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Bayern-Coach in Doha: Guardiola: Hoeneß macht guten Eindruck - Rat für Neuer

Auf Bayern-Coach Guardiola macht Freigänger Uli Hoeneß einen guten Eindruck. Alle seien froh, dass dieser wieder da ist. Derweil gab Pep Manuel Neuer einen pragmatischen Rat zur Weltfußballerwahl mit.

Bayern-Trainer Pep Guardiola setzt auf seinen Keeper Manuel Neuer.

Bayern-Trainer Pep Guardiola setzt auf seinen Keeper Manuel Neuer.

Blendender Laune absolvierte Manuel Neuer sein Torwarttraining. Zwei Tage vor der Weltfußballer-Gala in Zürich machte dem Nationaltorhüter vom FC Bayern die Einheit mit feinen Paraden beim Torschusstraining sichtbar Spaß.

Der 28-jährige Neuer darf neben Cristiano Ronaldo und Lionel Messi beim Festabend in der Schweiz auf Weltfußballer-Ehren hoffen. "Manu muss sehr stolz auf sich sein, weil es sehr schwer ist, einer von den drei besten Spielern in der Welt zu sein", pries Bayern-Trainer Pep Guardiola in Doha die Leistungen seiner Nummer 1 unabhängig vom Ausgang der Wahl - und gab dem Nationaltorhüter einen ganz besonderen Wunsch mit ins Reisegepäck für den Kurztrip.

"Mein Rat ist der selbe an Manuel wie der an Franck vor einem Jahr: Gehe dahin und habe Spaß. Wenn Du gewinnst, ist es gut, wenn nicht, ist es auch gut", erklärte Guardiola, der in den ersten Einheiten auf dem feinen Rasenplatz der Aspire Academy lautstark die Kommandos gab. Vor allem viel Lob von Guardiola konnten die Trainingsbeobachter, darunter der kroatische Nationaltrainer Niko Kovac und dessen Bruder Robert, bei den Passübungen in der Spielfeldmitte vernehmen.

Pep freut sich über Hoeneß-Rückkehr

Freigänger Uli Hoeneß hat auf Guardiola beim Wiedersehen auf dem Vereinsgelände einen guten Eindruck gemacht. "Wir haben gesprochen über Fußball, Fußball, Fußball", sagte er. Hoeneß sei ein bisschen schlanker geworden, seine Stimmung gut gewesen. Alle seien froh, dass er wieder da sei, sagte der Coach der Münchner.

Der einstige Fußball-Manager war am 2. Januar - genau sieben Monate nach Haftantritt - Freigänger geworden. Er darf das Gefängnis unter der Woche tagsüber verlassen, um in der Jugendabteilung des Vereins zu arbeiten. Zum Schlafen muss Hoeneß abends nach Rothenfeld kommen, wo die Haftbedingungen deutlich angenehmer sind als in Landsberg.

Dass der 63-Jährige bereits jetzt Freigänger wurde, deutet darauf hin, dass die Gefängnisleitung die Aussetzung der Hälfte seiner Haftstrafe zur Bewährung für möglich hält. Entscheiden wird dies aber die Strafvollstreckungskammer beim zuständigen Landgericht. Im Falle ihrer Zustimmung wäre Hoeneß im Frühjahr 2016 ein freier Mann. Er war am 2. Juni 2014 ins Gefängnis gegangen. Am 13. März 2014 hatte ihn das Landgericht München wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Keine Verletzungen oberstes Ziel

"Dass sich keiner im Trainingslager verletzt ist das erste Ziel, danach fokussieren wir uns auf die Spielweise", sagte der spanische Starcoach, der vor den deutschen, einheimischen und internationalen Medienvertretern im Teamhotel rund 40 Minuten sprach. Auch seine Profis waren gefragt, etwa Dante und Thomas Müller bei einer Signierstunde vor einigen hundert Autogrammjägern.

Auf dem Platz ging es gleich in den ersten Einheiten schweißtreibend zur Sache. "Jetzt haben wir angefangen für den zweiten Teil der Saison", sagte Guardiola. Im Trainingslager habe man mehr Zeit, an den taktischen Feinheiten zu arbeiten statt in den kräftezehrenden englischen Wochen. "Mein Ziel ist es, jeden Tag besser zu spielen, weil man dann für die wichtigen Spiele ein besseres Vertrauen hat", wiederholte er eine Maxime.

Schalke erster Gegner

Drei Wochen hat der Spanier nun Zeit, sein Team für den Knüllerstart gegen den schon um elf Punkte distanzierten Tabellenzweiten VfL Wolfsburg einzustimmen. Der folgende Gegner heißt dann Schalke 04, aktueller Trainings- und Hotelnachbar in Doha. "Wenn wir in der Lage sind, die ersten fünf, sechs Spiele gut zu spielen, haben wir einen überragenden Schritt für die Verteidigung unseres Bundesliga-Titels gemacht", sagte Guardiola.

Auf ihre erste Einheit in Doha mussten Mario Götze und Juan Bernat auch am Samstag noch warten. Bernat musste bislang in Katar wegen einer Erkältung passen, Götze wegen eines Magen-Darm-Infekts. Auch für Medhi Benatia, der wegen Rückenbeschwerden das Training vorzeitig beenden musste, prognostizierte der spanische Coach eine Rückkehr ins allgemeine Übungsprogramm am Sonntag. Am Samstag setzten derweil Javi Martínez und David Alaba ihr Aufbautraining fort. Claudio Pizarro absolvierte wegen leichter muskulärer Probleme Einzeltraining.

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