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1. Bundesliga Die schlechtesten Spieler der Bundesliga-Hinrunde


Es kann nicht nur Helden auf dem Fußballplatz geben. Und auch die Spieler, die Durchschnittsnoten jenseits des Erträglichen bekommen, haben es verdient, in unsere Rangliste aufgenommen zu werden. Mit dabei sind nach der Bundesliga-Hinrunde ein kleiner Bruder, ein Mann mit Barth und ein Schaf im Wolfspelz.

Torhüter, Abwehrspieler, Akteure aus dem Mittelfeld und natürlich auch Stürmer haben sich in den Ranglisten vererwigt und die Besten der Besten unter sich gekürt. Doch eine Spezies haben wir bisher vernachlässigt und das sind die Spieler, bei denen die Fans meist die Augen schließen, wenn sie am Ball sind.

Es kann leider nicht nur Helden geben und so küren wir wie jedes Jahr auch die schlechtesten Spieler der Hinrunde. Wenn wir einen Blick auf die Liste werfen, die nach Ablauf der letzten Saison zusammengestellt wurde, bleibt zumindest die Erkenntnis, dass alle Nominierten sich zusammengerissen haben und nicht erneut ihre Aufnahme fanden.

Die Liste wird natürlich auf Grundlage der sportal.de-Durchschnittsnoten erstellt und es wurden nur Spieler berücksichtigt, die mindesten zehn Mal das Vertrauen ihres Trainers enttäuschten. Vorhang auf und Bühne frei für die zehn Spieler, die allesamt sicherlich gute Vorsätze für das neue Jahr haben. Aber nicht vergessen, diese Liste ist auch mit einem Augenzwinkern zu lesen.

Platz 10: Almog Cohen (1. FC Nürnberg)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,10 (10 Spiele/ Keine Tore)

Almog Cohen ist der erste Israeli beim Club. Nach einer ganz passablen Vorsaison, in der er sich ob der mangelnden Auffindung von koscherem Fleisch laut 11 Feunde fast täglich von Thunfischpizza ernährte, darf er sich nun als zweitschlechtesten Profi der Nürnberger bezeichnen lassen – zumindest was die Noten nach der Hinrunde angeht. Zwar spielt er sehr aggressiv gegen den Ball und hat eine enorme Laufleistung zu verzeichnen, doch sind seine Aktionen oft zu ungenau, was sich in den Noten widergespiegelt. Ob es am fehlenden Thunfisch oder der Ausbildung bei Lothar Matthäus (Maccabi Netanya) liegt, ist jedoch schwer zu sagen.

Platz 9: Christian Eichner (1. FC Köln)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,15 (13 Spiele/ Keine Tore)

Auf Platz neun folgt Christian Eichner. Der Außenverteidiger erwischte mit dem FC einen ganz schwachen Saisonstart und kassierte an den ersten beiden Spieltagen jeweils eine glatte 5. Sein Meisterstück lieferte er gegen den BVB ab, als er sich eine 6 abholen durfte. Die Erklärung scheint recht einfach, zumindest hat sich der gebürtige Sinsheimer auf goal.com so seine eigenen Gedanken gemacht: "Mein Problem, dass ich immer dabei war, wenn wir als Mannschaft nicht richtig funktioniert haben. Bei beiden Siegen war ich nicht dabei, bei den drei Niederlagen schon.“

Platz 8: Heung-Min Son (Hamburger SV)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,15 (10 Spiele/ 3 Tore)

Ebenfalls eine 4,15 kassierte Heung-Min Son, der allerdings weniger Spiele auf dem Konto hat. Der 19-jährige Stürmer bekam seine beste Note – eine 3 – am ersten Spieltag und ging im weiteren Verlauf mit den Rothosen unter. Auch der Trainerwechsel scheint ihm bisher keinen Auftrieb gegeben zu haben, dennoch glaubt man im Verein an ihn und will das Talent langsam wieder aufrichten. Ein jüngstes Erfolgserlebnis hatte der Südkoreaner bereits, denn er durfte für den Sottmann-Cup die Auslosung durchführen. "Das hast du gut gemacht", lobte dann auch der Vorsitzende des SV Halstenbek-Rellingen, Hans Jürgen Stammer, laut abendblatt.de. Es geht bergauf.

Platz 7: Pavel Krmas (SC Freiburg)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,17 (15 Spiele/ Keine Tore)

Pavel Krmas gehört zu den ganz ruhigen Vertretern seiner Zunft. Der Freiburger Verteidiger sollte eigentlich Ende der vergangenen Saison den SC verlassen, doch dann entschied man sich dafür, den Vertrag doch zu verlängern. Momentan muss man sagen: zu Unrecht. Denn der 31-Jährige kommt überhaupt nicht in die Gänge, kassierte dabei nur drei Mal eine Note, die besser war als eine 4. Als gelernter Mathematiker kann Krmas sich ausrechnen, was das für seinen Durchschnitt bedeutet.

