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FORMEL EINS: Montoya erobert Pole Position

BMW-Pilot Juan Pablo Montoya startet beim Großen Preis von Monaco aus der Pole Position. Der Kolumbianer gewann die Qualifikation auf dem 3,370 km langen Stadtkurs vor David Coulthard und Michael Schumacher.

Michael Schumacher war geschlagen, Juan Pablo Montoya der Mann des Tages und David Coulthard die Überraschung beim »Klassiker« der Formel 1. Der viermalige Weltmeister aus Kerpen muss sich beim Großen Preis von Monaco mit Startplatz drei und damit der zweiten Reihe begnügen. Der Ferrari-Star hatte am Samstag im Qualifikationstraining in Monte Carlo deutlichen Rückstand, während Williams-BMW-Pilot Montoya die Pole Position eroberte, und sich Silberpfeil-Fahrer Coulthard nach Krisen-Monaten als Zweiter zurückmeldete. »Ich habe schon oft gesagt, dass es nicht so weiter gehen wird«, kommentierte der fünfmalige Saisonsieger Schumacher das vorläufige Ende der Ferrari-Dominanz.

Der WM-Spitzenreiter hatte gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen. »Mir ist etwas ins Auge geflogen«, berichtete Schumacher, der sich in der Box lange damit aufhalten musste, die Reizung seines tränenden Auges zu lindern. Sein Auto war chancenlos gegen die beiden Schnellsten. »Es war ein schwieriges Qualifying. Wir haben das ganze Wochenende versucht, eine gute Balance hinzubekommen«, meinte er. Der größte Trumpf von Montoya und Coulthard waren die Reifen. »Man hat gesehen, dass die Michelin-Reifen hier besser sind«, so Schumacher. Die Chance, am Sonntag (14.00 Uhr/live in RTL und Premiere) das Formel-1-Highlight im Fürstentum zum sechsten Mal zu gewinnen und damit den Rekord von Ayrton Senna einzustellen, sind angesichts der schlechten Überholmöglichkeiten in Monaco arg gesunken.

Zweite Pole Position der Saison für Montoya

In Anwesenheit des gerade angereisten Ferrari-Präsidenten Luca di Montezemolo hatte Schumacher auf dem 3,370 km langen Stadtkurs mit seiner Zeit von 1:17,118 Minuten einen Rückstand von 0,442 Sekunden auf Montoya (1:16,676). Der Kolumbianer hatte in letzter Minute noch einmal losgelegt und sich zum zweiten Mal in dieser Saison nach dem Brasilien-Grand-Prix die Pole gesichert. »Wir haben heute alles richtig gemacht«, meinte er. Seine Chefs waren begeistert. »Montoya hat im letzten Moment die Nerven behalten und ist eine Super-Runde gefahren«, sagte BMW-Sportdirektor Gerhard Berger.

David Coulthard (1:17,068) konnte sich endlich über ein lang ersehntes Erfolgserlebnis für sich und McLaren-Mercedes freuen. Der Schotte steht zum ersten Mal in einer für die Silbernen so pannenreichen Saison in der ersten Reihe. »Die Strecke passt zu unserem Auto«, erklärte er. »Die erste Startreihe in Monaco ist eine gute Ausgangsposition«, so Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Ralf Schumacher kam als Vierter in die zweite Reihe neben seinen Bruder. Der Williams-BMW-Pilot beklagte, mehrfach von Konkurrenten aufgehalten worden zu sein. »Heinz-Harald Frentzen dachte, in der ersten Runde langsam fahren zu müssen. Und in der letzten Runde habe ich auch das falsche Timing erwischt«, sagte der Kerpener. Frentzen gelang im unterlegenen Arrows erneut ein Achtungs-Ergebnis als Zwölfter. Sauber-Pilot Nick Heidfeld hingegen musste sich mit dem mit Abstand schlechtesten Resultat der Saison, Rang 17, begnügen.

Spitzenposition auch bei Niederlage nicht gefährdet

Auch mit einer Niederlage in Monaco wäre die WM-Spitzenposition Michael Schumachers noch lange nicht gefährdet. Er führt mit 54 Punkten sowie 27 Zählern Vorsprung vor Montoya (27). Ralf Schumacher (23) ist Dritter. Zwei Wochen nach dem Stallorder-Grand-Prix von Spielberg birgt die Startaufstellung in Monaco zumindest nicht die Gefahr, dass Ferrari den Schumacher-Kollegen Rubens Barrichello erneut einbremst: Der Brasilianer kam auf den fünften Platz.

Unterdessen macht sich Formel-1-Chef Bernie Ecclestone angesichts der heftigen Reaktionen nach Spielberg offenbar Sorgen um das Image des Sports. Er habe mit Luca di Montezemolo telefoniert, sagte Ecclestone der »Gazzetta dello Sport«: »Wenn im Fußball einer die Rote Karte bekommt, gibt das Publikum dem Spieler die Schuld. Im Fall Ferrari jedoch beschuldigen die Leute die Formel 1. Das ist nicht gut.«

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