serotonin, von körpereigenen Morphinen, die schmerzdämpfend und stimmungaufhellend sind." So wie ein Marathonläufer gerade im Grenzbereich sein "Runner's High" spüren kann, kann auch ein schweißnasser Wanderer ein "Walker's High" erleben. Glaubt jedenfalls Sportmediziner Völker, der von einem "Flow-Gefühl" spricht, einem "Fließ-Gleichgewicht des Körpers". Sagt auch Susanne, die Therapeutin aus Norddeutschland, die auf dem alten Ochsenkarrenweg vom Timmelsjoch Richtung Meran vorn in der Gruppe zu Tal stürmt: "Das hat schon etwas Berauschendes, was die Hormone da mit uns machen."Die 35-jährige Psychologin meint nicht nur die körperlichen Grenzerfahrungen, die sie bei einer Anapurna-Umrundung in Nepal gemacht hat. Sie sucht auch die Kraft, die sie in der grandiosen Gebirgswelt spürt, wenn sie sich zum Meditieren zurückzieht. "Berge haben etwas Heilendes, weil sie so unendlich viel größer sind als wir", sagt die bekennende Buddhistin, als sie sich auf einem Teppich aus Fichtennadeln niederlässt, "je mehr die Menschen den Kontakt zur Natur verlieren, desto mehr Sehnsucht haben sie danach.""Beten auf Beinen", "Zen im Gehen" - das ist die Botschaft, mit der auch Klöster inzwischen meditative Wanderungen anbieten. Die Wald- und Wiesentherapie ist offenbar ein Balsam, der die Seele streichelt und den Kopf besonders schnell frei macht. Sind es nun eher die Alpha-Wellen im Gehirn, die beim Betrachten wunderschöner Landschaften auftreten und Entspannung signalisieren? Oder die körpereigenen Drogen, die Outdoor-Junkies produzieren? Auf jeder Berghütte jedenfalls das gleiche Bild. Strahlende Augen, wenn die Gipfel sich im Sonnenuntergang so röten wie die Gesichter. Und auch Ludwigs Truppe schwebt aus Wolke sieben, als sie mit der Seilbahn runter nach Meran rauscht.Keine verknacksten Knöchel. Keine Muskel- oder Heulkrämpfe. Nicht mal richtige Blasen an den Füßen. Nur Mandy musste die letzte Etappe mit dem Bus fahren, weil sie ein dickes Knie hat. Aber auch sie ist dabei, als das Rucksack-Rudel im Triumphzug über die Kurpromenade marschiert und unter den staunenden Blicken der Flanierer in ein Café einfällt.Einfach hinreißend, der erste Cappuccino seit Germania. Geradezu umwerfend auch der Duft der Stiefel, die alle in der Hitze ausgezogen haben. Riecht eindeutig nach einer Überdosis Wanderglück. "Zu Hause werd ich erst mal in die Wanne steigen und eine halbe Stunde im Schaum versinken", sagt Heike zwischen zwei Qualmwolken ihrer Zigarette. "Und dann guck ich mir irgendeinen Scheiß im Fernsehen an, bis ich nach zehn Minuten einschlafe, weil ich so fertig bin."

Wolfgang Metzner und Regina Recht (Fotos)

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(