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Abschiedsspiel: Matthäus klagt weiter gegen die Bayern

Lothar Matthäus hat endlich die versprochenen Gelder aus seinem Abschiedsspiel gespendet. Die juristische Auseinandersetzung mit dem FC Bayern München geht dagegen weiter.

Lothar Matthäus hat die Spenden ausgezahlt, aber mit dem FC Bayern München immer noch eine Rechnung offen. Der juristische Streit zwischen dem 41-jährigen Sportdirektor von Partizan Belgrad und dem deutschen Fußball-Rekordmeister ist noch nicht vom Tisch. «Die Klage ruht zur Zeit», sagte Matthäus-Berater Georg Stanggassinger am Dienstag in München, wo der 150-malige Nationalspieler sein Spenden-Versprechen einlöste. Matthäus stellte insgesamt 307.200 Euro für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung. «Ich bin froh, dass das geklärt ist», sagte der Weltmeister von 1990.

Es geht nicht ums Geld

Eine schnelle Einigung in der Anfang Februar bekannt gewordenen Auseinandersetzung scheint nicht möglich. «Es fehlen immer noch wichtige Dokumente», behauptete Matthäus. In der beim Landgericht München I eingereichten Klage geht es nach Angaben von Stanggassinger «um Unterlagen und nicht um Geld.» Streitpunkt ist die Abrechnung des Matthäus-Abschiedsspiels am 26. Mai 2000. Eine Nachzahlung von angeblich 500.000 Euro ist laut Stanggassinger nicht Gegenstand der Klage.

Matthäus ist enttäuscht

«Lothar hofft, dass es zu keinem Gerichtstermin kommt», betonte der Berater, «wir stehen nicht unter Zeitdruck, wollen die Sache aber im Dialog mit dem FC Bayern regeln.» Matthäus hofft auf eine friedliche Lösung. Man sollte vernünftig sein und sich an einen Tisch setzen, so der gebürtige Franke, der über die Entwicklung der Angelegenheit enttäuscht ist. «Was in den vergangenen zwei Jahren und zehn Monaten im Zusammenhang mit dem Spiel passiert ist, macht mich mehr als traurig», sagte Matthäus. Ein persönlicher Brief an Bayern-Manager Uli Hoeneß sei nicht beantwortet worden.

Rummenigge gibt sich gelassen

Der Ex-Profi, der zum Thema Spenden ein vorgefertigtes Statement vorlas, beantwortete bereitwillig alle sportlichen Fragen, zur Auseinandersetzung mit den Bayern verwies er an Anwälte und Berater. «Wir sind hier wegen der Spenden», sagte Matthäus, es sei der falsche Zeitpunkt, «um gewisse Dinge zu kochen, die für mich heute nicht interessant sind.» Bayern-AG-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sieht der möglichen Klage «äußerst gelassen entgegen. Ich glaube nicht, dass er da gut beraten wäre oder auch gut aussehen würde, wenn er gegen den FC Bayern klagt.»

Entschuldigung wegen später Zahlung

Vor der Übergabe der Spenden-Schecks entschuldigte sich Matthäus für die verspätete Zahlung: «Heute würde ich die Spendenabwicklung nicht mehr vom korrekten Verhalten Dritter abhängig machen.» 102.400 Euro gehen an die Egidius-Braun-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Die gleiche Summe dient dem Bau eines SOS-Kinderdorfes in Serbien. Zu den weiteren Empfängern gehören die Organisation «Keine Macht den Drogen», die einen Betrag über 51.200 Euro erhält. Jeweils 25.600 Euro überweist er an das Projekt «Help me» von Stefan Effenberg in Thailand sowie an die bayerische Landesanstalt für Körperbehinderte.

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