HOME

DAKAR-RALLYE: Im Wechselbad der Gefühle

Die Rallye Dakar gestaltet sich für die deutschen Vorjahressieger Jutta Kleinschmidt und ihren Co-Piloten Andreas Schulz zu einer Achterbahnfahrt.

Die 24. Rallye Dakar gestaltet sich für die deutschen Vorjahressieger Jutta Kleinschmidt und ihren Co-Piloten Andreas Schulz zu einer Achterbahnfahrt. Dem Hoch mit dem zweiten Gesamtplatz folgte am Donnerstag das Tief und der Sturz aus allen Titelträumen auf Rang drei. Die »Dakar-Queen« musste auf der zwölften Prüfung, die über 450 Dünen-Kilometer rund um das mauretanische Tichit führte, Navigations-Probleme und einen Antriebsschaden an ihrem Mitsubishi Pajero meistern. Am 13. Dakar- Tag verlor die Marathon-Vizeweltmeisterin 26:25 Minuten auf ihren Teamkollegen Hiroshi Masuoka. Der Japaner führt nach dem fünften Tagessieg unangefochten; ihr Rückstand wuchs auf 52:22 Minuten an.

Schwierige Navigation

Die Chancen, ihren historischen Vorjahrestriumph zu wiederholen, sind auf ein Minimum gesunken. Aus eigener Kraft wird es die 39 Jahre Diplom-Physikingenieurin auf den restlichen 653 Kilometern bis zur Zielankunft am Sonntag nicht mehr schaffen. »Es macht bald keinen Spaß mehr. Die Navigation war so schwierig, dass es fast unmöglich war, die Kontrollpunkte zu finden«, erklärte Kleinschmidt.

Antriebsschaden

»Zu allem Übel brach nach dem ersten Kontrollpunkt auch noch der Antrieb. Wir mussten selbst reparieren und verloren deswegen 40 Minuten. Zum Glück hatten wir das nötige Werkzeug dabei, sonst hätten wir die Nacht in der Wüste verbringen müssen. Ich denke, dass wir heute Masuoka hätten schlagen können, doch der Antriebsschaden hat uns zurückgeworfen.«

Japaner Masuoka in Führung

Neuer Zweiter ist wieder der japanische Mitsubishi-Fahrer Kenjiro Shinozuka, Dakar-Sieger von 1997. Sein Rückstand stieg inzwischen auf 52:09 an, die Wahl-Monegassin Kleinschmidt liegt nur 13 Sekunden hinter ihm. Masuoka dürfte unter normalen Umständen sein erster Dakar-Sieg nicht mehr zu nehmen sein.

Dagegen sind in der Motorrad-Disziplin die Chancen des Italieners Fabrizio Meoni, seinen letztjährigen Triumph zu wiederholen, etwas gestiegen. Er setzte sich um 3:03 Minuten von seinem spanischen KTM- Kollegen Nani Roma ab. Dritter blieb der Südafrikaner Alfie Cox (KTM), dessen Rückstand auf 16:19 Minuten zu Meoni wuchs.

An den beiden nächsten Tagen steht die zweite Marathon-Etappe an, die über insgesamt 1 011 Kilometer, davon 632 Kilometer auf Bestzeit, vom mauretanischen Tichit in die Hauptstadt des Senegals nach Dakar führt, wo am Sonntag das nur 69 km lange Finale der 24. Auflage des Langstrecken-Klassikers ausgetragen wird.

Wissenscommunity