HOME

Formel 1: Schumis Manager schlägt zurück

Alonsos Beschimpfungen in Richtung Michael Schumacher haben Willi Weber auf den Plan gerufen. Schumis Manager fordert eine Entschuldigung und spricht von "erbärmlichem Verhalten". Vor dem WM-Finale dreht die Formel 1 durch.

"Alonsos Vorwürfe sind eine unglaubliche Beleidigung, die voll unter die Gürtellinie gehen", so Willi Weber in der Bild. Der Manager hält "Alonso für einen brillanten Fahrer", aber sein Verhalten sei "nur noch erbärmlich". Weber weiter: "Renault hat gemerkt, dass sie den Titel an Schumi verlieren werden, jetzt sind sie unfair und unverschämt." Alonso hat in einem Interview mit dem 'Radio Marca' Michael Schumacher als "unsportlichsten Rennfahrer aller Zeiten" bezeichnet.

Alonsos Verbal-Attacken gegen die Fia vor und nach dem Großen Preis von Italien der Türkei werden unterdessen wohl keine Sanktionen nach sich ziehen. "Eine Bestrafung ist unwahrscheinlich", sagte ein Fia-Sprecher der Fachzeitschrift "Auto, Motor und Sport". Demnach akzeptiert die Fia die Entschuldigungen von Renault-Teamchefs Flavio Briatore. Der Italiener hatte am Wochenende behauptet, die WM sei schon am Grünen Tisch entschieden worden. Außerdem gehe es in der Formel 1 schlimmer zu als in der italienischen Fußball-Liga. Noch am Abend nach dem Schumacher-Sieg und der Alonso-Nullnummer in Monza war er auf Schmusekurs gegangen.

Ecclestone auf Alonsos Seite

Briatore hatte sich zunächst beim Fia-Präsident Max Mosley und einen Tag später sogar öffentlich für seine Äußerungen entschuldigt. Alonso fliegt damit mit seinem knappen Vorsprung zu den letzten Rennen in China, Japan und Brasilien. Vor dem Großen Preis von Italien war der Weltmeister aus Spanien von den Sportkommissaren wegen einer angeblichen Blockade von Schumachers Teamkollegen Felipe Massa in der Qualifikation um fünf Plätze strafversetzt worden. Ehe der Spanier seinen Renault im Rennen dann mit Motorschaden kurz vor dem Ziel abstellen musste, hatte er festgestellt: "Ich bin Sportler. Aber ich betrachte die Formel 1 nicht mehr als Sport."

Die Alonso-Bestrafung von Monza war nicht unumstritten. Sogar von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gab es Rückendeckung für den Spanier. Es gebe "einfach keinen Beweis, dass Alonso Massa behindert hat", stellte der Brite fest. Sein Landmann Mosley will nach der Monza-Affäre die Regeln für die nächste Saison ändern: Im neuen Jahr sollen die Piloten nur noch für absichtliche Behinderungen bestraft werden.

Möglicherweise kommen die Monza-Vorfälle am Rande doch noch zur Sprache. Am 19. September treffen sich die Funktionäre, um wegen eines Eklats bei der Siegerehrung nach dem Großen Preis der Türkei in Istanbul zu beraten. Damals war der Pokal an Türkei-Gewinner Felipe Massa von Mehmet Ali Talat, dem Präsidenten des türkischen Nordzyperns, übergeben worden. Dagegen hatte die Regierung Zyperns offiziell protestierte. Die Fia hat deshalb zu einer außerordentlichen Sitzung des Weltmotorsportrates gerufen.

Reifenkrieg droht

Unterdessen wurde bekannt, dass der Reifenhersteller Michelin, der unter anderem Renault ausrüstet, seine Konkurrenten Bridgestone verdächtigt, mit verbotenen Chemikalien zu operieren. Die Franzosen beschwerten sich bei der Fia über angeblich illegale Praktiken, um die Leistungsfähigkeit der Reifen zu verbessern. Vor dem großen WM-Finale dreht die Formel 1 durch.

DPA/kbe

Wissenscommunity