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Großer Preis von Monaco: Rosberg brilliert im Heimat-Training

Vor dem Glamour-Grand-Prix in Monte Carlo haben sich die deutschen Formel-1-Piloten in exzellenter Form präsentiert. Im zweiten Training raste Nico Rosberg auf den zweiten Platz, Sebastian Vettel wurde Dritter, Michael Schumacher Fünfter. Am schnellsten war ein ehemaliger Weltmeister.

Die deutschen Fahrer haben sich im freien Training vor dem Großen Preis von Monaco in guter Form präsentiert. In der zweiten Session raste Nico Rosberg in seinem Wohnort auf Platz zwei, Vettel wurde Dritter, Schumacher Fünfter. "Das Auto lässt sich vernünftig handhaben", stellte Schumacher fest: "Das Feld wird enger."

Auch bei den Silberpfeil-Verantwortlichen fiel das erste Fazit positiv aus. "Hier geht was - zumindest sah es heute so aus", ergänzte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Die Hoffnungen auf einen starken Auftritt nährte am Donnerstag vor allem Rosberg.

Rosberg fühlt sich wohl


"Die Rundenzeiten sahen vielversprechend im zweiten Training aus. Ich habe mich im Auto sehr wohl gefühlt", bilanzierte der Wahl-Monegasse. Am Wochenende - Freitag ist traditionell Ruhetag - setzt der Poker-Fan dann auch noch auf die Familien-Karte. Der gebürtige Wiesbadener mit Wohnsitz Monte Carlo ist Gesamtfünfter (50) hinter Spanien-Sieger Mark Webber (53). "In der WM sieht es nach wie vor sehr gut aus", hatte er schon vor dem Training gesagt - Probleme mit den Dämpfern kosteten ihn am Morgen allerdings Zeit.

Die schnellste Trainingsrunde auf dem nur 3340 Meter langen und herausfordernden Stadtkurs gelang dem WM-Zweiten Fernando Alonso im Ferrari. Weltmeister und Spitzenreiter Jenson Button schaffte es im McLaren-Mercedes nur auf Rang neun, einen hinter dem Gräfelfinger Adrian Sutil im Force India.

Enge Straßen, mit mehr als 200 Sachen Zentimeter an den Leitplanken vorbei. "Ein Monaco-Sieg wäre etwas ganz Spezielles. Monte Carlo ist einzigartig: So viel Geschichte, so viel Tradition", schwärmte Red-Bull-Pilot Vettel. Der 22-Jährige hofft, dass seine "Leckere Liz" nicht wieder rumzickt und sein Wagen nach drei Defekten nun im Fürstentum auch an einem Stück im Ziel ankommt. "Das Auto fühlt sich okay an, aber wenn man auf die Zeiten schaut, ist es schwer zu beurteilen, wo wir stehen", sagte er nach den ersten beiden Trainingseinheiten über jeweils anderthalb Stunden. "Eines ist klar, es wird sehr, sehr eng am Wochenende."

Qualifying wird mit Spannung erwartet


Bei den Probefahrten vor Hochhauskulisse und Hafen hatten die 24 Piloten keine größeren Probleme, auch der einsetzende Regen am Nachmittag blieb folgenlos. "Hier in Monte Carlo kannst du dir keinerlei Fehler erlauben", stellte Schumacher fest. "Irgendwie ist es aber schon paradox: Wir Rennfahrer streben immer nach einer besseren Sicherheit und danach, möglichst sichere Strecken zu haben. Auf der anderen Seite reisen wir alljährlich nach Monte Carlo und tragen dort ein Rennen aus", sagte der ehemalige PS-Regent, der erstmals nach seiner dreijährigen Pause am Sonntag (ab 14.00 Uhr im stern.de-Liveticker) im Fürstentum wieder antreten wird.

Knackpunkt wird aber bereits am Samstag die Qualifikation sein. 24 Autos auf dem Kurs, alle auf eine schnelle Runde getrimmt. Der Fahrervorschlag, die erste Session zu splitten, wurde abgelehnt. Einige Teamchefs seien der Ansicht, "dass sie von der normalen Variante und dem zu erwartenden Chaos mehr profitieren könnten", erklärte Schumacher. "Schauen wir einmal, wer darunter leiden muss." Er gehe davon aus, dass jeder Fahrer vernünftig genug sei.

"Der Startplatz ist in Monaco der Schlüssel", betonte Vettel, der mit seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber in diesem Jahr bislang alle fünf Pole Positions holte. Wegen der bisherigen Defekte an seiner "Lucious Liz" weiß Vettel, dass beim Kult-Grand-Prix trotz des besten Autos immer "leicht etwas in die Hose gehen" kann. Mit einem Sieg könnte er aber sogar die WM-Führung übernehmen. Von Button (70 Punkte) trennen ihn vor dem sechsten Saisonlauf nur zehn Zähler; zwischen den beiden liegt Ferrari-Neuzugang Alonso (67).

Jens Marx und Elmar Dreher, DPA / DPA

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