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1. Bundesliga Leverkusen schlägt Bremen mit 1 -0

Da durfte Michael Ballack endlich wieder einmal von Beginn an ran, konnte in einem über weite Strecken schwachen Spiel aber keinerlei Akzente setzen. Und als er kurz vor Schluss ausgewechselt wurde, leitete ausgerechnet der für ihn gekommene Simon Rolfes den Siegtreffer durch Michal Kadlec ein, der den totalen Fehlstart der Werkself verhinderte.

Seinen 250. Bundesliga-Einsatz hatte sich Michael Ballack sicher anders vorgestellt. Zwar gewann Bayer Leverkusen durch ein Tor von Michal Kadlec (86.) in der Schlussphase mit 1:0 gegen Werder Bremen und wendete nach dem Pokalaus und der Pleite in Mainz den totalen Saisonfehlstart ab. Doch der Ex-Nationalspieler hatte wenig Anteil daran, war 84 Minuten - zugegeben wie ein Großteil seiner Teamkollegen auch - eher wirkungslos über das Feld gelaufen.

Erst als er gegen Simon Rolfes ausgewechselt worden war, drehte sich das Blatt zugunsten der Werkself. Rolfes bereitete gegen insgesamt schwache Bremer den Siegtreffer vor. Bernd Leno, die Leihgabe vom VfB Stuttgart, verlebte ein insgesamt ruhiges Debüt im Tor der Leverkusener, da die Gäste offensiv nicht zu zwingenden Aktionen und nennenswerten Chancen kamen.

Ballack durfte von Beginn an ran

Auf den verpatzten Saisonauftakt hatte Robin Dutt mit einigen Änderungen reagiert. Leno hütete erstmals das Tor, Gonzalo Castro erhielt den Vorzug vor Daniel Schwaab, Stefan Kießling in der Spitze vor Eren Derdiyok und Ballack durfte zunächst anstelle des etatmäßigen Kapitäns Rolfes ran.

Bei den Bremern musste Thomas Schaaf auch aufgrund von Verletzungen umbauen. Sebastian Prödl ersetzte Andreas Wolf in der Innenverteidigung, im Mittelfeld agierten Wesley und Mehmet Ekici für Philipp Bargfrede und Marko Marin, Clemens Fritz agierte als Sechser.

Schwache, tempolose erste Hälfte

Nach einer auf beiden Seiten verhaltenen Anfangsphase hatte Leverkusen die erste Torgelegenheit der Partie. Nach einem Angriff über links durch Michal Kadlec hatte Stefan Kießling den Ball aus dem Sechzehner zu Renato Augusto zurückgelegt. Dessen Schuss von der Strafraumgrenze klärte Tim Wiese aber mit starker Parade zur Ecke (13.). Es sollte für lange Zeit der einzige Höhepunkt in der tempolosen ersten Hälfte bleiben.

Bayer übernahm in der Folge zwar mehr und mehr die Initiative, konnte sich gegen die kompakte Bremer Hintermannschaft aber keine weiteren nennenswerten Chancen erspielen. Das Spiel der Hausherren war zu statisch. Zündende Ideen aus dem Mittelfeld von Ballack blieben Mangelware, zu häufig versuchte Bayer es durch die Mitte, anstatt wie bei der einzigen Großchance über außen zu kommen.

Daher plätscherte die Partie weitgehend ereignislos dahin, bis Werders Lennart Thy nach Zuspiel von Sokratis Papastathopoulos plötzlich frei vor Leno auftauchte, den Ball vom Fünfmeterraum aber über das Tor schoss (35.). Ähnlich schwach war der Abschluss von Kießling kurz vor dem Pausenpfiff. Endlich hatte Leverkusen das Tempo forciert, André Schürrle sich stark gegen Sokratis und Ekici durchgesetzt und den Sturmpartner steil eingesetzt. Doch Kießling entschied sich statt eines Lupfers für einen Flachschuss und blieb an Wiese hängen (45.).

Rolfes-Einwechslung bringt die Entscheidung

Die zweite Hälfte startete zerfahren mit vielen Zweikämpfen und kleinen Fouls. Beide Teams überboten sich weiter an Einfallslosigkeit. Schaaf reagierte nach einer Stunde, brachte Marin für Ekici und Claudio Pizarro für Thy. Werder tat dadurch deutlich mehr für die Offensive, Dutt reagierte und ersetzte den Augusto durch den defensiveren Hanno Balitsch. Außerdem kam Derdiyok für den schwachen Kießling.

Das Spiel wurde zwar besser, richtige Torraumszenen ergaben sich nicht, stattdessen prägten Weitschüsse die Szenerie. Marins Versuch flog vorbei, Kadlec scheiterte auf der anderen Seite an Wiese und Aaron Hunts abgefälschter Schuss konnte Leno im Nachfassen vor dem heranstürmenden Marco Arnautovic, der kurz zuvor eingewechselt worden war, unter Kontrolle bringen.

Ausgerechnet mit der Auswechslung von Ballack sieben Minuten vor dem Ende leitete Dutt dann den Sieg seiner Mannschaft ein. Ersatzmann Rolfes hatte artistisch vom zweiten Pfosten aus Kadlec eingesetzt, der aus kurzer Distanz zum erlösenden 1:0 traf (86.).

Malte Asmus

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