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Britische Nationalelf: "Golden Boy" Beckham aussortiert

Im Länderspiel gegen Griechenland wird David Beckham nicht für das englische Nationalteam auflaufen. Und auch in den weiteren Planungen des neuen Cheftrainers Steve McClaren spielt Becks keine Rolle mehr.

Ohne "Golden Boy" David Beckham plant der neue Cheftrainer Steve McClaren die Zukunft der englischen Fußball-Nationalmannschaft. Der 31 Jahre alte Superstar von Real Madrid steht nicht im Kader für das erste Länderspiel nach der WM gegen Europameister Griechenland am Mittwoch in Manchester und spielt auch in McClarens weiteren Planungen keine Rolle mehr. "Ich habe David meine Entscheidung mitgeteilt und ihm gesagt, dass ich in Zukunft einige Dinge ändern will und David nicht mehr dabei sein wird", sagte McClaren am Freitag in London bei der Bekanntgabe seines Aufgebots, in dem unter anderem Owen Hargreaves vom FC Bayern München steht.

"Es ist ein Neuanfang. Jeder Spieler beginnt bei Null und deshalb habe ich mich entschieden, David nicht zu nominieren", erklärte der 44 Jahre alte Coach, der nach der Weltmeisterschaft den wegen der "Scheich-Affäre" zurückgetretenen Schweden Sven-Göran Eriksson beerbte. Für Beckham ist damit nach 94 Länderspielen die Karriere im Trikot der "Three Lions" wahrscheinlich beendet. "Ich kann vollkommen verstehen, dass sich ein neuer Trainer seinen Namen machen will und ein Team für die nächste WM aufbauen will", ließ der aussortierte Star via Presseerklärung mitteilen.

"Er ist ein fantastischer Spieler."

Der Mittelfeldspieler, dessen Klasse zuletzt nur noch selten aufblitzte, war nach dem Aus im WM-Viertelfinale gegen Portugal als England-Kapitän zurückgetreten. 58 Mal hatte der bei Manchester United zum Weltstar avancierte Beckham die Nationalelf angeführt. "Ich will unbedingt unter dem neuen Trainer und dem neuen Spielführer meinen Beitrag leisten, damit es mit dem englischen Fußball vorwärts geht", sagte Beckham am Tag nach dem WM-K.o. bei einer emotionalen Pressekonferenz. Sogar die WM 2010 in Südafrika hatte er als Ziel genannt.

Sein Förderer Eriksson, der Beckham stets gegen jede Kritik verteidigt hatte, machte sich noch nach der WM für den Freistoß- Künstler stark. "Er ist unser Golden Boy, ein fantastischer Spieler", betonte der Schwede und warnte die scharfzüngige englische Presse: "Lasst ihn in Ruhe, tötet ihn nicht! Denn ihr braucht ihn noch."

McLaren hat Respekt vor Beckham

Nachfolger McClaren jedoch sieht offenbar keine Verwendung mehr für den einstigen Leitwolf, der längst vom neuen Kapitän John Terry sowie den Mittelfeld-Motoren Frank Lampard (beide FC Chelsea) und Steven Gerrard (FC Liverpool) in der Team-Hierarchie überholt worden ist. "Ich will diese Mannschaft in eine andere Richtung führen", sagte McClaren und fügte hinzu: "Ich habe großen Respekt vor David. Er war ein fantastischer Kapitän, ist immer noch ein großartiger Spieler und hat die Nachricht sehr gut aufgenommen."

Beckham, der noch bis zum Sonntag mit dem neu formierten Real-Team auf Testspiel-Tour in den USA unterwegs ist, sandte via Fax seinen Abschiedsgruß an die Fans. "Ich bin stolz, zehn Jahre für England gespielt zu haben. Meine Leidenschaft, mein Land zu repräsentieren, bleibt so stark wie immer."

DPA / DPA

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