HOME

1. Bundesliga: Hamburger SV und der VfL Wolfsburg trennen sich unentschieden

Ein ganz frühes Gegentor brachte den HSV nicht aus dem neuen, Finkschen Konzept. Mit sehr offensiver Ausrichtung versuchten die Hamburger den Gegner aus Wolfsburg auszuhebeln, am Ende blieb eine sehenswerte taktische Variante, die aber auch nur einen Punkt brachte.

Trotz neuen Schwungs durch Trainer Thorsten Fink ist der Hamburger SV beim 1:1 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg nicht über eine Punkteteilung hinausgekommen. Die 54.378 Zuschauer in der Imtech Arena sahen jedoch einen offensiv ausgerichteten Gastgeber, den das frühe Führungstor der Gäste durch Mario Mandzukic (2. Minute) nicht schocken konnte. Mladen Petric konnte als einziger Hamburger Nutzen aus der Sturm- und Drangphase ziehen und zumindest einen Punkt sichern.

Finks Handschrift sollte sich schnell im Taktikbereich zeigen: Das eigentliche 4-4-2 wurde im Falle des Ballbesitzes schnell zu einer offensiveren Ausrichtung mit Dreierkette, bei dem einer der beiden Sechser die Position des Liberos einnahm, während die Innenverteidiger auf die Außen wanderten. Die so von ihren Defensivaufgaben zunächst entbundenen Kollegen tauchten nun auf den Flügeln als Offensivkräfte auf.

Ganz, ganz schnell

Die Anfangsphase gehörte dem Team des bundesligaerfahrenen Trainers. Magaths Mannen wollten gleich in der zweiten Minute für klare Verhältnisse sorgen: Ein wohl als Befreiungsschlag gedachter Ball von Dennis Aogo landete bei Mario Mandzukic, Patrick Ochs nutzte die Leere auf der von Aogo verlassenen rechte Seite, flankte und fand Mandzukic vor des Gegners Tor wieder – der VfL versuchte eine mögliche Euphorie des Neuen gleich im Keim zu ersticken und der Kroate netzte eiskalt ein.

Der HSV musste nun natürlich kommen und er kam – mit dem oben erwähnten taktischen Kniff. Der VfL konnte dadurch natürlich wiederum Lücken in der Defensive des Gegners nutzen und auch das tat er. So musste Hamburgs Schlussman Jaroslav Drobny gleich zwei Mal in höchster Not aus dem Tor laufen und Schlimmeres verhindern.

Nach vorne zeigte sich die defensiv anfällige taktische Formation – eine Art 3-3-2-2 – auch effektiv. Mladen Petric (22./41.) und Paolo Guerrero (37.) konnten jedoch ihre Chancen jedoch nicht nutzen oder wurden von Diego Benaglio daran gehindert. Zur Pause hätte es dank Finkscher Offensive gut und gerne unentschieden stehen können.

Die tollen Minuten des HSV

Nach Wiederanpfiff schien man den Tenor von Finks Halbzeitansprache erraten zu können: Greift an! Dementsprechend häuften sich die Szenen vor dem Wolfsburger Tor Einen Rempler gegen den für den gelbbelasteten Slobodan Rajkovic ins Spiel gekommenen Dennis Diekmeier (47.) wollte Schiedsrichter Günther Perl nicht mit einem Elfmeter ahnden, Marcell Jansen setzte einen satten Volleyschuss aus 20 Metern über das Tor (49.) und ein von Benaglio verlorener Ball konnte nicht über die Linie gestochert werden (50.). Zu diesem Zeitpunkt spielten nur noch die Hamburger.

Jubeln konnten sie dann schlussendlich doch. Nach Zuspiel von Gökhan Töre spielte Gojko Kacar erst einen Doppelpass mit Guerrero und dann den in den Strafraum laufenden Petric frei. Der lief auf Benaglio zu und legte das Spielgerät über dessen linke Schulter zum Ausgleich ins Netz (56.).

Nachlassender Druck lässt VfL-Chancen zu

Den Druck nahmen die Hamburger trotz des Erfolges weiter nicht weg und zunächst blieb den Wölfen wenig Luft zum Atmen. Ein solcher Befreiungskonter, wie der von Mandzukic in der 64. Minute, hätte dabei durchaus die Lücken in Finks Offensiv-Taktik offenbart. Doch Keeper Drobny rettete seinen neuen Coach. Schließlich mussten die Hamburger der eigenen Luft Tribut zollen und ließen den Wolfsburgern wieder eine längere Leine und damit mehr Chancen für die Gäste zu.

Allerdings zeigten die sich mit zunehmender Uhr mit der Punkteteilung zufrieden und so blieb es wieder an den Hamburgern, für offensive Schlussminuten zu sorgen. Letztlich gab es jedoch nur das Remis für die Hanseaten, für die beim Debüt des neuen Coaches ein Sieg dringewesen wäre. Immerhin konnte durch den Punktgewinn die Rote Laterne abgegeben werden.

So bleibt für die Anhänger des HSV das Prinzip Hoffnung, dass das Finksche Konzept in den kommenden Spielen für den einen oder anderen Dreier sorgen kann. Bereits in der nächsten Woche beim Heimspiel gegen Kaiserslautern wäre die Chance, einen solchen zu bewundern.

Sven Kittelmann

sportal.de / sportal

Wissenscommunity