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100 Jahre Mainz 05: "Harry Potter" und der Karnevalsverein

96 von 100 Jahren waren die 05er aus Mainz eine graue Maus in der deutschen Fußball-Landschaft. Dann kam Jürgen Klopp und änderte alles.

Fröhlichkeit und Lebensfreude sind in dem 1905 gegründeten Fußball- und Sportverein aus der Fastnachts-Hochburg Mainz tief verwurzelt. Davon können sich an diesem Mittwoch auch Bundesinnenminister Otto Schily, der rheinland- pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck und der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, überzeugen, wenn der Geburtstag des Bundesligisten im Mainzer Staatstheater mit 900 geladen Gästen gefeiert wird.

96 Jahre lang waren die 05er eine graue Maus in der deutschen Fußball-Landschaft. Wie es sich für einen selbst ernannten Karnevalsverein geziemt, stellte ein Rosenmontag, es war der 27. Februar 2001, die kleine Welt der Rheinhessen auf den Kopf. Die Mainzer griffen im Zweitliga-Abstiegskampf wieder einmal zum Allheilmittel Trainerwechsel und zauberten einen 34-Jährigen aus dem Hut, dem als "Harry Potter" bald magische Fähigkeiten angedichtet wurden. Sein Name: Jürgen Klopp.

Mit Klopp kam der Optimismus

325 Mal hatte er das FSV-Trikot im Unterhaus getragen. Als Novize ohne Trainerschein, aber mit der Ausbildung als Diplom-Sportlehrer, führte der Schwabe den FSV auf die große Fußball-Bühne. "Wir werden als die größten Wiederaufsteher in die Geschichte eingehen", sagte Klopp. Seinen unerschütterlichen Optimismus übertrug er auch auf den Club und die Stadt, als 2003 der Aufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs um einen Punkt und zwölf Monate später um ein Tor verpasst worden war. Mainz 05 ist Kult, und wenn der FSV den Klassenverbleib in dieser Saison schafft, bauen die Fans dem Coach ein Denkmal, direkt neben dem des Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdrucks.

Seit 1905 frönen die Mainzer der "englischen Krankheit"

1905 galt das in England erfundene Fußballspiel noch als sozial geächtet. Acht junge Männer frönten trotzdem der "englischen Krankheit" und wollten mit der Gründung des Mainzer Fußball-Clubs "Hassia" am 16. März raus aus der Illegalität. Eugen Salomon, gerade mal 15 Jahre alt, führte den Club, der nach zwei Fusionen von 1919 an als 1. Fußball- und Sportverein Mainz 05 firmierte, in den Süddeutschen Verband und ebnete den Weg zu Toren und Titeln.

Ungewöhnliche Wege sind Mainzer Art. Walter Strutz, Vater von Präsident Harald und von 1951 bis zu seinem frühen Tod 1956 Vorsitzender des Vereins, gab Darlehensscheine in Höhe von 25 Mark aus, um den Ausbau des Bruchwegstadions finanzieren zu können. Die kluge Idee griff, die finanziellen Sorgen wurden behoben.

Der größte Fehler der Vereinsgeschichte

Weniger schlau agierten die Nachfolger 1976, als sich die 05er gerade in der 2. Liga akklimatisiert hatten. 600.000 Mark Schulden drückten den Club, die Zuschauer blieben aus und der Vorstand beschloss die freiwillige Lizenz-Rückgabe. Ein Novum im deutschen Fußball. Die Mainzer brauchten zwölf Jahre, um sich vom "größten Fehler der Vereinsgeschichte", wie Zeitzeugen meinen, zu erholen.

Erst von 1990 an kehrten die Mainzer dauerhaft ins Profigeschäft zurück. Mit Rechtsanwalt Harald Strutz an der Vereinsspitze. Ihm zur Seite Vizepräsident Peter Arens, Schatzmeister Friedhelm Andres und ein jugendlicher Christian Heidel, der den Manager gab. Ehrenamtlich ist ihr Tun bis heute geblieben - dennoch professionell. Aus dem "wilden Gebilde" Anfang des 20. Jahrhunderts ist ein mittelständisches Unternehmen mit Millionenumsatz geworden. "Wir haben bewiesen, dass es auch ohne fest angestelltes Management geht. Ehrenamtlichkeit bedeutet nicht Amateurhaftigkeit", sagt Strutz.

Detlef Rehling/DPA / DPA

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