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Bundesliga im stern-check: Die Merk-würdige "Wahrnehmungsstörung" des Fredi Bobic

Ein bisschen behäbig ist die Bundesliga ins Jahr 2017 gestartet. Das Fußball-Wochenende wäre ziemlich arm an Höhepunkten geblieben ohne Robert Lewandowski, ohne ein paar orientierungslose Torhüter - und ohne den polternden Fredi Bobic. Der Spieltag im stern-Check.

Bundesliga Spieltag

Kritischer Blick: Frankfurt-Boss Fredi Bobic hat den Schiedsrichter-Experten Markus Merk auf dem Kieker

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Bundesliga-Spieltages

Die Niederlage seiner Frankfurter Eintracht bei RB Leipzig hat Fredi Bobic so richtig die Laune verhagelt. Der Frankfurter Sport-Vorstand suchte sich als Blitzableiter aber keinen Vertreter aus den Reihen seines Vereins, sondern den "Sky"-Schiedsrichter-Experten Markus Merk. Der habe laut Bobic Rot für Frankfurts Rebic gefordert: "Da muss ich mir in der Halbzeit den Super-Experten Dr. Markus Merk anhören und sagen: 'Komm, lass es.' Solche Experten braucht kein Mensch. Dieses ganze Gequatsche macht einfach keinen Sinn mehr heutzutage." Kurios: Merk hatte keineswegs die Rote Karte für Rebic gefordert. Entsprechend giftete er zurück: "Ich empfinde da eine unfassbare Wahrnehmungsstörung. Er kann nicht zugehört haben, wir haben etwas anderes gesagt. Das ist nicht fair." Vielleicht verfolgte Bobic aber auch einfach ein ganz anderes Ziel, wie "Sky"-Experte Christoph Metzelder mutmaßte: "Ein gezieltes Ablenkungsmanöver."

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Nicht nur für "Sky"-Experte Dietmar Hamann schon jetzt das Tor des Jahres: Es läuft bereits die Nachspielzeit beim Gastspiel der Bayern in Freiburg, als Franck Ribéry auf Robert Lewandowski flankt den hohen Ball im Strafraum mit der Brust stoppt, ihn mit dem rechten Fuß kurz hochlegt, um dann mit dem linken Außenrist flach abzuschließen - Innenpfosten, Tor, 2:1, Sieg für die Münchner. "Wer kann das?", fragte der fassungslose Freiburg-Trainer Christian Streich nach dem Spiel. "Wer kann das in dieser Bedrängnis? Deswegen kickt er bei Bayern. Deswegen gewinnen sie so oft."

Gewinner des Tages

Die "Bild" Guido Burgstaller bereits als "Billig-Knipser" betitelt - weil Schalke den treffsichersten Torschützen der Zweitliga-Hinrunde für schlanke anderthalb Millionen Euro aus Nürnberg loseisen konnte. Für S04 war der Österreicher aber dank seines Siegtreffers zum 1:0 in der Nachspielzeit gegen Ingolstadt schon im ersten Einsatz Gold wert. Zu einem weiteren Gewinner des Tages machte Burgstaller im Anschluss seinen Kumpel Atdhe Nuhiu: Seinem Landsmann und Profi bei Sheffield Wednesday in England schenkte er das Trikot vom Spiel: "Er ist extra aus England angereist ist und fliegt morgen schon wieder zurück", so Burgstaller. "Ich habe ihm mein Trikot schon vorher versprochen." Den Wert des Andenkens hat er aber mit diesem Einstand noch einmal beträchtlich gesteigert.

#nowordsneeded

Ein von Atdhe Nuhiu (@nuhiu_official) gepostetes Foto am

Verlierer des Tages

Es war eine Slapstick-Einlage, die den zweitschnellsten Platzverweis der Bundesliga-Geschichte bedeutete: Nach seiner einzigen Ballberührung wird Frankfurts Torwart Lukas Hradecky von Schiedsrichter Stieler wegen absichtlichen Handspiels außerhalb des Strafraums vom Platz gestellt. Das Spiel ist zu diesem Zeitpunkt 131 Sekunden alt. Nach dem anschließenden Freistoß erzielt Marvin Compper auch noch das 1:0 - eine ganz frühe Vorentscheidung. Für die sorgt in Bremen auch Werder-Torwart Jaroslav Drobny, der gegen den BVB den Dortmunder Stürmer Marco Reus nach 39 Minuten brutal foult und als anderer fliegender Keeper des Spieltags vom Platz muss. Nach seinem Kung-Fu-Tritt kommen die Bremer zwar phasenweise sogar besser ins Spiel, verlieren aber am Ende doch noch Kraft und Überblick - und das Spiel mit 1:2.

Bild des Tages

BVB


Dortmunder Fans sind treue Seelen. Als BVB-Anhänger fährt man wirklich überall hin. Sogar am Sonntag nach Erfurt zum Testspiel beim Drittligisten Rot-Weiß anlässlich der Eröffnung des umgebauten Steigerwaldstadions. Ärgerlich nur, wenn das Spiel nicht stattfindet, weil das Flugzeug mit der Mannschaft wegen dichten Nebels am Flughafen in Erfurt gar nicht erst landen kann: Fast eine Stunde kreist die Maschine über der thüringischen Landeshauptstadt, mehrere Anflugversuche scheitern. Hier verkündet Erfurts Pressesprecher Wilfried Mohren den enttäuschten Fans in der gelb-schwarzen Kurve die Absage der Partie.

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