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1. Bundesliga: Bayern vor der Herbstmeisterschaft - 2 -1 in Stuttgart

EinenTanztee hatten die Bayern beim Gastspiel in Stuttgart sicher nicht erwartet und wurden nicht enttäuscht. Schiedsrichter Manuel Gräfe verteilte acht Gelbe Karten, darunter eine Ampelkarte - am Ende siegten die Bayern durch einen Doppelpack von Torjäger Mario Gomez und dürfen sich fast schon Herbstmeister nennen.

Am Ende des 16. Spieltages lachten die Bayern: Nach einem 2:1 (1:1) beim VfB Stuttgart können die Münchener die Herbstmeisterschaft nur noch theoretisch verlieren, liegen sie doch drei Punkte und mit besserem Torverhältnis vor dem Meister aus Dortmund. 

Christian Gentner hatte die Gastgeber aus Stuttgart schnell in Führung gebracht (6. Minute), doch ein Doppelpack von Mario Gomez sorgte für den Dreier der Bayern (13./57.). Stuttgart musste dabei eine gute Stunde lang nur zu zehnt auskommen, Cristian Molinaro sah Gelb-Rot (29.).

Für das Unternehmen Herbstmeisterschaft hatte Bayern-Trainer Jupp Heynckes seine in Manchester geschonten Stammspieler wieder in die Startelf. Auch Arjen Robben, Toni Kroos, Mario Gomez und Thomas Müller, unter der Woche angeschlagen, liefen auf. Bei Stuttgart musste Coach Bruno Labbadia auf Khaled Boularhouz verzichten, für ihn kam Artur Boka, Timo Gebhart und Julian Schieben waren ebenfalls von Beginn an dabei.

Effektive Stuttgarter – spielfreudige Bayern

Von Beginn an wollten die Bayern den richtigen Schritt in Richtung Herbstmeisterschaft machen. Die erste Großchance musste Mario Gomez jedoch lediglich als eine solche verbuchen, verpasste er den Ball nach einem Tänzchen von Arjen Robben durch Stuttgarts Abwehrreihen doch aus vier Metern (5.).

Besser machte es fast im Gegenzug die Gastgeber: Eine Flanke von Cristian Molinaro an Rafinha vorbei legte Martin Harnik mit dem Kopf auf Christian Gentner ab, der aus elf Metern Manuel Neuer im Bayern-Tor keine Chance ließ – der VfB führte 1:0 (6.).

Von Gentners Maßarbeit ließen sich die Bayern nicht groß beeindrucken, die Roten drückten weiter. Und so konnte sich der beim VfB-Tor ausgespielte Rafinha an Gegenspieler Molinaro rächen, flankte in die Mitte und fand dort Mario Gomez, der Serdar Tasci am Fünfmeterraum entkommen war und mit der Fußspitze den Ausgleich markierte (13.).

Molinaro kriegt Gelb-Rot

Vom Vorwärtsgang wollten die Münchener danach weiterhin nicht zurückschalten, behielten in allen Phasen des Spiels die Kontrolle und kamen unter anderem durch Gomez, nach toller Vorarbeit von Robben, und Müller (25.), dessen Schuss von der Strafraumgrenze Sven Ulreich im VfB-Tor gerade so entschärfen konnte, zu Möglichkeiten.

Doch nicht nur atemberaubende Strafraumszenen, auch Fouls sahen die 60.000 Zuschauer in der Mercedes Benz Arena. Für die Stuttgarter hatten die Gelben Karten für diese Vergehen nach 29. Minuten eine erste Konsequenz. Schiedsrichter Manuel Gräfe schickte Molinaro nach einem zweiten Foul an Robben mit Gelb-Roter Karte vorzeitig zum duschen. Eine Tatsache, die VfB-Sportdirektor Fredi Bobic in der Pause erzürnte. Fußball sei "kein Hallenhalma" äußerte sich Bobic gegenüber Sky wenig originell und wollte – diese Meinung vertrat er wohl exklusiv – beim ersten Vergehen seines Verteidigers ein regelgerechtes Spiel gesehen haben.

Stuttgart zog sich aufgrund des fehlenden Mannes weiter nach hinten zurück und ließ durch den Abwehrriegel weniger Möglichkeiten der Bayern zu, die bis zur Halbzeit auf weiterhin Zählbares verzichten mussten.

Torjäger Gomez

Dieses Bild setzte sich nach der Pause zunächst fort – Bayern kam zwar durch, um Ulreich zu testen, wie es Toni Kroos (50.) tat. Doch meist bissen sie sich an den weit hinten stehenden Schwaben-Verteidigern fest.

In der 57. Minute war der Riegel jedoch geknackt, als Kroos Philipp Lahm im Strafraum bediente, der aus elf Metern wiederum quer zu – wem sonst – Mario Gomez legte. Der ließ sich diese Einladung zum 15. Tor in dieser Spielzeit nicht entgehen und traf zum 2:1.

Noch einmal Aufregungen

Nach der Führung versuchten die Bayern weiter mit Augenmaß diese zu erhöhen. Die Defensive wurde zugunsten der Offensivbemühungen jedoch nicht vernachlässigt und dort bissen sich die Stuttgarter meist die Zähne aus. Wenn es dann doch einmal zu Chancen der Gastgeber kam, gab es Schlussmann Manuel Neuer, der einen Eckstoß in der 78. Minute entschärfte. Oder Cacaus Zielgenauigkeit, als er einen Ball vor Neuer erwischte, diesen jedoch über die Latte beförderte (80.).

Die letzten Höhepunkte gehörten nicht nur weiterhin den Stuttgartern, die Neuer jedoch entschärfte. Auch der Unparteiische Gräfe stand öfter im Mittelpunkt des Geschehens und verteilte Gelbe Karten – am Ende kam er auf acht inklusive der Gelb-Roten, jeweils vier wurden auf beiden Seiten ausgesprochen.

Bayern hat nach dem Auswärtserfolg mit drei Punkten Vorsprung und dem weitaus besserem Torverhältnis gegenüber Dortmund die Herbstmeisterschaft so gut wie in der Tasche, der VfB tritt auf dem siebten Platz weiter auf der Stelle.

Sven Kittelmann

sportal.de / sportal

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