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1. Bundesliga Bayern München schlägt Leverkusen mit 3 -0

Ängstliche, unorganisierte und konfuse Leverkusener konnten von Glück sagen, dass der dominante FC Bayern München mit der Führung im Rücken die ernsthaften Bemühungen weitere Tore zu erzielen weitgehend einstellte und - statt Bayer eine mögliche Klatsche zu verpassen - Kräfte für Manchester City schonte.

Es war eigentlich wie immer in den letzten Jahren, wenn Bayer Leverkusen nach München kam. Sie agierten ängstlich, unorganisiert und konfus und konnten froh sein, dass die dominanten Bayern nicht wirklich Ernst machten, sondern sich im Hinblick auf Manchester City mit einem 3:0-Sieg begnügten.

Thomas Müller (5.), Daniel van Buyten per Freistoß (19.) hatten die Hausherren in der Allianz Arena früh auf Siegkurs geschossen und Leverkusen damit bereits den Schneid abgekauft. In der Schlussminute durfte Comebacker Arjen Robben den Endstand herstellen (90.).

Zwar muss man den Gästen zu Gute halten, dass sie viele Ausfälle zu beklagen hatten, doch Gegenwehr bzw. zumindest einen Hauch von Willen sollten allerdings das Mindeste sein, was man von einem Bundesligisten erwarten kann – vor allem dann, wenn man sich eigentlich für ein 1:4 gegen Köln rehabilitieren muss.

Doch von alledem sah man bei Leverkusen nichts, so dass Bayern gar nicht einmal wirklich Ernst machen musste und das Spiel als lockere Trainingseinheit unter Wettbewerbsbedingungen für die Champions League verbuchen und nebenbei die Tabellenführung behaupten konnte. Das einzig Positive, was Leverkusen mit nach Hause nehmen kann, dürfte sein, nicht wie der HSV oder Freiburg von den Bayern abgeschossen worden zu sein. Möglich wäre es gewesen.

Ein Teenager gegen Ribéry

Mario Gomez kehrte nach überwundener Adduktorenverletzung zurück in die Mannschaft, Anatoliy Tymoshchuk rotierte statt Luiz Gustavo in die Startformation, in der auch Daniel van Buyten mit Blick auf das Champions League-Spiel gegen Manchester City den Vorzug vor dem geschonten Jerome Boateng erhielt.

Jupp Heynckes konnte also aus dem Vollen schöpfen, während Robin Dutt zur Improvisation gezwungen war. André Schürrle und Michal Kadlec fehlten gesperrt, Tranquillo Barnetta verletzt. Gonzalo Castro rotierte auf die linke Seite und auf rechts durfte der erst 18-jährige Danny da Costa sein Bundesliga-Debüt feiern – als Gegenspieler von Franck Ribéry.

Das Spiel war früh entschieden

Und das ging gleich bei der ersten Gelegenheit in die Hose. Noch nicht einmal fünf Minuten waren gespielt, als der Juniorennationalspieler dem Franzosen viel zu viel Platz gelassen hatte. Ohne Mühe konnte Ribéry ein Zuspiel von Gomez annehmen, an Da Costa vorbeigehen und scharf vor das Tor flanken, wo Müller zum 1:0 vollendete.

Bayern drängte die ohnehin von ihrer Grundordnung mit einem 4-3-2-1 deutlich defensiver als zuletzt eingestellten Leverkusener tief in ihre eigene Hälfte, zogen das Spiel blitzschnell in die Breite und warteten geduldig auf sich bietende Lücken. Die nächste bot sich bei einem Freistoß aus 29 Metern in der Mauer der Leverkusener, die van Buyten mit strammem Flachschuss zum 2:0 nutzte (19.).

Bayern wurde zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefordert und konnte in aller Ruhe den Ball laufen lassen. Da sie dabei aber vor allem versuchten, One-Touch-Spielzüge für die Galerie zu fabrizieren, dabei aber die nötige Präzision vermissen ließen, brachten sie es neben den beiden Toren in Hälfte eins gerade mal auf zwei weitere Torschüsse. Dabei wäre deutlich mehr drin gewesen, denn gedanklich hatten die Gäste bereits abgeschaltet.

Bei kurzen Ecken der Münchner rückte niemand raus, im Mittelfeld hatten die Gegenspieler zu viel Platz und wenn der Ball doch sporadisch in Richtung gegnerisches Tor kam, stand Stefan Kießling allein auf weiter Flur – Unterstützung seiner Mitspieler? Fehlanzeige.

Robben trifft beim Comeback

An dem Bild änderte sich auch in der zweiten Hälfte wenig. Bayern war dominant bis an den Strafraum, dann aber zu ungenau, Leverkusen nach Kräften bemüht, Zweikämpfen aus dem Weg zu gehen. Immerhin durften sie zwei harmlose Bälle auf das Tor bringen, so dass Manuel Neuer im Tor der Bayern einen nicht vollends beschäftigungslosen Abend verlebte.

Robin Dutt reagierte, erlöste Da Costa und brachte Karim Bellarabi, Heynckes ersetzte Gomez durch Gustavo, der mit seiner ersten Ballberührung für den ersten Torschuss der Bayern in der zweiten Halbzeit sorgte. Deutlich gefährlicher war kurz darauf ein van Buyten-Kopfball, der nur knapp über die Latte strich. In der Schlussviertelstunde durfte dann auch Arjen Robben sein Comeback geben.

Bayern erhöhte noch einmal das Tempo, drängte auf das dritte Tor. Doch hatte Pech. Ein falscher Abseitspfiff des Schiedsrichtergespanns um Manuel Gräfe verhinderte eine Chance von Ribéry, den Müller mit schönem Hackentrick in Szene gesetzt hatte. Eine weitere Möglichkeit vertändelte Müller, weil er den mitgelaufenen Robben übersehen hatte. Gesehen wurde der Niederländer dafür in der Schlussminute. Bastian Schweinsteiger hatte ihn wunderschön steil geschickt, Robben ging auf halbrechts an Castro vorbei und überwandt Bernd Leno zum Endstand (90.).

Malte Asmus 

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