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Bundesliga-Eklat: Werder-Stars prügeln sich

Tritte und Schläge an der Weser: Im Training lieferten sich die Werder-Profis Boubacar Sanogo und Carlos Alberto eine handfeste Schlägerei. "Dieser Mann ist verrückt", sagte Sanogo nach dem Vorfall über seinen Box-Partner. Beide Spieler wurden umgehend suspendiert.

Wenn Werder Bremen am Wochenende zum Gastspiel beim Tabellenletzten Energie Cottbus antritt, werden zwei Spieler fehlen, auch wenn sie nicht verletzt sind: Boubacar Sanogo und Carlos Alberto lieferten sich im Training eine handfeste Schlägerei und wurden umgehend von Trainer Thomas Schaaf für das nächste Bundesligaspiel aus dem Kader gestrichen - trotz der ohnehin schon angespannten Personallage beim Tabellenzweiten. Zusätzlich wurden die Delinquenten bis einschließlich Sonntag vom Mannschaftstraining suspendiert. Sie dürfen bis nächste Woche die Zeit mit Laufen verbringen.

"Wir treffen diese Maßnahme trotz der durch die Verletzungen angespannten Personallage, da wir ein solches Verhalten nicht akzeptieren können", sagte Schaaf nach dem Eklat. Und weiter: "Die Spieler haben eine Vorbildfunktion. Wir müssen uns gegenseitig akzeptieren und miteinander klar kommen. Wer sich so verhält, muss mit den entsprechenden Konsequenzen rechnen".

"Ich verstehe sein Verhalten nicht"

Was die Schlägerei ausgelöst hatte, interessiert ihn nicht, gab der Trainer vor: "Das ist unwichtig." Ein überhartes Einsteigen des Brasilianers Alberto soll der Grund für die Schlägerei gewesen sein. Nur durch das robuste Einschreiten einiger Werder-Profis konnten die Streithähne getrennt werden. "Dieser Mann ist verrückt! Er hat mit voller Absicht gegen meinen verletzten Knöchel getreten. Dabei hatten wir zuvor im Training noch ein paar Späße gemacht. Ich verstehe sein Verhalten nicht", sagte Sanogo nach dem Vorfall.

Carlos Alberto, teuerster Einkauf in der Werder-Geschichte, soll bereits früher durch überhartes Einsteigen gegen Teamkollegen aufgefallen sein. Wie weitere Konsequenzen neben der bereits ausgesprochenen Suspendierung für Sanogo und Alberto aussehen können, wollte Schaaf gestern Abend nicht sagen. Es soll am besten auch gar nicht großartig publik werden: "All das, was folgt, ist, glaub' ich, unsere Sache." Die Strafen dürften aber drakonisch sein.

Vielleicht feiert Klasnic sein Comeback

Für die Partie beim Bundesliga-Schlusslicht in Cottbus wiegt das Fehlen Sanogos - auch wenn er zuletzt angeschlagen war - schwerer als der Ausschluss Albertos, der bisher nur Kurzeinsätze hatte. Das könnte zu einem spektakulären Comeback führen: Ivan Klasnic, dem vor knapp einem Jahr eine Niere transplantiert worden war, könnte zu einem Einsatz kommen.

DPA/tis / DPA

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