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Formel 1: Nach dem Monaco Grand Prix - Michael Schumachers Seuchen-Saison

Die vorläufige Saisonbilanz von Michael Schumacher gleicht einem Trauerspiel. Schumi fragte nach dem GP von Monaco nicht grundlos: "Wie viel Pech kann man eigentlich haben?" Es stellt sich die Frage, ob Schumis Mercedes eine Montagsproduktion ist und warum Rosberg um die WM mitfährt und Schumacher nicht.

Michael Schumacher ist die Pechmarie der Formel 1-Saison. Der Rekordweltmeister ist in sechs Rennen nur vier Mal ins Ziel gekommen. Während sein Teamkollege Nico Rosberg mit dem konkurrenzfähigen Auto um die WM mitfährt, hat Schumi erst zwei Punkte auf der Habenseite. Was ist nur mit Schumi los?

Achterbahn der Gefühle für Schumacher

Er war der Größte, Rekordweltmeister und einer, dem alles gelang. Nun ist Michael Schumacher ganz unten angekommen. Schumacher steckt in einer Seuchensaison fest. Nur zwei Punkte nach sechs Rennen. Bei vier von sechs Rennen kam er gar nicht ins Ziel. Derzeit steht Schumacher auf Platz 18 der Fahrer-Wertung.

Was die Saison im Großen zeigte, das fand Rennen von Monaco im Kleinen statt: Im Qualifying läuft es gut, oder besser, nur im Rennen, da geht gar nichts. In der Qualifikation von Monaco war Schumacher Schnellster, doch es war ein Pyrrhussieg. Schumi haderte. "Wenn wir von der Pole-Position gestartet wären, kann man sich ausrechnen, wo ich angekommen wäre“, sagte Schumi laut motorsport-total.de. Wegen der Kollision mit Perez in Barcelona startete Schumi nicht von der Pole, sondern wurde er auf Platz sechs strafversetzt.

Erneute Kollision mit Grosjean

Damit nicht genug. Beim Start kollidierte er ohne eigenes Verschulden mit Romain Grosjean. "Ich hatte das Podium anvisiert, das wurde am Start zunichte gemacht. Wie viel Pech kann man haben?“, fragte der siebenmalige Weltmeister laut bild.de. Aber das war noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Die Zielflagge bekam Schumacher erneut nicht zu sehen, weil es Benzindruckprobleme gab, sein Mercedes immer langsamer wurde. Schumi musste vorzeitig in die Box fahren und stand am Ende im Regen von Monaco.

"Es ist wirklich schade das Rennen auf diese Weise zu beenden", erklärte Schumi. "Die Enttäuschung ist groß. Ich hatte insgeheim auf einen Platz auf dem Podium gehofft. Ich hoffe jetzt endlich mal auf ein sauberes Rennen in Kanada. Es wird Zeit, dass das Pech ein Ende hat." Doch ist das alles nur Pech? Es war nicht das erste Mal, dass gerade sein Bolide Probleme bereitet, während Nico Rosberg auch am Schluss des Rennens noch Druck auf den späteren Sieger Mark Webber ausüben konnte. Die Ausfälle bei Schumacher nehmen ein erschreckendes Ausmaß an.

Die vorläufige Saisonbilanz für Michael Schumacher 2012

GP Australien

Schumacher wurde 4. im Qualifying (vor Nico Rosberg). Auf Position drei liegend, schied Schumi in der elften Runde mit Getriebeproblemen aus.

GP Malaysia

Schumacher wurde 3. im Qualifying (vor Nico Rosberg). In Kurve vier kam es zu einer Kollision zwischen Schumacher und Romain Grosjean, beide konnten weiterfahren, verloren aber einige Positionen. Letztlich hatte Schumacher Probleme mit den Reifen und wurde nur 10. (Vor Rosberg).

GP China

Schumacher wurde 3. im Qualifying (Rosberg holte die Pole). Er lag im Rennen auf Platz zwei, ging zum Reifenwechsel in die Box und dort machte das Team einen Fehler bei der Reifenmontage. Schumi musste sein Auto stehen lassen, da ein Reifen nicht richtig befestigt wurde.

GP Bahrain

Schumacher hatte Probleme mit dem DRS und schied schon im ersten Abschnitt des Qualifyings aus. Rosberg startete von Platz fünf ins Rennen. Aufgrund eines Getriebewechsels wurde Schumacher um fünf Positionen nach hinten versetzt und landete schließlich auf Platz zehn.

GP Spanien

Schumacher wurde im Qualifying 8. (Rosberg holte Platz 6). Im Rennen fuhr Schumacher in Runde 13. auf Bruno Senna auf. Senna dessen Reifen nicht mehr viel erlaubten bremste vorsichtiger an, Schumi fuhr auf und schied aus. Die Rennkommissare und Experten waren einer Meinung: Schumacher hatte Schuld und so kam es zur Rückversetzung für Monaco.

Technische Probleme in fünf von sechs Rennen

Nur der Crash in Spanien geht also auf Schumachers Konto. Ansonsten fiel der Rekordweltmeister in drei von sechs Rennen wegen technischer Probleme aus. In den zwei Rennen, bei denen er das Ziel erreichte, hatte er Probleme mit den Reifen (Malaysia) oder mit dem Heckflügel (Bahrain).

Schumis F1 W03 scheint ein Wagen aus der Montagsproduktion zu sein. Norbert Haug weißt alle Überlegungen in diese Richtung zurück. "Er ist sicher Fachmann genug zu wissen, dass da keine Absicht oder Schlamperei dahinter steckt“, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Beide Autos sind natürlich absolut identisch“, beteuerte er laut auto-motor-und-sport.de.

"Was Nico kann, kann auch Michael" 

"Es gibt einfach solche Phasen, da läuft es wie am Schnürchen, und Phasen, in denen es einfach mal klemmt“, entschuldigte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug die Pannen und versuchte Schumacher Mut zuzusprechen. "Grundsätzlich gilt: Das, was Nico im Rennen zeigt, das kann auch der Michael.“ Ob Schumacher allerdings auch im nächsten Jahr im Silberpfeil sitzen wird, ist derzeit noch unklar.

"Das Team hat mich dafür geholt, einen Aufbau zu betreiben, dafür gebe ich 100 Prozent. Aber ob wir die Zukunft zusammen beschreiten, steht auf einem anderen Blatt Papier“, sagte Schumacher. In diesem Jahr kann Schumi den achten Weltmeistertitel wohl abschreiben und das, obwohl er in einem konkurrenzfähigen Auto sitzt. Teamkollege Rosberg ist dagegen noch mitten im Titelkampf.

"Ich denke wir hatten das schnellste Auto über das ganze Wochenende gesehen. Wir wussten, dass die Strecke zu unserem Auto passt. Trotzdem lief es besser als erwartet. Ich freue mich schon auf Kanada, wo wir den Schwung hoffentlich mitnehmen können", so Rosberg. Schwung für Rosberg, Teer und Federn für Schumacher, für den es nun vornehmlich darum geht, das Pech loszuwerden und die Zielflagge zu erreichen.

Michel Massing 

sportal.de / sportal

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