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Bundesliga im stern-Check: Pep geht weg - und in der Bundesliga brennen die Sicherungen durch

Angesichts des Vertragshickhacks um Pep Guardiola drohte der Sport am Wochenende zur Nebensache zu geraten, tat er aber nicht - späten Siegen, schönen Toren und eindeutigen Gesten sei dank. Der 17. Spieltag im stern-Check.

Stuttgarts Daniel Didavi bejubelt seinen Treffer gegen Wolfsburg

So schön wie er traf am Wochenende keiner: Daniel Didavi vom VfB Stuttgart

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltags

Wäre Pep Guardiolas Abgang als Trainer von Bayern München erst am Wochenende durchgesickert, man müsste an dieser Stelle sicher über den Spanier schreiben. Da die Personalie zuvor jedoch über Tage geradezu ausgeschlachtet worden war, löste die offizielle Bestätigung letztlich vor allem eines aus: Erleichterung. Endlich war raus, was eigentlich alle schon wussten. 

So kommt Gladbachs Granit Xhaka die zweifelhafte Ehre zu, die Gemüter besonders erhitzt zu haben - vor allem das eigene. Im Sonntagabendspiel knallten dem Schweizer nämlich die Sicherungen durch. Offenbar durch die letzte Pleitenserie seines Teams und dem zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand gegen Darmstadt frustriert, trat der 23-Jährige nach einem kleinen Schubser völlig unnötig gegen Gegenspieler Peter Niemeyer nach - und sah dafür berechtigt glatt Rot. Xhaka war nach dem Platzverweis außer Rand und Band, legte sich sogar mit Lilien-Trainer Dirk Schuster an, ehe sich Gladbachs Manager Max Eberl den Hitzkopf zur Brust nahm. Er führte ihn ins Stadioninnere - dann war Ruhe. 

Seinem Team tat der Platzverweis hingegen offenbar gut. Die Fohlen siegten letztlich spät mit 3:2.

Gladbachs Granit Xhaka diskutiert mit Darmstadt-Trainer Dirk Schuster

Gladbachs Xhaka (r.) und Darmstadt-Trainer Dirk Schuster "tauschen" sich aus 


Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Zweifellos den Treffer von Stuttgarts Daniel Didavi zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen den VfL Wolfsburg. In der 22. Minute und nach toller Vorarbeit von Teamkollege Lukas Rupp, der mal eben drei Gegenspieler austanzte, hämmerte der 25-Jährige das Leder aus gut 17 Metern quasi aus dem Stand in den linken Winkel. Die Fans dankten ihm das unhaltbare Tor mit lauten "So schön, so schön"-Rufen. Später steuerte der von Wolfsburg umworbene Didavi auch noch das 3:1 bei. Ein gelungener Arbeitstag, könnte man sagen.

Gewinner des Tages

Stuttgarts Trainer Jürgen Kramny nach der Partie gegen den VfL Wolfsburg

Jürgen Kramnys gute Arbeit hat die Verantwortlichen des VfB Stuttgart überzeugt. Der 44-Jährige will die Mannschaft als neuer Chefcoach "wieder in ruhigere Gefilde" führen


Wenn einer diese Auszeichnung verdient hat, dann Jürgen Kramny. Der 44-Jährige hatte Stuttgart nach dauerhafter Erfolglosigkeit Ende November als Interimstrainer übernommen. Weil er im Anschluss nur eine Niederlage, dafür aber zwei Remis und zwei Siege - einer davon im Pokal gegen Braunschweig - folgen ließ, beförderten ihn die VfB-Verantwortlichen am Sonntag offiziell zum Chefcoach. Die unaufgeregte Art Kramnys habe der Mannschaft zu mehr Stabilität verholfen, lobte Sportvorstand Robin Dutt. "Das Spiel gestern hätte es nicht mehr gebraucht, aber es war natürlich gut", fügte Dutt hinzu. Gemeint war der 3:1-Erfolg gegen Champions-League-Teilnehmer Wolfsburg, dank dem die Stuttgarter auf einen Schlag von Platz 18 auf Rang 15 kletterten. Auch wenn die Schwaben weiterhin abstiegsgefährdet sind: Nicht auf einem Abstiegsplatz zu überwintern, dürfte psychologisch ein Riesenvorteil im Hinblick auf die Rückrunde sein.

Verlierer des Tages

Nachdem viele hofften, Borussia Dortmund könnte den Kampf um die Meisterschaft doch noch mal spannend machen - die Schwarzgelben hatten sich Liga-Primus München zuletzt auf fünf Punkte genähert -, folgte die Ernüchterung. Gegen Köln lag das Team von Thomas Tuchel nach der Führung durch Sokratis bis zur 82. Minute auf Siegkurs - und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Zunächst sorgte Simon Zoller für den Ausgleich, ehe Anthony Modeste das Spiel in der 90. Minute zugunsten der Geißböcke drehte. Da Bayern parallel in Hannover gewann, ist der alte Acht-Punkte-Abstand also wiederhergestellt - schade! 

Bild des Tages

Augsburg-Profi Alexander Esswein zeigt Schiedsrichter Bastian Dankert den Vogel

Augsburgs Alexander Esswein zeigt Schiri Bastian Dankert auf uncharmante Art und Weise, was er von dessen Entscheidung hält


Weil er mit einer Entscheidung von Referee Bastian Dankert offenbar gar nicht einverstanden war, entlud sich der Ärger bei Alexander Esswein in einer eindeutigen Geste: Der Augsburger zeigte dem Schiedsrichter hinter dessen Rücken den Vogel. Offenbar wähnte sich der 25-Jährige in Sicherheit, schließlich konnte Dankert ihn ja nicht sehen. Dumm nur, dass Schiris und Assistenten heutzutage in Funkkontakt stehen. Letztere berichteten Dankert offenbar vom "Vogelzeiger", der daraufhin die gelbe Karte zückte. Esswein hatte damit sogar Glück, wäre Rot doch normalerweise die angebrachte Konsequenz gewesen.  

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