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Bayerns 5:2-Sieg gegen Bremen: Aufbauspiel für den leidenden Ribéry

Der hohe Sieg der Bayern gegen Bremen hat für das Duell gegen Real Madrid kaum Aussagekraft. Hauptsache ein gutes Gefühl mitgenommen, lautet der Tenor. Vor allem bei Franck Ribéry.

Von Tim Schulze

Zuletzt hatte man das Gefühl, dass die Bayern vor allem ein Problem haben: Franck Ribéry. Außer Form und glücklos spielte der französische Superstar. Gegen Braunschweig vor einer Woche war das verkraftbar, Meister sind die Bayer ja schon. Doch sein Auftritt im Halbfinale gegen Real Madrid war besorgniserregend – vor allem für die Bayern. Denn sie brauchen Ribéry in guter Form, um Real zu schlagen. Zumindest wäre es sehr hilfreich. Sogar der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge beteiligte sich unter der Woche an Erklärungsversuchen. Es sei wohl die verlorene Wahl zum Weltfußballer des Jahres, die dem Star die Laune verdorben habe.

Deshalb war die bedeutungslose Bundesliga-Partie gegen Bremen vor allem eines: ein Aufbauspiel für die leicht angeknackste Psyche der Münchner und ihren leidenden Franzosen. Schließlich geht es am Dienstagabend gegen Real Madrid um das große Ziel, das Triple zu verteidigen. Und Gott sei Dank, muss man aus Münchner Perspektive sagen, ist das gelungen.

Alle herzen Ribéry

In einem unterhaltsamen Spiel bei bestem Fußball-Wetter tat Ribéry schon vor dem Seitenwechsel etwas für sein angekratztes Selbstvertrauen. Nach wunderbarem Pass des starken Pizarro schloss er zum Ausgleich ab. Im 13. Pflichtspiel gegen die Bremer war es das elfte Tor des Franzosen. Erleichtert rannte Ribéry zur Eckfahne: Ein kräftiger Freudensprung, danach rückten die Kollegen reihenweise zur Gratulation an. "Ribéry, Ribéry"-Sprechchöre wurden im Stadion angestimmt. Die Münchner Fans wissen, dass Ribéry Zuwendung braucht, um seine Bestleistung abzurufen.

Beim Ausgleich spielte Ribéry von der Grundlinie einen Pass aus der Drehung, den Thomas Müller auf den Torschützen Claudio Pizarro verlängerte. Das blitzten seine Fähigkeiten auf, so man sie kennt. Mit weiteren Toren von Pizarro (mit Doppelpack), Bastian Schweinsteiger und Arjen Robben drehten die Münchner die Partie nach einem 1:2-Pausenrückstand. Die Treffer für Werder hatten Theodor Gebre Selassie und Aaron Hunt in der ersten Halbzeit erzielt.

Gut für die Stimmung

"In der zweiten Halbzeit waren wir besser und haben gewonnen. Der Sieg ist gut für Madrid, für die Stimmung. Aber es wird ein komplett anderes Spiel", sagte Trainer Pep Guardiola. Wohl wahr. Denn das gute Resultat und die nach oben zeigende Formkurve von Ribéry täuschten nicht darüber hinweg, dass die Bayern wieder anfällig für Konter waren. Dazu gab es zahlreiche Ballverluste im Spielaufbau. "Die Fans tun mir leid, weil sie es nicht verdienen, so eine erste Hälfte zu sehen. Es ist das erste Mal, seit ich hier Trainer bin, dass ich enttäuscht von meinen Spielern bin", kommentierte Guardiola die missratenen ersten 45 Minuten bissig.

Dennoch gehen die Bayern mit Rückenwind in das Duell gegen Real. "Das Spiel (gegen Bremen) ist nicht wichtig, sondern die Stimmung ist wichtig, wir müssen schauen, dass wir bis Dienstag alles Positive freisetzen", erklärte Thomas Müller.

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