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125-Jahr-Feier: 3-Gänge-Menü nur für Männer - FC Basel speist seine Fußballerinnen mit Sandwiches am Katzentisch ab

Die Jubiläumsfeier zum 125-jährigen Bestehen des FC Basel war offenbar ein Zweiklassenfest. Während die Erstliga-Männer opulent speisten, mussten die Erstliga-Frauen Lose verkaufen und bekamen im Nebenraum belegte Brote zu essen.

125-Jahr-Feier des FC Basel

Showeinlage bei der 125-Jahr-Feier des FC Basel

Der FC Basel hat einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit unternommen. Ungefähr zurück in eine Zeit, als der Verein gegründet wurde, was vor genau 125 Jahren war. Aus diesem Anlass wurde für die Fußballer eine Jubiläumsgala veranstaltet - mit Showeinlagen, 3-Gänge-Menü und was sonst noch dazugehört. Es war offenbar ein schöner Abend, wenn da nicht diese Sache mit den Fußballerinnen gewesen wäre. Denn die Vereinsführung hielt es für eine gute Idee, die Erst-Liga-Fußballerinnen mit einer Aufgabe zu betrauen: Sie mussten Tombola-Lose verkaufen. Und nach getaner Arbeit gab es kein 3-Gänge-Menü für sie, sondern belegte Brote im Nebenraum.

Frauenfußballerinnenfeindliche Feier

Die Schweizer Presse berichtet, dass der der lieblose wie diskriminierende Umgang mit den Fußballerinnen (derzeit Tabellenvierter in der ersten Liga) am Mittwochabend selbst nur vereinzelt für Ärger gesorgt hat. Als die Ehefrau eines FCB-Spielers davon gehört habe, dass für die Spielerinnen kein Tisch reserviert worden sei, sei ihr "der Kragen geplatz", schreibt "Primenews". Die richtige Welle der Empörung brach dann am nächsten Tag über den FC Basel herein. Sogar der US-Nachrichtensender CNN soll beim Verein angerufen haben, um wegen der Frauenfußballerinnenfeindlichen Feier nachzufragen.

Gianna Hablützel-Bürki, Abgeordnete der Schweizer Volkspartei und ehemalige Profi-Fechterin sagte, sie sei "schockiert". "Ich fühle mich als Frau und auch als ehemalige erfolgreiche Spitzensportlerin um einige Jahre zurückversetzt", so Hablützel-Bürki in "Primenews". Die Buchautorin Regula Stämpfli sagte: "Vor dem Sexismus ist man leider nicht mal auf dem Mars sicher und zuallerletzt in irgendeiner Fussballliga". Für den Basler Sozialdemokraten Pascal Pfister ist die Sache "einfach nur peinlich."

Kein Platz für die Spielerinnen

Der Verein selbst versteht die ganze Aufregung nicht: "Unsere Fussballerinnen haben an der Gala Tombola-Lose verkauft und sind ihre Aufgabe mit viel Engagement angegangen. Unter anderem dank ihrem Einsatz brachte die Jubiläumsgala einen Ertrag von 250.000 Franken ein", heißt es beim FC Basel. Dass die Sportlerinnen in einem Nebenraum abgeschoben wurden, erklären die Verantwortlichen mit Platzmangel: "Da der FCB so viele Plätze wie möglich der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen wollte, wurden – abgesehen von der 1. Mannschaft sowie der Club- und Geschäftsleitung – keine weiteren internen Abteilungen eingeladen."

Diese "Ausrede" der Funktionär, empfindet Gianna Hablützel-Bürki als "peinlich, entwürdigend und fast schon widerlich." Neben den Veranstaltern bekommen auch die Sportlerinnen und deren Trainer ihr Fett weg. Thomas Moritz wird dafür kritisiert, dass er sich nicht für sein Team eingesetzt hat, und seine Fussballerinnen, weil sie sich mit dieser Rollen zufriedengebeben hätten, wie die konservative Politikerin Elisabeth Schneider-Schneiter beklagt. "Ich bin enttäuscht vom FCB – aber vor allem von den Spielerinnen, dass sie diesen Job überhaupt angenommen haben. Die Frauen müssten lernen, sich zu wehren und sich für ihre Ansprüche stark zu machen".

Quellen: "Primenews", "Kurier.at", FC Basel auf Twitter, Erste Liga

nik

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