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Ex-Formel-1-Vizeweltmeister: Was macht eigentlich ... David Coulthard?

Der Brite fuhr von 1994 bis 2008 in der Formel 1, gewann 13 Rennen und wurde 2001 Vizeweltmeister.

Ex-Formel-1-Vizeweltmeister: Was macht eigentlich ... David Coulthard?

David Coulthard, 46, vergangene Woche am Rande eines Termins in Barcelona

Am Wochenende steht das letzte -Rennen der Saison in Abu Dhabi an. Hätten Sie Lust, noch mal mitzufahren?

Ja, klar! Aber selbst wenn ich das noch so wollte: Mein Körper würde mir da einen Strich durch die Rechnung machen. Der Alterungsprozess macht einen ja nicht gerade schneller.

Sie wurden 2001 Vizeweltmeister und haben insgesamt 246 Formel-1-Grands-Prix bestritten. Was bleibt unvergesslich?

Der Grand Prix in im Jahr 2000: Damals lag ich in der WM auf Platz zwei hinter Michael Schumacher. Während des Rennens musste ich ihn überholen, schaffte das aber zunächst nicht und war irgendwann so wütend, dass ich ihm den Mittelfinger zeigte. Zum Glück habe ich das Rennen letzten Endes doch noch gewonnen.

Früher sind Sie von einem Rennen zum nächsten gejettet. Wie sieht Ihr Leben heute aus?

Ich wohne in Monaco, bin aber weiterhin bei den Rennen dabei, denn ich arbeite als Motorsportexperte und Kommentator für einen englischen Privatfernsehsender. Außerdem bin ich an einer Produktionsfirma beteiligt, die etwa für die TV-Übertragung der verantwortlich ist. Ansonsten führe ich ein ganz normales Familienleben: Morgens bringe ich meinen Sohn zur Schule, gehe ins Büro, hole ihn nach dem Unterricht wieder ab und bringe ihn nachmittags zum Klavierunterricht oder zum Segelkurs.

Ihr Sohn Dayton ist neun Jahre alt. Steht schon sein erstes Kart in der Garage?

Na klar! Er träumt davon, Formel-1-Fahrer zu werden. Mittlerweile üben wir auch gemeinsam. Allerdings hat er noch an keinem Rennen teilgenommen. Dazu müssten wir häufiger trainieren.

Wünschen Sie sich, dass er ebenfalls Rennfahrer wird?

Ehrlich gesagt: nein. Dieser Beruf erfordert so viel Einsatz und Anstrengung – und letztlich weiß man doch nicht, ob sich der Zeitaufwand und die Mühe lohnen und man als Formel-1-Fahrer erfolgreich wird. Natürlich liegt die Entscheidung bei ihm. Wenn er das will, werde ich ihn unterstützen. Aber ich werde ihn nicht in diese Richtung pushen.

Als Freund hoher Geschwindigkeiten – wie viele Strafzettel haben Sie seit Ihrem Formel-1-Karriereende 2008 für überhöhte Geschwindigkeit kassiert?

Nur zwei. Als Teenager bin ich öfter mal angehalten worden, weil ich deutlich zu schnell fuhr. Aber das ist sehr lange her.

Einst galten Sie als Womanizer und wurden immer wieder mit Models an Ihrer Seite gesichtet. Seit vier Jahren sind Sie mit der belgischen Formel-1-Reporterin Karen Minier verheiratet. Was hat Sie bewogen, sesshaft zu werden?

Sagen wir es so: Was früher wichtig und lustig war, ist es nicht zwangsläufig heute noch. Ich fahre keine Rennen mehr und führe mittlerweile ein anderes Leben. Karen ist eine sehr verständnisvolle Frau und managt alles, wenn ich auf Reisen bin. Unsere gemeinsame Zeit genießen wir sehr und sind auch jetzt, nach gut zwölf Jahren Beziehung, noch voller Liebe und Leidenschaft. Ich bin erfüllt und glücklich mit ihr.

Bei einer so rennfahrbegeisterten Frau: Lässt Karen Sie bei gemeinsamen Fahrten ans Steuer?

Sie würde, allerdings ist es mir lieber, wenn sie fährt. Im Straßenverkehr ist sie eindeutig die bessere Fahrerin. Ich finde es unspektakulär, auf einer normalen Straße zu fahren, und übernehme nur die kurzen Distanzen. Lange Strecken fährt meine Frau.

Interview: Sabine Hoffmann

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