Formel 1 Vettel fährt auf Rang zwei


Sebastian Vettel hat beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring den zweiten Platz belegt. Nur sein australischer Teamkollege Mark Webber war schneller. Damit rückt Vettel wieder in Sichtweite des Gesamtführenden Jenson Button.

Heimsieg verpasst und doch gewonnen: Sebastian Vettel hat mit dem zweiten Platz auf dem Nürburgring das Rennen um den Formel-1-Titel noch spannender gemacht. Der Heppenheimer musste am Sonntag beim turbulenten Eifel-Rennen nur seinem Red-Bull- Teamgefährten Mark Webber den Vortritt lassen, der trotz einer Durchfahrtstrafe in seinem 130. Rennen zum ersten Mal einen Grand Prix für sich entschied. Hinter Ferrari-Pilot Felipe Massa und dem starken Nico Rosberg belegte WM-Spitzenreiter Jenson Button beim Großen Preis von Deutschland nur Rang fünf, Rubens Barrichello wurde im zweiten Brawn-Mercedes Sechster. Vettel verbesserte sich damit in der WM-Gesamtwertung auf Rang zwei und hat mit nun 47 Punkten nur noch 21 Zähler Rückstand auf Button.

"Ja, ja, ja", brüllte der Australier Webber nach der Zieldurchfahrt immer wieder in den Boxenfunk und schien dabei den Tränen nahe. "Ein süßer Sieg", meinte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Für seinen Rennstall war es der dritte Doppelerfolg in diesem Jahr. Zuvor hatte jeweils Vettel seinem Teamkollegen das Nachsehen gegeben. Diesmal jedoch stand der Hesse klar im Schatten des 32-Jährigen, der vor der Saison wegen eines Beinbruchs nach einem schweren Fahrrad-Unfall lange pausieren musste. "Du hast es verdient. Jetzt bist Du ein echter Sieger", lobte Horner seinen Piloten.

"Ich bin super happy"

Hinter Vettel, der die Hoffnungen auf den ersten Heimsieg seit Michael Schumachers Erfolg vor drei Jahren in Hockenheim diesmal noch nicht erfüllen konnte, trumpften vor allem Nico Rosberg und Adrian Sutil vor eigenem Publikum auf. Rosberg raste während der 60 Runden auf dem 5,148 Kilometer langen Kurs von Startplatz 15 auf Rang vier. "Ich bin super happy", meinte Vettel.

Für den von Platz sieben gestarteten Sutil lag lange sogar eine Sensation in der Luft, doch er verschenkte nach furioser Fahrt die Chance auf Punkte. Auf Platz zwei liegend, bog der Gräfelfinger nach 27 Runden zum ersten Mal in die Box, doch bei der Rückkehr auf die Strecke krachte der Force-India-Pilot in den Ferrari von Kimi Räikkönen. Schon vor einem Jahr in Monte Carlo hatte ein Unfall mit dem Finnen Sutils Punkte-Debüt für Force India verhindert. "Da hatte keiner Schuld. Ich habe ihn nicht gesehen und weiß nicht genau, was passiert ist", sagte Räikkönen, der kurz darauf wegen eines Motorschadens das Rennen aufgeben musste. "Wir sollten nicht zu enttäuscht sein. Wir haben gesehen, dass es geht", sagte Sutil.

Miserabler Start

Vettel erwischte einen miserablen Start. Wie befürchtet, konnten die McLaren-Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen sowie Ferrari-Fahrer Felipe Massa dank der Zusatz-PS des Hybridsystems KERS auf den ersten Metern am Heppenheimer vorbeiziehen. Allerdings ging Weltmeister Hamilton ein zu hohes Risiko, bremste zu spät und beschädigte sich den Hinterreifen. So ordnete sich Vettel zunächst als Sechster direkt hinter Rivale Button ein. Der Brite konnte zwar schnell an Massa vorbeiziehen, doch dann hielt Kovalainens Silberpfeil die Verfolger auf.

Auch für Vettels Teamkollege Webber lief es zunächst alles andere als nach Plan. Am Start verlor er Platz eins an Barrichello. Zwar konnte das Duo danach dem Rest des Feldes davonziehen, doch schon bald setzte es den nächsten Dämpfer für den Australier. Wegen eines Start-Remplers gegen Barrichello verurteilten die Renn-Kommissare den Red-Bull-Mann zu einer Durchfahrtstrafe.

Doch Webber ließ sich nicht beirren und legte ein enormes Tempo vor. Über weite Strecken war er deutlich schneller als Vettel und die Brawn-Konkurrenten, die zunehmend Probleme mit ihren Reifen hatten. Zur Rennmitte übernahm Webber die Führung und gab sie nicht mehr her. Nach 1:36:42,310 Stunden fuhr als Erster über den Zielstrich. Vettel rettete, was zu retten war. Mit einer soliden Fahrt und einer guten Strategie ließ er Barrichello, Button und Massa noch hinter sich und sicherte souverän die wichtigen acht Punkte für das Ziel Weltmeisterschaft.

Christian Hollmann und Claas Hennig/DPA


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