HOME

Bundesliga-Start: Passt auf den Felix auf

Nach nur 30 Tagen Pflichtspielpause startet die Fußball-Bundesliga in die Rückrunde. Die Jagd auf den erklärten Titelfavoriten FC Bayern ist eröffnet. Aber was passiert eigentlich auf den hinteren Plätzen?

Von Klaus Bellstedt

Genug pausiert, getestet und geredet: Nach 30 Tagen Winterpause nimmt die Fußball-Eliteklasse den Spielbetrieb wieder auf. Titelfavorit ist für 13 von 18 Bundesligatrainern - Überraschung: der FC Bayern. Aber klar ist auch, dass Meister Dortmund - auch wenn Marco Reus erst im Sommer zum BVB wechselt - den Münchenern in jeder Beziehung ordentlich Feuer machen wird. Kommt es zu einem Zweikampf der Giganten um die Schale? Vieles spricht dafür.

Und was geht dahinter? Schalke macht einen sehr stabilen Eindruck. Auch wenn die Zukunft von Jefferson Farfan weiter ungeklärt ist, S04 ist ein sicherer Kandidat für die Champions League. Die Chance darauf ist für Schalke auch deshalb so groß, weil der Bundesliga in der kommenden Saison ein vierter Startplatz zusteht. Auf dem steht derzeit noch Borussia Mönchengladbach. Mit einem Marco Reus in der Form der Hinserie erscheint ein Platz unter den ersten sechs realistisch.

Den könnte auch Werder erreichen. Nach der blamablen Saison 2010/2011 wäre das absolut ok, aber man weiß nie bei Werder: Kriegt Schaaf seine Abwehr nicht endlich dicht, könnte die Truppe auch ins Niemandsland der Liga abrutschen - also alles ab Platz sieben. Eher als Werder könnte noch Leverkusen (derzeit 6.) durchstarten. Barnetta und Renato Augusto, zwei wichtige Spieler von Bayer, sind nach langen Verletzungen wieder auf dem Sprung. Problem bei Leverkusen: Das Achtelfinale in der Champions League gegen den FC Barcelona hält schon jetzt die ganze Stadt im Atem. Das könnte Konzentration kosten.

Bei den Mannschaften aus dem Mittelfeld könnte sich am ehesten der von Felix Magath gnadenlos aufgepimpte VfL Wolfsburg (Platz 12) noch verbessern. Während ein Drittel der Clubs in der Winterpause keine Transfers tätigte, war Magath mal wieder hyperaktiv. Um Anschluss nach oben zu finden, rüstete er mit VW-Millionen ordentlich nach. Für bisher acht Neuzugänge blätterte der Konzern knapp 30 Millionen Euro hin. Selbst Insider haben angesichts des ständigen Kommen und Gehens den Überblick über den Riesenkader verloren. Aber ein paar Gute sind schon dabei. Das hat die Vorbereitung gezeigt.

Im Keller wird's spannend.

Wäre jetzt schon Schluss, würden sich Köln (10.), Stuttgart (8.), die Hertha (11.) und Hoffenheim (9.) wohl nicht weiter beschweren. Trist ist’s im Mittelfeld, aber sicher. Klar, nur der HSV meldet unter Fink, der bis jetzt nur Remis' kann, höhere Ansprüche an. Wie schrieb Mario Basler so schön in der "Bild" über den Bundesliga-Dino? "Riesige Euphorie beim HSV! Warum? Weiß keiner so genau. Ist aber in Hamburg so üblich: Vor Hin- und Rückrunde auf dicke Hose machen, dann von der Konkurrenz den Hintern versohlt bekommen - und hinterher wieder rumjammern."

Im Keller wird's spannend. Mit einem neuen Trainer versucht es Schlusslicht Freiburg, bei dem Christian Streich die Nachfolge von Marcus Sorg antrat. Für die Breisgauer dürfte es ohne den für rund zwölf Millionen Euro an Newcastle United verkauften Toptorjäger Papiss Demba Cissé aber schwer werden, den Fünf-Punkte-Rückstand auf Platz 15 aufzuholen und dem Abstieg zu entgehen. Das Duell mit dem Vorletzten FC Augsburg am Samstag hat für den SC schon enorme Bedeutung.

Zu Freiburg und Augsburg "gesellen" sich vermutlich noch Kaiserlautern und Nürnberg. Allen vier Mannschaften fehlt es an der Qualität. Es fehlen die Schlüsselspieler, die Matches allein entscheiden können. Mainz 05 krebst zwar auch noch da untern herum, hat aber in der Hinserie viele Spiele unglücklich verloren. Und: Adam Szalai ist wieder da.

Wissenscommunity