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Bundesliga im stern-Check: Warum Bayern ein ganz böser Dienstag droht

Der FC Bayern München gewinnt in Augsburg und hält so den Druck auf Spitzenreiter Dortmund hoch. Doch der Sieg täuscht mehr schlecht als recht über die Probleme hinweg. Gegen Liverpool dürfte das nicht mehr klappen.

Torwart Manuel Neuer kniet auf dem Rasen und schaut mit erhobenen Armen zum Himmel

Schon gegen den FC Augsburg haderte Bayern-Torwart Manuel Neuer mit der Leistung der Abwehr. Wie soll das erst gegen Liverpool werden?

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So liefen die Spiele in der Fußball-Bundesliga

Alle Ergebnisse des 22. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltags

Nein, dieses Mal soll es mal nicht um gegebene oder nicht gegebene Hand-Elfmeter gehen. Sondern um ein Foul, das vollkommen zu Recht mit einer glatt roten Karte geahndet wurde. In der 42. Minute trat Schalkes Suat Serdar dem Freiburger Mike Frantz so brutal auf das Schienbein, dass Serdar vom Platz flog. Allerdings war Serdar dreist genug, noch mit Schiedsrichter Frank Willenborg diskutieren zu wollen. Zu seiner Verteidigung: Serdar hatte sich sofort bei Frantz entschuldigt. Warum er aber danach nicht einfach reumütig den Platz verlässt, passt zum in allen Stadien üblichen Lamentieren. Hätte er Frantz etwas höher getroffen, wäre wohl kein Band in dessen Knie heil geblieben. Also nach einem rotwürdigen Foul: einfach mal Fresse halten und duschen gehen, liebe Bundesliga-Spieler.

Gewinner des Spieltags

Das entscheidende Spiel zu dieser Frage läuft erst am Montagabend: 1. FC Nürnberg gegen Borussia Dortmund. Gewinnt Tabellenführer BVB, können Team und Trainer sich auf die Schulter klopfen und sich sagen, dass sie einen Spieltag mehr dem Druck der Bayern auf Tabellenplatz 2 standgehalten haben. Der Abstand zwischen beiden Teams bleibt dann bei fünf Punkten.

Gewinnt der FCN, macht der Club zwar den Sprung vom Tabellenende auf den Relegationsplatz, Gewinner des Spieltages wären dann aber trotzdem die Bayern, die den Abstand auf Tabellenführer Dortmund auf zwei Punkte verkürzt hätten - und das mit einer Leistung am Freitagabend in Augsburg, die nun wahrlich nicht mitreißend war.

Verlierer des Spieltags

Eintracht Frankfurt hätte einen großen Schritt Richtung Champions League machen könnnen. Doch "wäre, wäre, Fahrradkette", wie Fußball-Philosoph Lothar Matthäus vor einigen Wochen formulierte: Gegen Gladbach schafften die Hessen nur ein 1:1. Damit rutschen sie auf einen Tabellenplatz hinter dem internationalen Geschäft. Das liegt auch am vierten Remis in Folge. Wenn Frankfurt in die Europa- oder sogar Champions League möchte, muss da mehr kommen - vor allem gegen direkte Konkurrenten wie Gladbach.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Schön war es nicht, aber aus anderen Gründen sehenswert: das 1:0 des FC Augsburg gegen die Bayern. Denn nur 13 Sekunden nach Anpfiff erzielte Leon Goretzka unfreiwillig das schnellste Eigentor in 56 Jahren Fußball-Bundesliga. Dong-Won Ji brachte Augsburg später sogar ein zweites Mal in Führung. "Bei den Gegentoren hat man Missstände erkennen können", sagte der eingewechselte Thomas Müller. Das sind nicht die besten Voraussetzungen für das am Dienstag anstehende Champions-League-Spiel beim FC Liverpool. Wenn die Bayern sich nicht ganz gewaltig steigern, setzt es in Liverpool eine Klatsche.

Bild des Spieltags

Claudio Pizarro reißt die Arme hoch und bejubelt sein Freistoßtor gegen Hertha BSC
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Claudio Pizarro ist für Bundesliga-Verhältnisse ein sehr alter Mann. Am Samstag war er genau 40 Jahre und 136 Tage alt. Warum das auf den Tag genau bekannt ist? Weil Pizarro in diesem bundesliga-biblischen Alter im Spiel Hertha gegen Bremen ein Tor geschossen hat - und er damit nun der älteste Torschütze in der Geschichte der Bundesliga ist. Zuvor hatte Mirko Votava mit 40 Jahren und 121 Tagen die Bestmarke gehalten. Das Lächeln bekam Pizarro noch lange nach seiner ganz speziellen Höchstmarke gar nicht mehr aus dem Gesicht. "Ich hoffe, er bleibt", sagte der Bremer Oldie stolz zu seinem Rekord.

Weil der Freistoß durch die Beine der Berliner zweimal abgefälscht wurde, hatte Herthas Coach Pal Dardai da eine etwas andere Einschätzung zu Pizarros Treffer: "Ich habe Respekt vor ihm und dem, was er in Deutschland macht - als Mensch, Sympathieträger und Spieler. Das ist wunderbar. Aber ich will ein bisschen böse sein. Das war gestern nicht sein Tor. Da kann er mir alles erzählen. Das war ein doppelt abprallender Ball. Einmal unter der Mauer. Tino (Valentino Lazaro, d. Red.) hat das eingeleitet“, sagte Dardai am Sonntagmorgen am Rande des Trainings. "Also ich würde da schon ein bisschen mitreden, ob das ein Rekord ist oder nicht." Das klingt nicht gerade nach Respekt vor dem Alter.

Bayern-Spieler machen auf Beatles
mit DPA

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