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Bundesliga: "So spielt kein Deutscher Meister"

Obwohl Bayern München in Mainz nur Unentschieden spielt, ist dem Titelverteidiger die Meisterschaft wohl nicht mehr zu nehmen - dank eines Patzers des HSV. Ohne Sieger blieb das Spitzenspiel Bremen gegen Schalke.

Der FC Bayern München ist auf dem Weg zur 20. Meisterschaft wohl nicht mehr aufzuhalten. Durch die 0:2-Niederlage des Hamburger SV gegen Bayer Leverkusen und das eigene 2:2- Unentschieden beim FSV Mainz 05 haben die Bayern ihren Vorsprung in der Fußball-Bundesliga auf die Hamburger auf fünf Punkte ausgebaut. Der Verfolger warf schon vorher die Flinte ins Korn. "In der Meisterschaft ist der Zug abgefahren", sagte HSV-Profi Bastian Reinhardt.

"Natürlich bin ich enttäuscht. Aber die Mannschaft hat eine Klasse-Leistung abgeliefert und ist trotz der Niederlage vom Publikum mit Beifall verabschiedet worden", sagte Hamburgs Trainer Thomas Doll nach der vierten Heimniederlage. Im Abstiegskampf schöpfen nach dem 31. Spieltag sowohl der 1. FC Köln als auch der 1. FC Kaiserslautern noch Hoffnung, für den MSV Duisburg ist die Rückkehr in die Zweite Liga dagegen so gut wie sicher.

Frühe Führung des FSV

In Mainz sorgten Mohamed Zidan (9.) und Manuel Friedrich (13.) für die frühe FSV-Führung, die Roy Makaay (29./37.) innerhalb von acht Minuten ausglich. Im Bayern-Lager wurde das Spiel unterschiedlich bewertet. "Respekt, dass wir noch aus dem 0:2 ein 2:2 geschafft haben", sagte Bayern-Trainer Felix Magath lobend. Auch Oliver Kahn blieb gnädig mit seinen Vorderleuten: "Es gibt solche Spiele. Wir waren zunächst gar nicht auf dem Platz. Aber es spricht für unsere Moral, dass wir noch ein 2:2 geschafft haben." Dagegen wütete Manager Uli Hoeneß angesichts der Vorstellung seines Teams: "So spielt keine Mannschaft, die den Anspruch hat, deutsche Meister zu werden."

In der zweiten Sonntagspartie trennten sich im Verfolgerduell Werder Bremen und Uefa-Cup-Halbfinalist FC Schalke mit 0:0. Der Tabellendritte Bremen verkürzte damit den Rückstand auf den HSV auf vier Zähler und wahrte zugleich seinen Sechs-Punkte-Vorsprung auf die "Knappen".

Leverkusen die Mannschaft der Stunde

Mit fünf Siegen in den letzten fünf Spielen ist Bayer Leverkusen derzeit die Mannschaft der Stunde. Mit dem glücklichen 2:0-Erfolg bei den Hanseaten festigten die Rheinländer ihren Uefa-Cup-Platz dank der Tore von Simon Rolfes und Paul Freier. Überragender Spieler bei Bayer war der ehemalige HSV-Torhüter Jörg Butt. "Er hat uns im Rennen gehalten", lobte Leverkusens Coach Michael Skibbe. Auch Sportchef Rudi Völler war zufrieden. "Wir haben im Moment einfach einen Lauf", sagte der ehemalige DFB-Teamchef.

Im Abstiegskampf feierten Eintracht Frankfurt (2:0 in Stuttgart) und der VfL Wolfsburg (1:0 in Bielefeld) überraschende Auswärtssiege. Doch auch die auf den Abstiegsrängen platzierten 1. FC Köln und 1. FC Kaiserslautern feierten Drei-Punkte-Erfolge. "Wir leben noch und haben es selbst in der Hand, drinzubleiben", sagte Daniel Halfar nach seinem 1:0-Siegtor gegen Hannover 96. Drei Punkte hinter den Roten Teufeln rangieren die Kölner.

Beim 3:1-Sieg gegen den MSV Duisburg zeigte Nationalspieler Lukas Podolski seine alte Klasse. "Jetzt sind wir auf Schützenhilfe angewiesen. Aber vielleicht schaffen wir ja noch was", sagte FC-Torhüter Alexander Bade. MSV-Boss Walter Hellmich hat sich mit dem Abstieg abgefunden. "Das Ziel muss der sofortige Wiederaufstieg sein", so der Bauunternehmer.

Im Wettstreit um einen internationalen Startplatz in der kommenden Saison hat sich auch Hertha BSC noch nicht aufgegeben. Die Berliner retteten zwar durch Niko Kovac ein 2:2 bei Borussia Mönchengladbach, hätten die Partie allerdings gewinnen müssen. "Natürlich wäre mir ein Sieg lieber gewesen. Aber jetzt können wir mit einem Sieg im nächsten Heimspiel gegen Leverkusen vorbeiziehen", sagte Torschütze Kovac.

Auf den sechsten Platz, der zur Teilnahme am UI-Cup berechtigt, spekuliert auch noch Borussia Dortmund. Der BVB setzte sich dank zweier Treffer von Florian Kringe mit 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg durch. Dabei gefiel vor allem Nationalspieler Christoph Metzelder mit einer tadellosen Leistung und erntete dafür Lob von seinem Trainer. "Allein für seine unglaubliche Motivation im Training hat sich Christoph ein großes Kompliment verdient", befand Bert van Marwijk.

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