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1. Bundesliga Keine Tore im Spitzenspiel zwischen Bayer und dem BVB


Bayer Leverkusen wurde teilweise belächelt, den Stuttgarter Ersatzkeeper verpflichtet zu haben. Spätestens nach dem 0:0 im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund dürfte der Bundesliga klar sein, warum die Werkself Bernd Leno das Vertrauen schenkt. Nicht so gut lief es für Mario Götze, der mit Rot runter musste.

Die Partie zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund hat zwar keine Tore gesehen, viel zu bieten hatte das Spitzenspiel aber trotzdem. In einem zeitweise packenden Match mit starken Phasen auf beiden Seiten hatte Bayer im ersten Durchgang Vorteile und hätte die Führung verdient gehabt. Der BVB hatte zu diesem Zeitpunkt große Probleme, kam aber erstarkt aus der Kabine und bestimmte den zweiten Durchgang.

Profitiert hatten die Gäste auch von der Roten Karte für Michal Kadlec (64.), der Mario Götze von hinten in die Beine fuhr und so die stärkste Phase der Gelb-Schwarzen einleitete. Zum besten Mann auf dem Platz avancierte mit Bernd Leno der Keeper von Leverkusen, für dessen Verpflichtung Trainer Robin Dutt und Manager Rudi Völler nicht nur Verständnis geerntet hatten. Doch mit drei überragenden Paraden bewies der 19-Jährige seine Klasse.

Den Roten Karton gab es dann aber auch auf Dortmunder Seite, Götze hatte seine Nerven nicht wirklich im Zaum und versuchte gegen Hanno Balitsch nachzutreten. Schiedsrichter Wolfgang Stark wertete schon den Versuch als rotwürdig und so ging das Spiel mit nur noch 20 Spielern zu Ende.

Götze kann, Ballack darf nicht

Beide Trainer machten es den Berichterstattern leicht und schickten exakt die gleiche Startelf ins Rennen, die am vergangenen Spieltag auflaufen durfte. Mit sechs Punkten sind beide Teams auch ordentlich gestartet, spielerisch lief bei den Champions League-Teilnehmern allerdings noch nicht alles rund.

Aus Leverkusener Sicht bemerkenswert war zumindest die erneute Nicht-Berücksichtigung von Michael Ballack. Robin Dutt will bekanntlich nur Ballack oder Simon Rolfes im defensiven Mittelfeld aufbieten, im Moment hat der Kapitän die Nase vorn. Beim BVB konnte Mario Götze auflaufen. Der Jungstar hatte unter der Woche drei Tage nicht trainieren können, seine Adduktorenprobleme waren aber rechtzeitig abgeklungen.

Vom Start weg wollten beide Teams zeigen, dass die Partie zurecht das Siegel Spitzenspiel bekam. Die Gäste gingen früh drauf und legten ein hohes Tempo an den Tag, Bayer hatte spielerische Vorteile. So blieb der BVB zunächst ungefährlich, auf der anderen Seite hätte André Schürrle freistehend vor Roman Weidenfeller die Führung erzielen müssen. Der Dortmunder Keeper war aber zur Stelle (6.).

Torgefahr nur durch Leverkusen

Nach einer halben Kopfballchance von Rolfes (12.) kam die Werkself immer besser ins Spiel und drückte den Meister zeitweilig tief in die Defensive. Die beste Chance in dieser Phase hatte Stefan Reinartz, sein Kopfball nach Freistoß-Flanke von Renato Augusto wurde aber wieder von Weidenfeller entschärft (24.). Leverkusen stand dagegen hinten sicher und ließ auch bis zur Pause keine echte Gelegenheit der Dortmunder zu.

Die letzte Viertelstunde der ersten Halbzeit war davon geprägt, dass die Gastgeber dem BVB das Feld überließen, Gelb-Schwarz mit der optischen Überlegenheit aber wenig anfangen konnte und zu häufig mit langen Bällen agierte. Wenn es gefährlich wurde, dann nur auf der anderen Seite. Sidney Sam ging aber im Abseits stehend an den Ball und nahm Stefan Kießling so eine gute Chance (36.) und Kießlings Drehschuss war kein Problem für Weidenfeller (40.).

Dortmund verbessert

Beide Teams kamen unverändert aus der Kabine, obwohl gerade Jürgen Klopp in der offensiven Besetzung Grund für einen Wechsel gehabt hätte. Kevin Großkreutz, Shinji Kagawa und auch Götze hingen weitestgehend in der Luft oder bemühten sich zu wenig, den Spielaufbau an sich zu reißen. Robert Lewandowski war dagegen eher zu bemitleiden, als Stoßstürmer ohne gute Zuspiele hat es jeder Spieler schwer.

Doch nach der starken Aktion von Schürrle, als Marcel Schmelzer den Querpass auf Kießling gerade noch klären konnte (47.), war der BVB tatsächlich etwas besser im Spiel. Klopp hatte die richtigen Worte gefunden, erster Beweis war die Schusschance von Kagawa (53.).

Zwei Platzverweise und ein überragender Leno

Dann überschlugen sich der Ereignisse: Zunächst zeigte sich Torwart Bernd Leno im direkten Duell gegen Kagawa bärenstark (61.), nur wenige Sekunden später schindete Augusto mit einer Schwalbe einen Freistoß an der Strafraumgrenze und hatte Glück, nach seiner Gelben Karte im ersten Durchgang von Schiedsrichter Wolfgang Stark nicht vorzeitig zum Duschen geschickt worden zu sein. Den Freistoß setzte Schürrle in die Mauer.

In der 64. Minute sah Kadlec nach einer Grätsche von hinten in die Beine von Götze zurecht die Rote Karte, in der anschließenden Neuordnung der Bayer-Defensive scheiterte der eingewechselte Ivan Perisic mit einem Volleyschuss am erneut glänzend reagierenden Leno (67.). Die Karten waren nun völlig neu gemischt, die Dortmunder hatten Oberwasser und Bayer genügte das Remis, auch wenn die Möglichkeit des entscheidenden Konters im Hinterkopf sicher eine Rolle gespielt hat.

Leno zeigte beim Schuss von Kagawa die nächste ganz starke Parade (75.), wenig später sah mit Götze dann auch ein Dortmunder den Roten Karton. Der 19-Jährige wurde an der Mittellinie vom eingewechselten Hanno Balitsch gefoult und ließ sich zu einem angedeuteten Nachtreten hinreißen. Da er Balitsch überhaupt nicht traf, war es von Stark eine zumindest diskussionswürdige Entscheidung.

Hummels trifft ... nicht

Auch die Schlussphase hatte noch viel zu bieten. Mats Hummels erzielte nach einem Freistoß die vermeintliche Führung, doch Stark hatte den Ball noch nicht freigegeben (83.). Der zweite Versuch war ähnlich gefährlich, strich aber Zentimeter am langen Pfosten vorbei. Der BVB wirkte weiterhin entschlossener, ein Tor wollte aber nicht mehr fallen. Nach der Länderspielpause geht es für beide Teams mit lösbaren Aufgaben weiter, Bayer reist zum FC Augsburg und die Dortmunder empfangen den anderen Aufsteiger Hertha BSC. Kadlec und Götze werden dann in jedem Fall zuschauen müssen.

Marcus Krämer

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