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Formel 1: Wie Vettel den ersten Titel mit Ferrari zu verspielen droht

Er hat das schnellere Auto und war kurz davor, die WM-Führung zurückzuerobern. Aber in Monza vermasselte Sebastian Vettel alles, weil er nicht zurückstecken kann. Überhaupt macht der Ferrari-Pilot ungewohnt viele Fehler.

Sebastian Vettel dreht sich nach einer Kollision mit Lewis Hamilton in seinem Ferrari.

Sebastian Vettel dreht sich nach einer Kollision mit Lewis Hamilton in seinem Ferrari. Der zweite Silberpfeil-Pilot Valtteri Bottas zieht einfach vorbei.

AFP

Woran erkennt man wahre Champions? Sebastian Vettel kann die Frage beantworten. Immerhin ist der 31-jährige Ferrari-Pilot viermaliger Weltmeister. In den Jahren 2010 bis 2013 gewann er jeweils den Titel im Red Bull. Sein schärfster Konkurrent fuhr damals im eigenen Team. Doch Mark Webber fehlten manchmal die Nerven und der Speed, um mit dem jungen Fahrer aus dem südhessischen Heppenheim mithalten zu können. Vettel war brillant, von unbändigem Ehrgeiz getrieben und vor allem: Er fuhr konstant auf hohem Niveau und erlaubte sich kaum Fehler. 

Im Jahr 2018 kann davon keine Rede mehr sein. Vettels Fehlerquote ist in dieser Saison ungewohnt hoch. Das ist aus seiner Sicht besonders ärgerlich, weil ihm erstmals seit Jahren wieder ein überlegendes Auto zur Verfügung steht. Noch nie waren die Chancen der Italiener (letzter Titelgewinn 2007) und Vettels so groß, endlich den heiß ersehnten WM-Titel zu holen.

Ferrari hat es geschafft, an Mercedes vorbeizuziehen. Ein geheimnisvolles Zwei-Batterien-System verleiht dem Ferrari zusätzliche Power und macht ihn auf den Abschnitten, in denen beschleunigt wird, zusätzliche Kraft. Der Moment, als Vettel in Spa-Francorchamps am Ende von Eau Rouge an Hamilton vorbeischoss, zeigte die ganze Überlegenheit der Italiener. Zudem ist das Auto viel zulässiger als in den vergangenen Jahren. Das Problem: Vettel kann den Vorteil nicht so nutzen wie zu seiner Zeit bei Red Bull. 

Sebastian Vettels Rennen in Monza steht beispielhaft für die ganze Saison

Die Kollision mit Hamilton kurz nach dem Start in Monza ist ein Beispiel dafür. Der Brite fuhr neben Vettel in die zweite Schikane, war sogar eine halbe Wagenlänge vor ihm, dennoch zog Vettel nicht zurück, sondern versuchte, seine Position zu verteidigen. Die Autos berührten sich, Vettels Ferrari drehte sich und wurde stark beschädigt. Er musste an die Box fahren und fiel auf den letzten Platz zurück. Am Ende wurde er Vierter und verlor wichtige Punkte. 

Hamilton, der in Italien der alles überstrahlende Triumphator war, baute den WM-Vorsprung auf 30 Punkte aus - das ist nach zwei Dritteln der Saison keine Vorentscheidung, aber ein sehr schwerer Rückschlag für Vettel. Schon in den Rennen in Aserbaidschan und Frankreich leistete er sich schwere Patzer. Oder Ferrari verkalkulierte sich bei der Renn-Taktik wie in China oder Spanien.

Noch ist die WM-Krone nicht verloren. Doch dafür muss Vettel wieder konstanter werden - und strategischer fahren. Nahezu alle Experten waren sich nach dem Rennen in Monza einig: Es wäre klüger gewesen, wenn Vettel in der Situation zurückgesteckt hätte. Er hätte noch 52 Runden Zeit gehabt, am Rivalen vorbeizuziehen. Stattdessen riskierte er den Crash – und verlor. Auf diese Weise schadet ihm der bedingungslose Ehrgeiz, in jedem Moment auf der Strecke der Schnellere sein zu wollen und der Konkurrenz keinen Zentimeter Straße zu gönnen.  

McLaren am Comer See.

Bottas gibt den braven Helfer für Hamilton

Hinzu kommt: Valtteri Bottas zeigt sich in die laufenden Saison als braver Helfer für die Nummer eins bei den Silberpfeilen. Ohne die konsequente Unterstützung des Finnen wäre Hamilton nicht so stark. Das war in Monza einmal mehr zu beobachten. Bottas bremste den in Führung liegend Raikkönen konsequent aus, so dass Hamilton heranfahren und überholen konnte. Bei den Italienern ist das Teamwork nicht so stark ausgeprägt. Ferrari wird den Vertrag mit Räikkönen nicht verlängern. Der Finne fuhr in Italien nur für sich allein. Von ihm darf sich Vettel keine Hilfe erwarten. Er muss es schon alleine stemmen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.