Formel 1 Das Badoer-Fiasko geht weiter


Im Freien Training zum Großen Preis von Belgien in Spa landete Ferrari-Ersatz-Pilot Luca Badoer wieder auf dem letzten Platz. Trainingsschnellster war Weltmeister Lewis Hamilton vor dem Deutschen Timo Glock.

Das Badoer-Fiasko im Ferrari geht weiter. Mit der "Roten Göttin" landete der italienische Ersatzpilot am Freitag im zweiten Freien Training zum Großen Preis von Belgien abgeschlagen auf dem letzten Platz: Wieder Rote Laterne statt erster Lichtblick. Und das vor der entscheidenden Bewährungsprobe im Ferrari-Cockpit und dem 50. Formel-1-Rennen, das für Luca Badoer schon wieder das letzte sein könnte. "Ich muss schnell sein, so schnell wie ich kann", hatte er vor den Probefahrten auf dem 7,004 Kilometer langen Kurs in Spa-Francorchamps verkündet.

Schnell ist in diesem Fall aber relativ. Vom Tagesbesten Lewis Hamilton trennten Badoer satte 2,010 Sekunden. Auch zwischen Teamkollege Kimi Räikkönen - Spa-Sieger von 2005 bis 2007 - und dem 38-Jährigen lagen PS-Welten. Dabei hatte Badoer noch gehofft, "sehr nah" an den Ex-Weltmeister aus Finnland ranzukommen, der insgesamt die drittschnellste Runde drehte. "Spa wird Badoers Schlüsselrennen", prophezeite am Freitag die italienische "Gazzetta dello Sport" und nannte bereits 21 Namen von möglichen Nachfolgern. Zweitschnellster war der Wersauer Timo Glock im Toyota mit einem Rückstand von nur 16 Tausendstelsekunden. Auf Rang drei fuhr Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen im Ferrari. Sebastian Vettel wurde im Red Bull Zehnter, WM-Spitzenreiter Jenson Button im BrawnGP 17.

Badoer muss sein Jubiläumsrennen aber (noch) durchstehen. Nach der "sehr, sehr schwierigen" Situation in Valencia, wo er erstmals den verunglückten Felipe Massa vertrat, formulierte Ferrari öffentlich die Anforderung an seinen Ersatzpiloten, der zuvor rund zehn Jahre kein Rennen bestritten hatte. "Wir erwarten einen großen Sprung von ihm und dann werden wir sehen", erklärte Domenicali.

Aus dem Sprung droht aber nicht mal ein kleiner Hüpfer zu werden. Dabei kennt Badoer im Gegensatz zum Hafenkurs in Valencia die Ardennen-Achterbahn. Auf zusätzliches Training im Simulator verzichtete er offensichtlich. "Darin wird mir schlecht", zitierte ihn "La Gazzetta dello Sport". Die Ziele für das Rennen habe man intern festgelegt, so Badoer weiter. Ein erneuter Einsatz im Heimrennen der Scuderia am 13. September erscheint derzeit kaum vorstellbar. Vor den Übungsrunden hatte er gesagt: "Wir haben am Freitag im Freien Training drei Stunden Zeit. Danach wissen wir mehr." Recht hat er.

DPA/tis


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker