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Bundesliga: Werder Bremen ist Herbstmeister

Auch ohne den gesperrten Micoud ließ Werder Bremen die durchsetzungsschwachen Rostocker alt aussehen - ein 3:0 war der Lohn. Dank des 16. Saisontores von Stürmerstar Ailton sind die Bremer Herbstmeister.

Der SV Werder Bremen ist dank des 16. Saisontores von Stürmerstar Ailton Herbstmeister der Fußball-Bundesliga. Trotz einer mäßigen Leistung fertigte der Spitzenreiter am Dienstagabend Hansa Rostock mit 3:0 (1:0) ab und sicherte sich den inoffiziellen Titel schon vor dem zweiten Teil des 17. Spieltages, der an diesem Mittwoch mit fünf Partien ausgetragen wird. Ailton mit einem Blitztor in der 3. Minute, Ismael mit seinem ersten Treffer für Werder und Krisztian Lisztes (89.) sorgten vor 32.000 Zuschauern im nasskalten Weserstadion für den zwölften Saisonsieg der Bremer, die mit der besten Vorrundenpunktzahl der Club-Geschichte (39) als Tabellenführer in die bis zum 31. Januar dauernde Winterpause gehen.

Werder musste auf den gesperrten Johan Micoud verzichten, der nach seiner Gelb/Roten Karte die Partie im weinroten Anzug verfolgte. Für ihn durfte Tim Borowski von Beginn an spielen. Doch der Franzose war im Mittelfeld nicht zu ersetzen, wie sich nicht nur in den kritischen Phasen der durchwachsenen Partie zeigte. Auch bei Hansa fehlte in Marcus Lantz ein Leistungsträger, für den Trainer Juri Schlünz den Ghanaer Godfried Aduobe aufbot. Für den erst in der 80. Minute eingewechselten Antonio di Salvo stürmte Rade Prica, der seinen Gegenspieler Ismael einige Male schlecht aussehen ließ.

So mussten sich die Bremer bei ihrem Keeper Andreas Reinke bedanken, dass Prica ihnen die Herbstmeister-Suppe nicht versalzen konnte. Schon nach der schnellen Führung durch Ailton hatten es sich die Bremer Abwehrspieler schläfrig bequem gemacht und die Rostocker munter ins Spiel kommen lassen. Vor allem Ismael und Mladen Krstajic gegen Martin Max ließen den nötigen Ernst vermissen.

Ungeschickte Aktionen

Doch die Rostocker überboten sich im Auslassen von Torchancen und in ungeschickten Aktionen. Auch vor dem Führungstor der Hausherren. Wie eine Billardkugel bugsierte Fabian Ernst den Ball durch die Hansa-Reihen und konnte unbedrängt nach links außen zu Frank Baumann passen. Der Kapitän flankte flach nach innen, wo Verteidiger Delano Hill seinen dicken Fauxpas beisteuerte, spektakulär über den Ball trat - und Ailton verwandelte eiskalt.

Micoud war zufrieden und machte zur Pause keinen Hehl aus seiner Überzeugung, dass seine Kollegen "auch ohne mich gewinnen werden". Fünf Mal war ihnen das davor in sieben Micoud-losen Spielen nicht gelungen. Doch gegen die im Abschluss unentschlossenen Rostocker ging es diesmal gut.

Allerdings überzeugten die bislang spielerisch hoch gelobten Bremer weniger als in den bisherigen Begegenungen. Nach einer Stunde zog Schaaf eine Konsequenz und brachte für Ailton den Griechen Angelos Charisteas. Die beiden weiteren Tore für das enttäuschende Bremer Team allerdings erzielten Ismael und Lisztes.

Den Bayern gelang der "Dreier"

Bayern München fuhr auch ohne sechs fehlende Stammkräfte, darunter Nationalspieler Michael Ballack, den dringend nötigen "Dreier" ein. Der Rekordmeister machte mit schnellen Toren durch Martin Demichelis (7.), Hasan Salihamidzic (23.) und Roy Makaay (28.) im Dreisamstadion frühzeitig alles klar und hält dadurch Kontakt zu Spitzenreiter Bremen. Claudio Pizarro (61.), Makaay (67.) und Piotr Trochowski (87.) erhöhten nach der Pause noch für einen starken FCB.

Der Hamburger SV setzte seinen Aufwärtstrend beim 3:2 (1:0) bei Eintracht Frankfurt fort und blieb zum sechsten Mal hintereinander unbesiegt. Stefan Beinlich (17.), Naohiro Takahara (52.) und Sergej Barbarez (88.) trafen im Waldstadion für die Norddeutschen, Ervin Skela (53.) und Markus Beierle (66.) für die Hessen. Skela vergab die Chance zum 3:3 - HSV-Keeper Wächter hielt seinen Foulelfmeter (89.).

Neues Schlusslicht: Frankfurt

Im Abstiegs-Duell erkämpfte das bisherige Schlusslicht 1. FC Köln (13) beim 3:0 (0:0) gegen Hertha BSC den ersten Sieg unter dem neuen Coach Marcel Koller und gab die "Rote Laterne" an Frankfurt (12) weiter. Andrej Woron (46.), Lukas Podolski (74.) und Niko Kovac (87., Eigentor) trafen gegen ein abermals enttäuschendes Hertha-Team (13). Herthas Nando Rafael (72./grobes Foulspiel) sah die Rote Karte.

Hans-Joachim Zwingmann / DPA

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