FORMEL 1 Formel Chaos - Schumi gewinnt trotzdem


Überschattet vom Horror-Crash des Brasilianers Luciano Burti hat Michael Schumacher bei seinem Jubiläum in Spa Geschichte geschrieben.

Überschattet vom Horror-Crash des Brasilianers Luciano Burti hat Michael Schumacher bei seinem Jubiläum in Spa Geschichte geschrieben. Der viermalige Weltmeister beim Großen Preis von Belgien mit dem 52. Grand- Prix-Erfolg zum alleinigen Rekordmann der Formel-1-Sieger. Und das, obwohl während des Rennens ganz tief in die Chaos-Kiste gegriffen wurde.

Erleichterter Schumi

»Das Rennen ist perfekt gelaufen. Es ist schön, diesen Sieg eingefahren zu haben, aber er hat einen schlechten Beigeschmack«, meinte der 32-Jährige aus Kerpen und atmete tief durch: »Luciano wird morgen früh sicher mit ein paar blauen Flecken aufwachen, aber die gute Nachricht ist: Er ist so weit o.k«. Schumacher hat nach seinem fünften Sieg bei seinem Lieblingsrennen jetzt schon 104 Punkte auf seinem Konto. Drei Rennen stehen noch aus.

Horror-Crash

Gut eine Stunde vor der Zieldurchfahrt Schumachers, der bei seinem zehnjährigen Jubiläum vor David Coulthard im McLaren-Mercedes und Giancarlo Fisichella im Benetton-Renault siegte, stockte den Zuschauern der Atem. Burti touchierte in der 4. Runde Eddie Irvines Jaguar, verlor bei knapp 300 km/h die Kontrolle über seinen Rennwagen und raste fast ungebremst in die Reifenstapel. Der Unfall ereignete sich vor »Blanchimont«, der schnellsten Kurve im gesamten Formel-1-Zirkus. Der hohe Sicherheitsstandard moderner Rennwagen und die vierfache Reifenbarriere retteten Burti offensichtlich das Leben.

Keine schweren Verletzungen

Rund 15 Minuten nach dem schweren Unfall gaben die Ärzte und die Rennleitung Entwarnung. Alle Fahrer-Kollegen Burtis, aber auch die 85 000 Zuschauer auf dem Ardennenkurs, Fans und vor allem Teamchef Alain Prost waren erleichtert. »Er atmet, er ist bei Bewusstsein, er spricht«, sagte der Franzose nach der Schrecksekunde erleichtert. Unmittelbar nach dem gewaltigen Aufprall bei etwa 250 km/h waren Bergungs- und Hilfskräfte im Einsatz, um Burti aus dem Wrack zu befreien und erste Notmaßnahmen einzuleiten. Danach wurde der Südamerikaner in ein Hospital nach Lüttich geflogen. Bei einem ersten Check wurden weder innere Verletzungen noch Knochenbrüche festgestellt.

Drei Starts

Das Rennen war nach dem Crash zunächst durch das Sicherheitsfahrzeug (Safety Car) neutralisiert und in der fünften Runde durch Rote Flaggen abgebrochen worden. Nach dem Abtransport des Südamerikaners und der Bergung seines Boliden wurde der Grand Prix dann zum dritten Mal gestartet. Der zweite Versuch war nötig geworden, weil Burtis deutscher Teamkollege Heinz-Harald Frentzen zunächst »sitzen« geblieben war. Der Mönchengladbacher verspielte bei seinem zweiten Rennen für Prost seine hervorragende vierte Startposition und wurde am Ende Neunter.

Coulthard auf Vize-Kurs

Im Duell mit Rubens Barrichello, der Fünfter wurde, um den zweiten WM-Platz behält Silberpfeil-Pilot David Coulthard alle Trümpfe in der Hand. Der Schotte im McLaren-Mercedes hat jetzt 57 Punkte, der Brasilianer im Ferrari 48 Zähler. Ralf Schumacher, der sich im Williams-BMW mit dem undankbaren siebten Platz begnügen musste, bleibt Vierter vor Ex-Weltmeister und Vorjahressieger Mika Häkkinen im McLaren-Mercedes.

Schwarzer BMW-Tag

Beide BMW-Piloten erwischten einen schwarzen Sonntag: Beim zweiten Start blieb Pole-Mann Juan Pablo Montoya (Kolumbien) stehen und musste sich ganz hinten anstellen; beim dritten Versuch war sein deutscher Teamkollege Ralf Schumacher der Pechvogel: Die Mechaniker »vergaßen« den Wagenheber unter seinem Auto, und schon musste auch »Schumi II« ans Ende der Startaufstellung. Pech für das ambitionierte englisch-deutsche Team, denn beide Piloten hatten sich nach dem kuriosen Regen-Qualifying die erste Startreihe geteilt.


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