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GP von Europa: Massa stoppt Silber

Ungarn-Unglücksrabe Felipe Massa hat mit seinem Triumph bei der Grand-Prix-Premiere in Valencia die silberne Siegesserie beendet. Der Ferrari-Pilot feierte bei der Hafenrundfahrt auf dem schnellen Stadtkurs seinen vierten Saisonerfolg und sorgt zugleich für neue Spannung im Titelrennen. Ein deutsches Trio fuhr in Spanien in die Punkte.

Hinter Massa überquerte McLaren-Mercedes-Konkurrent Lewis Hamilton beim Großen Preis von Europa am Sonntag als Zweiter die Ziellinie und verteidigte damit die Spitzenposition in der Formel-WM. Robert Kubica belegte im BMW-Sauber Rang drei.

Deutsches Trio fährt in die Punkte

Sebastian Vettel krönte seine beeindruckende Leistung während des gesamten Rennwochenendes mit dem sechsten Platz. Der Jungspund aus Heppenheim behauptete im Toro Rosso vor 115 123 Zuschauern seine sensationelle Position aus dem Qualifying und holte zum vierten Mal in diesem Jahr Zähler. Timo Glock (Wersau), wegen einer Erkältung geschwächt, fuhr nach seinem gigantischen zweiten Platz von Budapest erneut in die Punkte: Der Toyota-Pilot wurde Siebter vor Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams-Toyota. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) verpasste im BMW-Sauber als Neunter Zähler.

Anders als beim Motor-Drama von Budapest vor drei Wochen, als Massa den scheinbar sicheren Sieg drei Runden vor Schluss wegen eines Pleuelschadens einbüßte, hielt auf dem "Valencia Street Circuit" trotz hochsommerlicher Schwüle das Ferrari-Triebwerk über die ganzen 308,883 Kilometer. Der 26 Jahre alte Südamerikaner beherrschte den zwölften Saisonlauf und gewann nach 57 Runden auf dem 5,419 Kilometer langen Kurs in 1:35:32,339 Stunden. Hamilton wies 5,611 Sekunden Rückstand auf. Der Finne Heikki Kovalainen belegte im zweiten Silberpfeil den vierten Rang vor Jarno Trulli (ItalienI im Toyota).

Hamilton führt weiter in der Punktewertung

Der Brite liegt in der Gesamtwertung nun mit 70 Punkten vorn. Massa schob sich mit 64 Zählern auf Rang zwei vor Titelverteidiger Räikkönen (57). Der Finne schied im zweiten "roten Renner" wegen eines kapitalen Motorschadens zehn Runden vor Schluss aus. Erfreulich war, dass die befürchteten schweren Unfälle ausblieben .

Eine Beinahe-Kollision in der Boxengasse mit Adrian Sutil (Gräfelfing) im Force India nach dem zweiten Stopp hätte Massa fast den Sieg gekostet. In letzter Sekunden konnten beide einen Crash vermeiden. Der Ferrari-Fahrer muss dennoch weiter zittern, weil die Rennkommissare den Vorfall nach dem Grand Prix untersuchten. Sutil musste dann 14 Runden vor Schluss als erster Deutscher im Hafenbecken der Mittelmeer-Metropole die Segel streichen. Er fuhr in einer Kurve in die Betonbegrenzung.

Bei Ferrari kam es bei Räikkönens zweitem Halt zu einem weiteren Zwischenfall: Der Finne fuhr los, als der Tankrüssel noch steckte. Dabei wurde ein Mechaniker zu Boden gerissen. Dieser musste ins Krankenhaus eingeliefert. Wenig später lösten sich Räikkönens Hoffnungen auf WM-Punkte spektakulär in Rauch auf.

Fernando Alonso scheidet früh aus

Massa konnte beim problemlos verlaufenen Start seine Spitzenposition vor Hamilton und Kubica verteidigen. Sein von Rang vier losgefahrener Teamkollege Räikkönen musste dagegen Kovalainen passieren lassen. Vettel hielt seinen sensationellen sechsten Startplatz. Rosberg überrumpelte in der ersten Runde Heidfeld und Glock machte drei Ränge gut. Erstes prominentes Unfallopfer war ausgerechnet Fernando Alonso. Williams-Pilot Kazuki Nakajima raste dem Spanier ins Heck und der zweimalige Weltmeister musste seinen Renault in der Box abstellen, bevor sein Heimrennen richtig begonnen hatte.

Massa baute seinen Vorsprung gegenüber dem McLaren-Mercedes-Mann bis zu seinem ersten Boxenstopp kontinuierlich aus. Der Brasilianer tankte als Erster der Top-Ten bereits in der 15. von 57 Runden und fiel dadurch vorübergehend auf Platz vier zurück. Hamilton bog zwei Umläufe später als Nächster zum Service ein und kehrte als neuer Vierter zurück. Nachdem Kovalainen im 21. Umlauf als letzter der Top-Sechs frische Reifen aufziehen ließ, war die alte Reihenfolge wieder hergestellt: Massa vor Hamilton und Kubica. Daran änderte auch der zweite Halt nichts.

Von Elmar Dreher/DPA / DPA

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