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Formel 1: "Quick Nick" startet aus der Pole-Position

Zum ersten Mal in seiner Karriere startet er auf Platz Eins: BMW-Williams-Pilot Nick Heidfeld hat sich bei der Qualifikation auf dem Nürburgring die Pole-Position gesichert. Schumi muss hinterherfahren.

Erneuter Rückschlag für Michael Schumacher, erste Pole Position für Nick Heidfeld: Der Mönchengladbacher BMW-Williams-Pilot hat sich beim Heimspiel auf dem Nürburgring zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere Startplatz eins gesichert und dem Rekordchampion die Schau gestohlen. Während Schumacher im abermals lahmen Ferrari F2005 mit deutlichen 1,504 Sekunden Rückstand auf dem zehnten Rang landete, erzielte "Quick Nick" in 1:30,081 Minuten in der erstmalig in der laufenden Saison in nur noch einem Einzelzeitfahren ausgetragenen Qualifikation die schnellste Zeit auf dem 5,148 km langen Kurs.

Neben dem 28-Jährigen steht am Sonntag der finnische WM-Zweite Kimi Räikkönen (+0,116 Sekunden) im McLaren-Mercedes in der ersten Startreihe beim Großen Preis von Europa (14.00 Uhr/RTL und Premiere). Ralf Schumacher kam im Toyota nicht über den achten Rang hinaus (+1,311), zwei Plätze hinter dem spanischen WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (+0,975) im Renault.

"Er kann mächtig stolz darauf sein"

"Es ist fantastisch für mich. Ich habe das bis jetzt auch noch nicht richtig realisiert", sagte der Heidfeld, der in der Vorwoche beim Klassiker in Monaco bereits mit dem zweiten Rang das beste Rennergebnis seiner Karriere erzielt hatte. "Die erste Pole Position in der Formel 1 für mich und dann noch beim Heimrennen. Das ist mehr als man sich wünschen kann", meinte Heidfeld, dem der abermals abgehängte Michael Schumacher zu seinem Erfolg gratulierte: "Das ist grandios. Er kann mächtig stolz darauf sein. Das war eine Superrunde. Ich finde das ganz klasse, denn wir sind gute Freunde."

Auf dem Nürburgring machte Heidfelds Teamkollege Mark Webber (Australien) als Dritter das erneut starke Auftreten von BMW-Williams perfekt. "Die Qualifikation ist ein großer Erfolg für beide Fahrer und auch für die Techniker", meinte BMW-Motorsportchef Mario Theissen.

Schumacher will das Feld "von hinten aufrollen"

Ans Aufgeben denkt Kämpfer Schumacher auch nach dem neuerlichen Rückschlag noch lange nicht. "Wir müssen das Feld wie gewohnt von hinten aufrollen", sagte er, schränkte aber ein: "Ich habe schon ein bisschen mehr erwartet. Zu sagen ich bin happy, wäre übertrieben, aber es ist okay. Ich habe ein bisschen Zeit liegen lassen", erklärte der siebenmalige Titelträger, der vor einem Jahr das Rennen nahe seiner Heimatstadt Kerpen gewann.

Es sei möglich, "dass der ein oder andere mit einem leichteren Wagen auf die Qualifikationsrunde gegangen ist", glaubte Schumacher. "Daran lag es aber nicht." Er wartet seit dem 10. Oktober 2004 im japanischen Suzuka auf eine Pole Position. Zumindest etwas besser erging es dem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello als Siebtem, der vor dem Rennen die Stimmung mit verbalen Angriffen gegen den Deutschen aufgeheizt hatte.

Ralf Schumacher unzufrieden

Auch Ralf Schumacher war alles andere als begeistert von seiner Vorstellung. "Ich hatte ein gewaltiges Untersteuern. Ich muss jetzt gleich mal schauen, woran es gelegen hat", meinte der 29-Jährige, dessen Teamkollege Jarno Trulli (Italien) als Vierter erneut besser abschnitt. "Für das Rennen sollten wir ganz gut aufgestellt sein", meinte Ralf Schumacher.

Weiter in Fahrt bleibt "Iceman" Räikkönen. Bei hochsommerlichem Wetter mit Temperaturen von über 30 Grad konnte der finnische "Silberpfeil"-Pilot allerdings die von Heidfeld vorgelegte Zeit nicht mehr unterbieten, nachdem die Fahrer in umgekehrter Reihenfolge ihrer Ergebnisse von Monaco und in der Abstimmung für das Rennen auf die Piste gegangen waren. Teamkollege Juan Pablo Montoya (Kolumbien) startet als Fünfter aus der dritten Reihe. "Das ist eine gute Ausgansbasis für uns. Im Rennen sehen wir, wer welche Strategie fährt", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug."

DPA / DPA

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