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Beckham gegen Zidane: Das Duell der Giganten

Fußball-Mutterland England gegen Titelverteidiger Frankreich - Popstar Beckham gegen Zauberer Zidane: Vor dem Giganten-Duell heute abend in Lissabon spucken beide Superstars ungewohnt forsche Töne.

Popstar Beckham gegen Zauberer Zidane - die "königlichen" Rivalen lassen vor zwischen England und Titelverteidiger Frankreich am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF live) die Muskeln spielen. "Wir sind reif für den Titel, und gegen Frankreich spielen wir auf Sieg, keine Frage", tönte der schöne David. "Es gibt keinen Zweifel, dass wir gewinnen. Eine Niederlage ist ausgeschlossen", sagte Zinedine Zidane, sein Gegenspieler "Equipe tricolore".

Beim "Familientreffen" im Estadio da Luz stehen sich ein halbes Dutzend französischer Legionäre, die beim FC Chelsea oder bei Meister FC Arsenal in London gutes Geld verdienen, und zehn englische Kollegen aus der Premier League gegenüber.

Frankreichs Trainer Jacques Santini, der in der kommenden Saison als Chef bei Tottenham Hotspur ebenfalls ein Insulaner wird, freut sich auf das "englische Derby", bei dem es allerdings nicht freundschaftlich zugehen wird. "Wir werden sie von ihrem hohen Ross herunter holen", drohte Paul Scholes von Manchester United den französischen Stars von "Erzfeind" Arsenal.

Zidane: "Bereit für den D-Day"

"Wir wissen, was wir zu tun haben - bereit sein für den D-Day", sagte Zidane und erklärte das Duell mit dem Herausforderer in Anlehnung an die Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie zum "Spiel der Entscheidung".

Für den Ball-Virtuosen, der mit Beckham bei Real Madrid das Verlieren lernen musste, und seine hochkarätigen Mitspieler wie Thierry Henry, Robert Pires (beide Arsenal) oder Bixente Lizarazu (Bayern München) geht es um die Rehabilitation für das Desaster bei der Weltmeisterschaft 2002, als die Franzosen ohne Sieg und Tor nach der Vorrunde die Koffer packen mussten.

Frankreich als "Über-Team"

Seit 18 Spielen ist Frankreich unbesiegt. Die vergangenen elf Spiele blieb der Weltmeister von 1998 ohne Gegentor. Mit einem Sieg wäre der Weg frei zum Gruppensieg und zur erfolgreichen Titelverteidigung, was bisher bei einer EM noch keiner Mannschaft gelungen ist. Doch die Engländer wollen den Franzosen die Tour vermasseln, nachdem sie keines der bisherigen drei EM-Duelle gegen den Erzrivalen gewonnen haben.

Eriksson:"Stärker denn je"

"Wir sind stärker denn je und können in Portugal große Dinge vollbringen", erklärte Englands schwedischer Teammanager Sven-Göran Eriksson. Die Schwächen des 33-jährigen Torhüters David James und der Ausfall von John Terry haben dem grenzenlosen Optimismus, dem England immer vor großen Turnieren verfällt, keinen Abbruch getan.

Der Innenverteidiger vom FC Chelsea fiel beim Fitnesstest am Freitag durch und fehlt wegen einer Oberschenkelverletzung. "Es ist zu gefährlich, einen Einsatz zu riskieren", sagte Eriksson, der aber davon ausgeht, dass Terry am Donnerstag gegen die Schweiz dabei ist. Ob Jamie Carragher oder Ledley King für Terry spielen, will Eriksson an diesem Samstag entscheiden.

Die Mannschaft sei besser als vor zwei Jahren bei der WM, sagte der Teammanager, der vor allem auf "Wunderstürmer" Wayne Rooney, mit 18 Jahren jüngster EM-Feldspieler, seine Hoffnung setzt, dass England mit einem erfolgreichen EM-Start das Ende der Titel-Tristesse einleitet. Seit dem WM-Gewinn 1966 hagelte es nur Pleiten: Bei der WM 1990 und der EM 1996 war im Halbfinale Schluss, bei der EURO 2000 schon in der Vorrunde, und bei der WM vor zwei Jahren im Viertelfinale gegen Brasilien.

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