FORMEL 1 Auch ohne Rennen geht der Zirkus weiter


Mercedes bietet angeblich 22 Millionen für Räikkönen, Schumacher steht vor dem Umzug in der Schweiz und Burti wird bis Mittwoch aus Krankenhaus entlassen.

Riesentalent Kimi Räikkönen wechselt angeblich in der kommenden Formel-1-Saison für 22 Millionen Mark vom Schweizer Sauber-Team zu McLaren-Mercedes. Dies meldete »Bild am Sonntag«. Die Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss. Der 21 Jahre alte finnische Fahrer erhalte einen Fünf-Jahres-Vertrag. Bei Michael Schumacher scheint der lange geplante Wohnungswechsel innerhalb der Schweiz konkret zu werden. Die Schweizer Tageszeitung »Blick« berichtete am Samstag, der viermalige Weltmeister habe bereits einen Vorvertrag für ein 15 Hektar großes Stück Land in Wolfhalden im Kanton Appenzell-Außerrhoden unterschrieben. Unfallopfer Luciano Burti kann am Dienstag oder Mittwoch mit seiner Entlassung aus dem Krankenhaus rechnen. Ein Start des Brasilianers beim Großen Preis von Italien am nächsten Sonntag in Monza ist dennoch fraglich.

Räikkönen statt Häkkinen?

McLaren-Mercedes buhlt seit längerem um Räikkönen. Jürgen Hubbert, das bei DaimlerChrysler für die Formel 1 verantwortliche Vorstandsmitglied, hat mit Teamchef Peter Sauber entsprechende Verhandlungen geführt. Sollte der Deal tatsächlich perfekt sein, könnte der Finne bei den Silberpfeilen seinen Landsmann Mika Häkkinen ersetzen. Häkkinens Zukunft ist noch immer offen. Möglicherweise legt der zweimalige Champion im nächsten Jahr eine »Babypause« ein oder beendet sogar seine Karriere. Weder Häkkinen noch McLaren-Mercedes haben sich bislang zum Verhandlungsstand konkret geäußert. Sollte der 19-malige Grand-Prix-Sieger weiter fahren, könnte Räikkönen als Testpilot als sein Nachfolger aufgebaut werden.

Auch Ferrari ist interessiert

Pikant an der Räikkönen-Nummer ist, dass die einstigen Partner Sauber und Mercedes seit ihrer Trennung Ende 1994 ein eher gespanntes Verhältnis zueinander haben. Zudem fährt das Schweizer Team seit 1997 mit Ferrari-Motoren unter dem Namen Petronas. Peter Sauber betont immer wieder die gute Beziehung zu den Italienern, die angeblich ebenfalls Interesse an Räikkönen haben sollen. Der Vertrag des Finnen, der mit neun WM-Punkten vor dem Großen Preis von Italien Neunter ist, läuft offiziell bis zum Saisonende 2003.

Schumacher dreht Warteschleife

Schumacher will mit seiner Familie angeblich im kommenden Jahr von Vufflens-le-Chateau am Genfer See in die deutschsprachige Schweiz umziehen. Der 52-malige Grand-Prix-Sieger soll für das hoch über dem Bodensee gelegene Grundstück etwa 3,6 Millionen Mark bezahlt haben. Laut »Blick« ist ein Architekt mit dem Neubau eines Landsitzes beauftragt worden. Geplant sei eine Residenz im typischen Appenzeller Stil mit Schwimmbad, Fitness-Raum und Stallungen für die fünf Pferde. Wie das Blatt weiter berichtet, muss Schumacher aber noch eine Abstimmung der Einwohner von Wolfhalden im März kommenden Jahres abwarten. Die Bürger sollen entscheiden, ob das als Landschaftsland ausgewiesene Gebiet in eine Bauzone umgewandelt werden darf.

Crash-Pilot Burti bald draussen

Burtis genauen Entlassungstermin aus der Universitätsklinik in Lüttich wollen die Ärzte am (morgigen) Montag festlegen. Der 26-jährige Prost-Pilot war vor einer Woche beim Großen Preis von Belgien in Spa nach einer Kollision mit Jaguar-Konkurrent Eddie Irvine mit etwa 300 Stundenkilometern von der Strecke abgekommen und mit fast 240 km/h in einen Reifenstapel gerast. Doktor Gary Hartstein sagte: »Ich denke, Burti kann schon am Dienstag gehen.« Er rate jedoch von einem verfrühten Start ab. Prost-Testpilot Tomas Enge (Tschechien) könnte den Brasilianer in Monza ersetzen.


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