GP von Spanien Strafzettel für Alonso - Schumi schwankt


Michael Schumacher ist für das "Auswärtsspiel" in der Heimat von WM-Spitzenreiter Fernando Alonso gut gerüstet, hat vor dem Großen Preis von Spanien aber einen großen Wunsch.

"Es wäre schön, wenn sich jemand zwischen uns schieben könnte und Fernando Punkte wegnehmen könnte", sagte der Ferrari-Star vor dem Großen Preis von Spanien. Doch nach dem ersten Kräftemessen am Freitag in Barcelona scheinen neue Herausforderer für den WM-Spitzenreiter und seinen Verfolger nicht in Sicht.

Während Weltmeister Alonso im ersten Training kaum auf der Strecke war, fuhr Schumacher auf Rang zwei hinter seinen Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa. Im zweiten Training war dann der drittplatzierte Alonso in seinem Renault 0,240 Sekunden schneller unterwegs als Schumacher (6.). Die Testfahrer Antony Davidson im Honda und Robert Doornbos im Red Bull drehten die schnellsten Runde auf dem 4,627 Kilometer langen Kurs. "Wir haben ein gutes Programm abgespult, haben das Auto verfeinert. Ich bin sehr zufrieden", sagte Schumacher.

Hängepartie in der "Z-Frage"

Der Rekordweltmeister, der in der Fahrerwertung 13 Punkte hinter Alonso liegt, kann bei seiner Aufholjagd wohl kaum auf deutsche Schützenhilfe bauen. Nico Rosberg (Williams/19.), Nick Heidfeld (BMW/12.) und Bruder Ralf (Toyota/10.) scheinen nicht in der Lage zu sein, Schumachers Wunsch erfüllen zu können. Vorjahressieger Kimi Räikkönen (Finnland) im McLaren-Mercedes fuhr auf Rang 15. "Wie geplant, sind wir das Minimal-Programm gefahren", sagte Mercedes- Motorsportdirektor Norbert Haug.

Nachdem Schumacher die "Z-Frage" bis zum Saisonende verschoben hat, warb er noch einmal um Verständnis für diese Entscheidung. "Wenn das Team mir so eine Offerte macht und damit happy ist, ist es für mich natürlich um so schöner, dass ich mir Zeit lassen kann, um so eine Entscheidung treffen zu können", sagte er. Die Hängepartie über das Karriereende oder die Karriere-Fortsetzung könnte bis zum letzten Rennen am 22. Oktober in Brasilien dauern.

Alonso stark unter Druck

Schumacher scheint nicht zu wissen, was er tun soll: Familie oder Formel 1? Oder er hat seine Entscheidung schon getroffen und wird die Karriere nach 16 Jahren mit Ablauf seines Vertrages Ende der Saison beenden. So etwas freilich kann man dem Publikum nicht mitteilen, wenn man gerade zu alter Stärke zurückgefunden hat und die Aufholjagd auf Weltmeister Fernando Alonso gerade so richtig in Schwung gekommen ist. Schumacher könnte sich den Abschied mit dem achten Weltmeister-Titel versüßen wollen. Auch scheint der Kerpener abwarten zu wollen, wie sich Ferrari-Teamchef Jean Todt und Technik-Stratege Ross Brawn entscheiden. Der Franzose und der Brite liebäugeln ebenfalls mit einer Formel-1-Auszeit, haben aber wohl Räikkönen als Nachfolger für Schumacher an der Angel.

Der Rekordweltmeister selbst kann sich nun voll auf den Sport konzentrieren und steuert am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) den Hattrick an. "Die letzten zwei Rennen haben wir gewonnen. Ich würde gerne einen dritten Streich nachlegen", sagte er vor den 66 Runden über 305,256 Kilometer. Nach seinen beiden zweiten Plätzen will Alonso in der Heimat den Spieß umdrehen und Schumachers siebten Sieg in Barcelona verhindern. "Es macht Spaß, Michael zu besiegen", sagte er. Alonso, der noch nie in der Heimat gewonnen hat und unter großem Druck steht, war in der Boxengasse zu schnell unterwegs und musste 2000 Dollar Strafe zahlen.

DPA


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker