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2. Bundesliga: Die 2. Liga im sportal.de-Check

Drei Wochen vor den Kollegen aus der 1. Liga öffnet das Unterhaus seine Pforten. Wie immer stellt sich im Vorfeld die Frage, wer den Aufstieg in die Bundesliga schaffen wird, wie stark die Absteiger sind und was von den Neuankömmlingen zu erwarten ist. Im ersten Teil des großen 2. Liga-Checks erklärt sportal.de, wer gegen den Abstieg kämpft.

Drei Wochen vor den Kollegen aus der 1. Liga öffnet das Unterhaus seine Pforten. Wie immer stellt sich im Vorfeld die Frage, welche Vereine den Aufstieg in die Bundesliga schaffen, wie stark die Absteiger sind und was von den Neuankömmlingen zu erwarten ist. Im ersten Teil des großen 2. Liga-Checks erklärt sportal.de, wer gegen den Abstieg kämpft.

Die Kogge aus dem Osten

Völlig ungefährdet hat sich Hansa Rostock das Ticket für die 2. Bundesliga gesichert. Der einstige Spitzenclub hat damit den ersten Schritt geschafft, sich wieder dauerhaft im gehobenen Profifußball zu platzieren. Um dort zu bleiben, braucht der Aufsteiger eine intakte Mannschaft, wie Kapitän Sebastian Pelzer auf kicker.de zu berichten wusste. "Voraussetzung ist, dass wir wieder so als Mannschaft zusammenwachsen, wie das in der vergangenen Saison der Fall war." Auch Trainer Peter Vollmann hatte erklärt, dass sich das Team eigentlich erst einmal in der 3. Liga stabilisieren wollte, die Geschlossenheit dann aber letztendlich zum Aufstieg geführt habe.

Der Zusammenhalt ist dabei die größte Stärke, die Hansa in die Waagschale werfen kann. Zwar blieben so gut wie alle Leistungsträger im Verein - mit Ausnahme von Martin Stoll (Dynamo Dresden) und Tom Trybull (Werder Bremen) -, doch die Probleme gerade im Sturmzentrum bleiben. Ob der klammen Finanzlage war die Zurückhaltung auf dem Transfermarkt eine notwendige Tugend, dennoch kamen mit Marek Mintal, Timo Perthel, Tino Semmer und Pavel Kostal vier neue Spieler, von denen gerade Phantom Mintal als Hoffnungsträger in der Offensive angesehen wird.

Tom Weilandt, Verteidiger Pelle Jensen und Torhüter Johannes Brinkies kamen aus der Jugend und sollen nicht nur die Breite des Kaders verstärken. Der Etat wurde von gut acht Millionen auf etwa 14 Millionen Euro angehoben, dennoch müssen noch Kosten gesenkt werden. So wurde der Posten des Chef-Scouts als Teilzeitstelle eingeplant, zudem werden die Stellen der Physiotherapeuten und Platzwarte ausgegliedert.

In den bisherigen Vorbereitungsspielen hielt sich Hansa schadlos, in acht Spielen gab es sieben Siege gegen zumeist unterklassige Gegner. Zuletzt gewann Rostock allerdings gegen Brøndby IF Kopenhagen mit 2:1. Doch auch in dem Spiel wurde deutlich, dass die Verwertung der Chancen das große Manko ist. Geschlossenheit allein reicht nicht, um in der 2. Liga zu bestehen und so geht es als 18. der Tabelle zurück in die 3. Liga.

Der Exot aus Ostwestfalen

Der SC Paderborn ist nach dem Abstieg von Arminia Bielefeld der einzige Vertreter aus Ostwestfalen und gehört nicht nur dadurch zu einer gefährdeten Spezies. Der Kader hat sich im Vergleich zur abgelaufenen Spielzeit verändert, Spieler wie Daniel Masuch (Preußen Münster), Jukka Raitala (TSG Hoffenheim), Toni Wachsmuth (Chemnitzer FC) und Edmond Kapllani (FC Augsburg) haben den Verein verlassen. Dafür heuerten unter anderem Jens Wissing (Mönchengladbach), Mehmet Kara (Preußen Münster), Matthew Taylor (Ahlen), Nick Proschwitz (FC Luzern) und Jens Grahl (Hoffenheim) in Paderborn an.

Die drittschwächste Offensive der 2. Liga wird wahrscheinlich mit einem komplett neuen Sturm auflaufen und muss zudem die Ungefährlichkeit des Mittelfelds beim Erzielen von Toren abstellen. Mit dem starken Techniker Kara, der in Münster fünf Tore erzielte und sieben auflegte, könnte dies gelingen. Dennoch muss Paderborn vier der ersten sechs Spiele in der Fremde austragen.

Dort fühlten sich die Ostwestfalen nicht sonderlich wohl. In der Spielzeit 2010/11 holte man gerade einmal zwölf Punkte in der Fremde, und wenn auch diese Schwäche nicht abgestellt werden kann, läuft das Team von Beginn an einem Rückstand hinterher. Zwar gelang die Generalprobe im Testspiel gegen RW Oberhausen, doch am Ende der Saison reicht es für den SC Paderborn nur zu Rang 17 und dem Abstieg in Liga 3.

Die Schanzer am Scheideweg

Platz 14 stand für den FC Ingolstadt nach Ablauf der vergangenen Spielzeit zu Buche und Trainer Benno Möhlmann kann fast auf den gesamten Kader aus der letzten Saison setzen. Einzig Márkó Futács (Werder Bremen) und Makus Karl (Union Berlin) verließen den Verein, dafür konnten die Süddeutschen sich die Dienste von Leo Haas sichern, der bei der SpVgg Greuther Fürth sechs Tore und fünf Vorlagen zu einer guten Saison beisteuerte. Mit Andreas Schäfer (KSC) und Ramazan Özcan (Hoffenheim) kamen zwei weitere Akteure, die eine Steigerung der Qualität bedeutet könnten.

Dem homogenen Kader, der auf allen Positionen einen Backup zur Verfügung hat, mangelt es allerdings an Qualität im Sturm, die in den ersten Testspielen noch kaschiert wurden - allerdings gegen deutlich schwächere Teams. Die letzten beiden Testspiele gingen dann verloren. Erst setzte es eine derbe Packung gegen den Drittligist SV Wehen Wiesbaden. Beim 1:6 wirkte dann auch die Defensive in vielen Situationen orientierungslos und bei der 2:4-Schlappe gegen den HSV wurden Defizite im Abwehrverbund offensichtlich.

"Die Mannschaft hat jetzt gesehen, dass es nicht von alleine läuft. Sie hat zuletzt 16 Tage hart gearbeitet und ihre Spiele trotzdem gewonnen. Aber jetzt weiß sie auch, dass es bestraft wird, wenn man nicht konzentriert und engagiert ist", erklärte Möhlmann auf donaukurier.de. Eine direkte Bestrafung wird es zwar nicht geben, aber als Tabellen-16. wird Ingolstadt in die Relegation müssen.

Gunnar Beuth

Im zweiten Teil lesen Sie, welche Vereine die Plätze 13 - 15 belegen.

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