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Aufstieg in die Formel 1 So mutig wie Mick Schumacher muss man erstmal sein

Mick Schumacher ist ein großes Versprechen für die Formel 1. Ob er es einlösen kann, wird die Zukunft zeigen
Mick Schumacher ist ein großes Versprechen für die Formel 1. Ob er es einlösen kann, wird die Zukunft zeigen
© Andrej Isakovic / AFP
Mick Schumacher wird im nächsten Jahr in der Formel 1 fahren. Zunächst wird der Erwartungsdruck nicht allzu groß sein. Aber das gilt nicht für ewig. Irgendwann werden die Vergleiche mit seinem Vater eine Bürde. Dass der Sohn es dennoch wagt, ist vor allem eins: mutig.

Kürzlich hat Mick Schumacher in einem Interview eine Anekdote erzählt: "Ich war elf Jahre alt und saß mit meinem Vater in einem Renntruck an der Kartbahn in Kerpen. Er hat mir in die Augen geguckt und mich gefragt: 'Willst du das ernsthaft?‘ Ich habe nur genickt. Seither ordne ich dem Wunsch, in die Formel 1 zu kommen, alles unter."  Es sind diese Art von Anekdoten, die das Zeug dazu haben, zu einer großen Geschichte zu werden, wenn nicht gar zu einem modernen Sporthelden-Mythos.

Ob die Geschichte von Mick Schumacher als Formel-1-Fahrer, die im nächsten Jahr beginnt, gut ausgehen wird, ist natürlich noch nicht ausgemacht. Unabhängig davon macht die Szene an der heimischen Kartbahn in Kerpen eines deutlich: Mick Schumacher ist ziemlich ehrgeizig. Was das angeht, ist er also seinem Vater recht ähnlich. Wer als Sohn eines siebenfachen Weltmeisters beharrlich den Weg in die Formel 1 verfolgt wie der 21-Jährige und sich dem enormen Erwartungsdruck stellt, ist darüber hinaus aber vor allem eines: verdammt mutig, egal, wie sehr ihm der Name Schumacher dabei geholfen hat.

Mick Schumacher hat schon in jungen Jahren gute Nerven bewiesen

Natürlich lief seine Ausbildung zum Formel-1-Fahrer unter besten Bedingungen ab. Nicht jeder hat das Glück, schon als Kind eine ganze Kart-Rennstrecke für sich zu haben und von allen Seiten wohlwollend gefördert zu werden. Aber der junge Schumacher stand auch von Beginn unter Beobachtung der Öffentlichkeit. Schon in Jugendjahren wurde er als Nachwuchsfahrer auf den Rennstrecken von Fotografen, Kamerateams und Fans belagert.

Nicht nur Journalisten und Fans beäugen jeden Schritt genau, auch die Formel-1-Experten und Teamchefs haben sich genau angesehen, wie sich der Sohn von Michael Schumacher entwickelt. Sie haben jeden einzelnen Schritt und jede Entwicklungsstufe in den Nachwuchsserien begutachtet und beurteilt. Dabei bewies der junge Schumacher ebenfalls Qualitäten: Wer seine Ausbildung wie ein Beobachtungsobjekt unter dem Mikroskop absolviert, braucht auf jeden Fall gute Nerven und viel Professionalität.

Als Schumacher 2019 in die Nachwuchs-Akademie von Ferrari aufgenommen wurde, war klar: Die Beurteilung fiel gut aus, Talent hat er. Er gilt nicht als Überflieger wie einst Lewis Hamilton oder Max Verstappen, aber als enorm lernfähig. In allen Formel-Nachwuchsserien erreichte er im ersten Jahr eine mittelmäßige Platzierung, im zweiten Jahr gewann er sie. Das ist es, was Ferrari und Haas-Teamchef Günther Steiner überzeugt haben.

Die Formel 1 giert nach Mythen

Jetzt hat der junge Schumacher sein Ziel erreicht. Er erhält ein Cockpit beim Haas-Rennstall, sicherlich auch, weil sein Name viele Sponsoren anlockt. Das war sein Vorteil gegenüber dem anderen Nachwuchskandidaten Callum Ilot. Was für den US-Rennstall gilt, gilt genauso für die ganze Formel 1. Der Rennzirkus giert geradezu nach Namen wie Schumacher. Die italienische Zeitung "Corriere dello Sport" urteilte: "Er ist für die Formel 1, die von Mythen lebt, enorm wichtig." 

Der Erwartungsdruck wird für Mick Schumacher im ersten Jahr nicht allzu hoch sein. Er wird keine Wunder auf der Rennstrecke vollbringen. Sein Auto ist langsam, und das wird es auch im nächsten Jahr sein, weil die Entwicklung bis 2022 nahezu eingefroren ist. Aber es wird der Zeitpunkt kommen, an dem der Name Schumacher zu einer gewaltigen Bürde werden wird. Ein Scheitern könnte brutal sein. Mick Schumacher weiß das genau, umso mutiger ist es, dass er diesen Weg geht.


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