VG-Wort Pixel

Bundesliga im stern-Check Und ewig grüßt die Bayern-Dominanz – die Saison ist schon jetzt wieder zur Langeweile verdonnert

Bayern München-Spieler jubeln
Die ewige Jubeltraube: Bayerns Spieler nach ihrem Sieg gegen RB Leipzig
© Ronny Hartmann / AFP
Ist es noch zu früh in der Saison, um sich in der Frage der Meisterschaft festzulegen? Nein. Nach dem Spiel gegen RB Leipzig ist klar: Es droht die nächste Spielzeit mit fader Bayern-Dominanz. Da kann Wolfsburg ungeschlagen sein, wie es will. 

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 4. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltags

Jude Bellingham fängt Bier I
Ein "Beer-Lingham": Erst den Becher ins Visier nehmen ...
© Rolf Vennenbernd / DPA
Jude Bellingham fängt Bier II
... und ihn dann mit einem Lächeln auffangen.
© Rolf Vennenbernd / DPA

Der "Aufreger" ist eigentlich der "Auffänger des Tages": Jude Bellingham lächelte fast ein wenig, als er plötzlich diesen Becher in der Hand hielt, es schwappte noch ein ordentlicher Schluck Schaum heraus. Da hing er gerade am Rücken von Erling Haaland, der an der Eckfahne seinen Elfmeter zum 4:3 bejubelte. Der Frust der Leverkusener Fans über den Dortmunder Siegtreffer war verständlich, Bayer lieferte ein grandioses Spiel ab, doch mit Bierbechern zu werfen, ist nicht die feine Art (Wenn's dumm läuft, sogar eine saudumme Art). Doch so geschah es und zum Glück war auch nicht viel passiert. Der 17-Jährige, vom englischen Boulevard prompt Jude "Beer -Lingham" genannt, postete später den Satz: "Perfekter Tag für mein erstes Bier... Bin kein Fan." Naja, kann ja noch werden.

Gewinner des Spieltags

Vier Spiele, drei Tore. Bei Robert Lewandowski oder Erling Haaland wäre diese Statistik nicht weiter erwähnenswert – anders bei Anthony Modeste. Denn drei Treffer sind exakt drei Treffer mehr als der Köln-Stürmer in der vergangenen Saison geschossen hat. Sein aktueller Trick: Er hält bei einer Flanke seinen Kopf hin. Ganz früher hatten Manfred "Bananenflanke" Kaltz und Horst "Kopfballungeheuer" Hrubesch dieses Erfolgsrezept beim HSV perfektioniert. Als Modeste im Herbst 2018 nach einer verkorksten Zeit in China wieder zum FC zurückgekehrt war, stieß er dort auf Jhon Cordoba und Simon Terodde, dem damals besten Sturmduo der 2. Liga. Manche fragten sich, ob es da noch mehr Stürmer brauchte. Brauchte es nicht. Also ging Modeste wieder, kehrte erneut zurück und traf mit Steffen Baumgart auf einen No-Firlefanz-Trainer. Das passt offenbar, denn der 1. FC Köln hat den besten Saisonstart seit fünf Jahren hingelegt.

 

Verlierer des Spieltags

Die Meisterschaft. Ja, gut, es sind erst vier Spieltage absolviert, von oben grüßt ungeschlagen nicht der FC Bayern München sondern der VfL Wolfsburg. Klingt nach Spannung? Schön wäre es. Was sich nach dem Supercup-Sieg des Dauermeisters über den BVB angedeutet hat – die Fortsetzung der öden Dauerdominanz – setzt sich mit dem 4:1 gegen Neu-Rivale RB Leipzig fort. Es dürfte also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sich die Münchener wieder auf Platz eins festsetzen, und dort bis zum 14. Mai 2022 bleiben werden. Niemand kann dem Klub vorwerfen, dass er sich mit den Besten verstärkt (Nagelsmann, Upamecano, Sabitzer) und die Konkurrenz so praktischerweise schwächt. Aber attraktiver macht es das Produkt Bundesliga nicht.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Bis gegen 17 Uhr am Samstagabend war es Raphaël Guerreiro, der das schönste Tor des Spieltages erzielt hatte: ein aus rund 15 Metern, wunderbar direkt in den rechten Winkel gezauberter Freistoß zum 3:3 für Borussia Dortmund. Ungefähr dreieinhalb Stunden später traf dann der Leipziger Konrad Laimer aus 20 Metern – nur aus dem Spiel heraus, und gegen diesen Strahl von einem Schuss hatte Manuel Neuer keine Chance. Auch wenn der Treffer nichts an der Niederlage Leipzigs änderte. Eigentlich sollten Sie beide Tore noch einmal sehen.

Trikot des Tages

Schwarzes Ausweichtrikot Köln
Das Ausweichtrikot des 1. FC Köln, ein echter Hingucker – auch, weil außer ein paar Kragenelemente auf den ersten Blick nicht viel zu erkennen ist, nicht einmal der Trikotsponsor. Was wiederum auch Aufmerksamkeit erregt. Borussia Dortmund hatte vor zwei Jahren eine ähnliche Idee. Damals war das gesamte Outfit noch schwärzer (in Anlehnung ans Kohlerevier), kam aber nur bei einem Spiel zum Einsatz. Das könnte bei den Rheinländern diese Saison anders werden.
© Philipp von Ditfurth / DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker