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Bundesliga: Nullnummer im Revier - Gedränge im Tabellenkeller

Hätten sich die Bayern nicht den frühen Titel gesichert, wäre das 144. Revier-Derby sicher das Spiel des Spieltags gewesen. Es wurde eine Nullnummer. Die Abstiegskandidaten rückten enger zusammen.

Die Bayern sind uneinholbar enteilt. Dahinter kämpfen die beiden Topklubs aus dem Ruhrgebiet um die direkten Champions-League-Plätze. Beim 144. Revier-Derby am Abend trafen die beiden ewigen Konkurrenten direkt aufeinander - und Borussia Dortmund verpasste beim 0:0 einen möglichen Sieg. Am Ende der Tabelle rückte das Feld enger zusammen, da der Tabellenletzte Eintracht Braunschweig einen dringend nötigen Sieg gegen Mainz feierte (3:1), während Werder Bremen ein Heimniederlage gegen Wolfsburg hinnehmen musste (1:3).

Vor dem 144. Derby, dem 84. in der Bundesliga, blieb in Dortmund alles friedlich, für Aufregung sorgten lediglich von BVB-Fanatikern mit Rasierklingen bestückte Aufkleber. Auf dem Rasen waren die Gastgeber in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft mit mehr Chancen. Obwohl Marco Reus nach überstandener Verletzung in die Startelf zurückkehrte, gelangen gegen die arg ersatzgeschwächten Schalker keine Treffer. Torhüter Ralf Fährmann parierte zudem nach dem Wechsel mehrfach stark.

"Ich bin ein bisschen enttäuscht. Das war unser bestes Heimspiel seit Monaten. Schalke hat Glück gehabt. Wir waren die klar überlegene Mannschaft und hätten eine der vier, fünf Großchancen nutzen müssen", sagte BVB-Verteidiger Mats Hummels und hob einen Schalker besonders hervor: "Ralf Fährmann ist ein klasse Bundesliga-Keeper". Der Schlussmann war auch entsprechend zufrieden mit seiner Leistung. "Es ist schön, wenn man die Mannschaft im Spiel halten kann. Dafür trainiert man jeden Tag", sagte Fährmann und ergänzte mit Blick auf die Tabelle: "Unser Ziel ist die Champions League. Da sieht es sehr gut aus. Wir dürfen aber nicht locker lassen."

Eintracht Braunschweig - FSV Mainz 05 3:1 (2:1)

Die dringend auf Siege angewiesenen Braunschweiger erwischten durch Domi Kumbela (18.) den besseren Start, kassierten aber sofort den Ausgleich durch Nicolai Müllers neuntes Saisontor (20.). Havard Nielsen schaffte mit etwas Glück in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die erneute Eintracht-Führung. Mit einem wunderbaren Fallrückzieher sorgte Kumbela für die Entscheidung (77.).

"Es spricht für unseren Charakter, dass wir nie aufgeben", sagte Eintracht-Verteidiger Benjamin Kessel. "Es war ein erster Schritt, jetzt sind wir wieder dran. Der Sieg gibt uns Selbstvertrauen." Trotz des zweiten Rückrundensiegs blieb die Eintracht mit nunmehr 21 Punkten auf dem 18. Platz. Die Konkurrenz rückte allerdings wieder in Sichtweite. Der Rückstand ist in den letzten sieben Begegnungen noch aufzuholen.

Werder Bremen - VfL Wolfsburg 1:3 (1:2)

Werder musste früh einem 0:2-Rückstand hinterherlaufen. Junior Malanda brachte Wolfsburg schon in der zweiten Minute mit einem von Sebastian Prödl abgefälschten Kopfball in Führung, Ivan Perisic (10.) legte schnell nach. Prödl (16.) brachte die Bremer per Kopf wieder heran und stieß dabei mit Torwart Diego Benaglio zusammen. Für den angeknockten Schweizer kam in der zweiten Hälfte Max Grün. Das Tor fiel auf der anderen Seite: Mit einem fulminanten Fernschuss machte VfL-Talent Maximilian Arnold alles klar (80.).

"Man muss kein Fußball-Experte sein, um festzustellen, dass die Anfangsphase eine Vollkatastrophe war", stellte Werder-Kapitän Clemens Fritz selbstkritisch fest. "Wir haben völlig verpennt und sind nicht in die Zweikämpfe gekommen." Wolfsburger habe seine Klasse ausgespielt. "Wir müssen konsequent weiterarbeiten. Gemeinsam werden wir durchkommen", machte er sich und seinem Team Mut.

dho/DPA / DPA

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