Formel 1 Hamilton am Nürburgring verunglückt


Mit 200 km/h fast ungebremst in einen Reifenstapel - WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton ist bei der Qualifikation am Nürburgring verunglückt. Ob er beim Rennen am Sonntag starten kann, ist noch unklar. Rivale Kimi Räikkönen sicherte sich die Pole.

Ein schwerer Unfall von WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton hat den Qualifikationssieg von Ferrari-Rivale Kimi Räikkönen vor dem Großen Preis von Europa überschattet. Der McLaren-Mercedes-Pilot aus England raste am Samstag auf dem Nürburgring im künftigen "Schumacher-S" offenbar nach einem Schaden am rechten Vorderrad fast ungebremst mit weit über 200 Stundenkilometern in die Reifenstapel. "Ich habe mit Lewis gesprochen und er sagt, dass er okay ist. Nur das ist heute wichtig", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Er habe nichts gebrochen und sei die gesamte Zeit bei Bewusstsein und ansprechbar gewesen, erklärte auch Teamchef Ron Dennis. Dennoch wurde Hamilton vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Dort sollte eine Computer-Tomographie weiteren Aufschluss über mögliche Verletzungen geben. Sein Start am Sonntag ist fraglich. Bereits vor sechs Wochen war BMW-Sauber-Pilot Robert Kubica beim Rennen in Montréal (Kanada) schwer verunglückt. Der Pole musste dann beim nächsten Grand Prix aussetzen.

Nick Heidfeld Vierter

Für Fernando Alonso, der sich den zweiten Startrang neben dem zuletzt zwei Mal siegreichen Verfolger Räikkönen sicherte, geriet das sportliche Geschehen erst einmal in den Hintergrund. "Ich denke, Lewis ist in Ordnung, das ist die beste Nachricht der Qualifikation", sagte der Spanier. Rang drei in der Qualifikation ging an Felipe Massa aus Brasilien im zweiten Ferrari. Als Vierter startet Nick Heidfeld im BMW-Sauber in das Rennen. Zuvor wird der Mönchengladbacher allerdings einen Kurztripp zu seiner Familie in die Schweiz unternehmen. Der 30-Jährige war wenige Stunden vor der Qualifikation zum zweiten Mal Vater - Sohn Joda - geworden.

Einen leichten Aufwärtstrend zeigte Ralf Schumacher aus Kerpen. Der Toyota-Pilot schaffte Rang neun. Nicht in die Top Ten kam indes Williams-Pilot Nico Rosberg aus Wiesbaden als Elfter. Das Spyker-Duo Adrian Sutil (Gräfelfing) und Markus Winkelhock (Berglen-Steinach) bildet voraussichtlich die letzte Startreihe.

Unklarheit über Unfallursache

Unterdessen herrschte nach Hamiltons erstem Unfall in der Formel 1 indes noch weitgehend Unklarheit über die Ursache. Der Wagen wurde mit einer Plane abgedeckt und in die Boxengasse zur Prüfung gebracht. In der Pause war auch der Silberpfeil von Alonso an der Stelle genauestens untersucht worden, wo es bei Hamilton offenbar zu einem Schaden gekommen war. Die rechte Frontpartie und die Spitze des Silberpfeils des Briten waren demoliert.

Hamilton, der in seinen bisherigen neun Rennen in der Formel 1 immer aufs Podest gefahren war, wurde nach einer über zehnminütigen Behandlung am Unfallort mit dem Krankenwagen in das Medical Center zur weiteren Untersuchung gebracht. Er war selbst aus dem Wagen gestiegen, konnte sich dann aber nicht auf den Beinen halten. Noch auf der Trage winkte er seinen Fans und zeigte mit dem Daumen nach oben.

Sollte er an diesem Sonntag nicht starten können, darf McLaren- Mercedes voraussichtlich nur mit einem Wagen - dem von Titelverteidiger Fernando Alonso (Spanien) - an den Start des 10. WM- Laufs gehen. Hamilton könnte aber die WM-Führung nicht verlieren. Der Brite führt nach neun Rennen mit 70 Punkten. Teamkollege Alonso ist Zweiter mit 12 Punkten Rückstand. Dahinter rangieren die beiden Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen (52/Finnland) und Felipe Massa (Brasilien/51).

Jens Marx/DPA DPA

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