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Formel 1: Neues Rennauto bei Toyota

Toyota startet als Schnellster in die neue Saison. Das Formel-1-Team stellt zwei Monate vor dem Grand-Prix-Auftakt in Australien als erster Rennstall sein neues Auto vor.

Toyota startet als Schnellster in die neue Saison. Das in Köln ansässige Formel-1-Team stellte zwei Monate vor dem Grand-Prix-Auftakt in Australien wie im Vorjahr als erster Rennstall sein neues Auto vor. «Unser Ziel ist es, immer mindestens einen Wagen im Qualifying in den Top Ten zu platzieren und regelmäßig Punkte zu holen. Das ist ein ehrgeiziges Vorhaben», sagte Teamchef Ove Andersson bei der Präsentation des TF103 im französischen Le Castellet. «Letztes Jahr errangen wir mit Glück zwei Punkte. Wir kamen, sahen und lernten», wandelte er beim Rückblick auf die Premieren-Saison 2002 einen Leitspruch Cäsars leicht ab.

Personell hat sich bei Toyota im zweiten Grand-Prix-Jahr einiges verändert. So tauschten die Japaner ihre Piloten komplett aus. Der erfahrene Olivier Panis und Formel-1-Neuling Cristiano da Matta sollen an Stelle von Mika Salo und Allan McNish für frischen Wind sorgen. Überraschend verpflichtete das Team den Brasilianer Ricardo Zonta, der schon 32 Grand Prix bestritt, als neuen Test- und Ersatzfahrer.

"Ich habe einen Traum verwirklicht"

«Das Team hat alle Voraussetzungen, um einen großen Schritt nach vorn zu machen», sagte Panis. Der 36 Jahre alte Franzose, der einen Grand Prix gewonnen hat und zuletzt für BAR fuhr, wollte aber keine Prognose über das Abschneiden Toyotas wagen. «Wir müssen bis zum Saisonstart in Melbourne warten, um zu sehen, wie wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen.» Da Matta gewann mit Toyota mit sieben Siegen überlegen den Fahrer- und Herstellertitel in der nordamerikanischen Champcar-Serie. «Mit dem Titeltriumph habe ich einen Traum verwirklicht», sagte der 29 Jahre alte Brasilianer. «Jetzt ist die Formel 1 eine neue Herausforderung. Ich möchte aber keine Ankündigungen machen.»

Der ehemalige Rallye-Pilot Andersson ist nur noch für das Geschehen an der Rennstrecke verantwortlich. Der Brite John Howett übernimmt als neuer Toyota-Motorsport-Präsident die Aufgaben des Schweden in der Fabrik. Norbert Kreyer ist als neuer Technischer Direktor unter anderem für die Strategie zuständig. Sein bisheriger Stellvertreter Luca Marmorini ist jetzt für den Motorenbereich verantwortlich.

Kopie von Ferraris Weitmeisterschlitten

Der TF103 ist eine Kopie von Michael Schumachers Weltmeister-Auto 2002. Nase, Seitenkästen und Airbox des neuen Toyota erinnern stark an den Ferrari. «Alles ist neu. Wir haben in jedem Bereich Fortschritte gemacht», erklärte Chefdesigner Gustav Brunner. «Vor allem bei der Aerodynamik haben wir uns um etwa 10 Prozent verbessert.» Das Auto ist leichter und produziert mehr Abtrieb.

Bis zu 880 PS und etwa 19 000 Umdrehungen soll das neue Triebwerk RVX-03 leisten. PS-mäßig bedeutet dies eine Steigerung gegenüber dem Vorjahresmodell um vier Prozent. Neu ist auch das Sieben-Gang- Getriebe. Bei nur vier Grad und strömendem Regen absolvierte Panis problemlos sechs Runden auf dem Paul-Ricard-Kurs in Le Castellet.

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