Platz 6: Oliver Barth (SC Freiburg)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,17 (12 Spiele/ Keine Tore)

Helfen kann er dabei auch seinem Kollegen Oliver Barth, der einen identischen Durchschnitt aufweist. 39 Gegentore kassierten die Breisgauer in 17 Ligaspielen und so ist es nicht verwunderlich, dass zwei der Freiburger Innenverteidiger hier auftauchen – findet auch Barth: "Wer so viele Treffer kassiert, darf sich über Kritik nicht beklagen", erklärte er der Badischen Zeitung.

Platz 5: Lorenzo Davids (FC Augsburg)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,23 (15 Spiele/ Keine Tore)

Es ist keine Geschichte, wie beim Wechsel von Abedi Pele, der seinerzeit dachte, zum FC Bayern zu wechseln und doch bei 1860 landete. In Augsburg wusste man, dass man "nur“ den Cousin von Edgar Davids an der Angel hatte. Wobei Trainer Jos Luhukay den 25-Jährigen schon lange auf dem Zettel hatte. Woran das lag, ist sein persönliches Geheimnis. Sicherlich nicht an der Zweikampfstärke, denn der defensive Mittelfeldspieler gewinnt nur knapp 48 Prozent seiner Duelle. Doch abgerechnet wird erst am Ende der Saison und vielleicht wird er, wie sein königlicher Namensvetter, zu einem Liebling des (Fußball-)Gottes.

Platz 4: Christian Eigler (1. FC Nürnberg)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,23 (12 Spiele/ 1 Tor)

Dass Christian Eigler es auf Platz vier geschafft hat, ist fast schon ein wenig tragisch. Gut, ein Angreifer, der nur ein Tor erzielt hat, ist sicherlich nicht Fehl am Platze. Bitter dabei ist allerdings, dass er sich bei seinem einzigen Treffer verletzte und nur so kurz spielte, dass er keine Note mehr bekam. Treffsicher erwies er sich immerhin im privaten Rahmen, denn seine Frau erwartet gerade die dritte Tochter …..

Platz 3: Gibril Sankoh (FC Augsburg)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,25 (10 Spiele/ Keine Tore)

Was für ein Pech, wird sich der Verteidiger des FC Augsburg denken, dass er nicht ein Spiel weniger absolviert hat. Denn dann würde er in dieser Liste nicht auftauchen. Dass er es verdient hat, beweisen seine Auftritte gegen den BVB und den 1. FC Köln. In Dortmund konnte man seine Leistung nicht anders als mit ungenügend bezeichnen, eine Woche später hatte Trainer Jos Luhukay ein Einsehen und nahm den in der 6. Minute eingewechselten Verteidiger zur Halbzeit wieder vom Platz. Doch scheint er laut der Augsburger Allgemeinen gelernt zu haben: "Ich habe von der Bank aus die anderen Mannschaften beobachtet. Ich habe da gesehen, dass ich mich einfach mehr konzentrieren und fokussieren muss, um so zu spielen wie in der vergangenen Saison.“

Platz 2: Peniel Mlapa (TSG Hoffenheim)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,27 (11 Spiele/ Keine Tore)

Peniel Mlapa ist Angreifer bei der TSG Hoffenheim. Zu seinen Aufgaben gehört sicherlich das Erzielen von Toren. Doch daran hapert es leider, weswegen das 20-jährige Talent sich zur Halbserie hier verantworten muss. Dabei macht er viel, um Zählbares nach Hause zu bringen: "Bevor ich auf den Platz gehe, hopse ich dreimal auf dem linken Bein“, erklärte er der Bild. Doch das richtige Händchen für seinen Beruf dürfte der DFB-Juniorennationalspieler haben, lief er doch am selbigen als Balljunge von 1860 München mit Marcio Amoroso im Schlepptau ins Stadion. Man darf auf die Rückrunde gespannt sein.

Platz 1: Josué (VfL Wolfsburg)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,38 (16 Spiele/ 1 Tor)

Und auf Platz eins findet sich eins der wichtigsten Puzzle-Stücke von Felix Magath beim Gewinn der Meisterschaft 2009: Josué. Der ehemalige Kapitän ist auf das Abstellgleis gerutscht und Magath verzichtete am 17. Spieltag erstmals darauf, ihn von Beginn an zu bringen. Der Brasilianer mit Terrier-Attitüde hat an Bissigkeit verloren und wird seinem Namensvetter aus dem Film "The International“ immer ähnlicher: Der Dackeldame Josue. Zudem sägt der ehemalige Kapitän am eigenen Ast und erklärte der WAZ auf die Frage nach benötigten Neuzugängen: "Wenn die Lage nicht gut ist, und sie ist zurzeit nicht gut, dann brauchst du neue Spieler oder eine andere Mentalität. Das ist wichtig.“ Damit spricht er Magath aus der Seele.

Gunnar Beuth

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