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Formel 1: Valencia - Vettel im Qualifying nicht zu schlagen

Sebastian Vettel heißt der große Sieger beim Qualifying in Valencia. Vettel distanzierte Lewis Hamilton auf Rang zwei und könnte im Rennen von den schlechten Startplätzen der anderen Konkurrenten im Titelrennen profitieren. Michael Schumachers Seuchensaison geht weiter, er startet nur aus der sechsten Reihe.

Lange Zeit sah es beim Großen Preis von Europa nach einer großen Überraschung im Qualifying aus. Ohne Fernando Alonso, Mark Webber und Michael Schumacher in der letzten Session trumpften zunächst Pastor Maldonado (Williams), Romain Grosjean (Lotus) und die beiden Force India-Piloten Nico Hülkenberg und Paul di Rest auf. Doch der Weltmeister blieb cool und zauberte mal wieder im letzten Versuch eine Traumrunde auf den über 40 Grad heißen Asphalt von Valencia.

Mit Vettel in der ersten Startreihe steht Lewis Hamilton (McLaren), der zum achten Mal in dieser Saison seinen Teamkollegen Jenson Button im Qualifying schlagen konnte. In der zweite Reihe stehen mit Maldonando und Grosjean zwei Youngster, die auch im Rennen überraschen können. Nico Rosberg landete auf Rang sechs, schlug aber erneut Michael Schumacher (12.).

Vettel und Hamilton können sich im Titelrennen ein wenig von der Konkurrenz absetzen, denn Fernando Alonso (11) und Mark Webber (19) werden es schwer haben, um den Sieg in Valencia mitzufahren. Sowohl Vettel als auch Hamilton können die unheimliche Sieger-Serie brechen, bisher gab es in sieben Rennen sieben verschiedene Gewinner.

Vettel: Reifen geschont, Pole gewonnen

In der letzten Session ließen sich Vettel und Hamilton viel Zeit, bis sie auf die Strecke gingen, die Reifenfrage könnte in dem Hitze-Rennen mal wieder entscheidend sein. Während einige Konkurrenten zweimal auf die Strecke gingen, wollte Vettel seine Pneus für das Rennen schonen - der Poker ging auf:

Kurz vor Qualifying-Ende fuhren Vettel und Hamilton dann direkt hintereinander los und lieferten sich ein Fernduell um die Pole Position. Vettel hatte mit 1:38,0 die Nase vorn, Hamilton war mit einem Rückstand von 0,324 Sekunden letztlich chancenlos. Für Vettel war es die dritte Pole Position in Serie in Valencia, in beiden Fällen konnte er das Rennen dann auch gewinnen. Insgesamt war es zum 33. Mal der erste Startplatz für den zweifachen Weltmeister.

Ferrari-Chef bringt kein Glück

Unter den Augen von Ferrari-Boss Luca di Montezemolo schieden beide Roten bereits in der zweiten Session aus. Bei Felipe Massa keine riesige Überraschung, Titelkandidat Fernando Alonso wird sich dagegen mächtig ärgern. Bei Alonsos zweitem Heimrennen neben Barcelona verzockte Ferrari sich, schickte Alonso zunächst mit harten Reifen auf die Strecke. Als er dann auf die weiche Mischung wechselte, wurde es richtig eng, letztlich fehlten 4 Tausendstel zu Rang zehn.

Auch Michael Schumacher schied bereits im zweiten Durchgang aus, der Teamkollege von Nico Rosberg geht von Platz zwölf aus ins Rennen. Vor dem Wochenende gab sich Schumacher noch sehr selbstbewusst, "Ja, ich", hatte er auf die Frage geantwortet, wer denn der achte Sieger der Saison werden könnte. Das wird nun sehr schwer.

Bremsdefekt: Webber scheidet früh aus

Ein prominentes Opfer hatte bereits die erste Session, denn Mark Webber wird beim Rennen nur von Platz 19 aus starten können. Vettels Teamkollege stand zunächst ungewöhnlich lange in der Box, kam dann in der Schlussphase doch noch auf die Strecke, brachte wegen technischer Probleme aber keine durchgehend starke Runde auf den Asphalt.

Seinen letzten Versuch brach Webber dann sogar ab, der Australier kommt damit vermutlich nicht als erster Doppelsieger der Saison infrage. Schon im dritten freien Training konnte Webber nur wenige Minuten fahren, Grund war ein Defekt im Bremssystem. "Wir wollten einfach sicherstellen, rechtzeitig für den Nachmittag eine Lösung zu finden", hatte Teamchef Christian Horner nach dem Training gegenüber Sky Sports klargestellt – von Erfolg waren die Korrekturen dann aber nicht gekrönt, zumal auch sein DRS nicht funktionierte.

Glock im Krankenhaus

Timo Glock konnte dagegen wegen hartnäckiger Magenbeschwerden nicht am Qualifying teilnehmen. Das teilte sein Marussia-Rennstall unmittelbar vor dem Start mit. Glock musste nach dem Training am Samstagvormittag in ein Krankenhaus gebracht werden – einen Ersatzfahrer hat Marussia nicht im Team.

Glock hatte bereits am Tag vorher über Magenprobleme geklagt und nur wenige Runden in seinem Marussia-Rennwagen drehen können. Am Samstag belegte er den 24. und letzten Rang nach dem einstündigen Training auf dem 5,419 Kilometer langen Kurs, danach war Schluss. Eigentlich fällt Glock damit auch für das Rennen am Sonntag aus, sein Rennstall will bei der FIA möglicherweise aber eine Starterlaubnis mit der Begründung "Höhere Gewalt" beantragen.

sportal.de / sportal

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