VG-Wort Pixel

Bundesliga

FC Bayern Chaos-Hauptversammlung wirkt nach: Kahn verspricht Mitgliederdialog zur Katar-Frage

Oliver Kahn spricht auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern
Vorstandschef Oliver Kahn während der chaotischen Hauptversammlung des FC Bayern
© Ulrich Garnel / DPA
Die aus dem Ruder gelaufene Jahreshauptversammlug ist beim FC Bayern längst nicht abgehakt. Vorstandschef Oliver Kahn will daraus Lehren ziehen und den Dialog mit den Mitgliedern mehr pflegen. Gerade in der Katar-Frage.

Die Stimmung bleibt angespannt beim FC Bayern. Die völlig aus dem Ruder gelaufene Jahreshauptversammlung wirkt nach. Auch der mühsame 1:0-Arbeitssieg gegen Arminia Bielefeld in der Corona-bedingt spärlich besetzten Allianz-Arena war nicht dazu angetan, die trüben Gedanken vor dem am nächsten Wochenende anstehenden Topspiel gegen Borussia Dortmund zu vertreiben. "Die Jahreshauptversammlung am Donnerstag beschäftigt mich natürlich immer noch sehr. Offenbar ist in den Emotionen einiges nicht angekommen, was mir in Zukunft wichtig ist", twitterte Vorstandschef Oliver Kahn am Sonntag. Es habe sich erneut gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen dem FC Bayern und den Mitgliedern sei.

"Wir analysieren sehr genau, wie es zu diesem Verlauf der Jahreshauptversammlung kommen konnte", gab auch Präsident Herbert Hainer im "Kicker" zu, dass die vehement geäußerte Verärgerung der Mitglieder während der Versammlung nachwirkt. "Wir werden daraus lernen, und es steht fest, dass wir die Kommunikation mit unseren Mitgliedern überdenken und intensivieren werden", so Hainer.

FC Bayern: Hainer sucht Dialog mit nicht zu Wort gekommenen Mitgliedern

Der 67-Jährige, der sich insbesondere wegen der Auseinandersetzung um das Streitthema Katar-Sponsoring am Donnerstagabend mit Buhrufen und "Hainer raus"-Rufen etlicher Mitglieder konfrontiert sah, berichtete, dass er "die drei Mitglieder, die mit ihren Wortmeldungen nicht mehr drankamen, direkt kontaktiert und sie zum Gespräch eingeladen" habe, sagte er.

Zwei dieser verhinderten Redner wollten sich laut dem Bericht zur Katar-Thematik äußern, einer hatte den Campus als Thema. "Mir ist ein konstruktiver Austausch wichtig", sagte Hainer, der Nachfolger von Club-Legende Uli Hoeneß. Diesen Eindruck hatte der Bayern-Boss durch das als mutwillig empfundene Schließen der Rednerliste während der Hauptversammlung bei vielen Anwesenden nicht hinterlassen.

Gesprächsangebot auch an Katar-Kritiker Ott

FCB-Mitglied Michael Ott, dessen Spontanantrag zur Abstimmung über die Beendigung der umstrittenen Partnerschaft mit der Fluglinie Qatar Airways spätestens 2023 von der Vereinsführung mit Verweis auf zuvor getroffene Entscheidung des Landgerichtes München I abgelehnt wurde, berichtete zuvor auf Twitter von einem Anruf des Präsidenten. "Wir haben uns kurz über die JHV ausgetauscht und sind so verblieben, dass wir ein persönliches Gespräch zu Katar und der JHV führen werden", schrieb er.

Vorstandschef Kahn versprach via Twitter gerade zu diesem heiß diskutierten Thema, dass Fans, Mitglieder und Verantwortliche des Rekordmeisters schon seit geraumer Zeit umtreibt, einen echten Dialog. "Zum Qatar-Airways-Sponsoring werden wir uns ein möglichst breites Meinungsbild unserer Mitglieder einholen", ließ der ehemalige FCB-Torhüter wissen. Die verunglückte Versammlung habe einmal mehr gezeigt, "wie wichtig der Austausch zwischen dem FC Bayern und unseren Mitglieder ist", so Kahn. Der Bayern-Boss will grundsätzlich den Dialog stärken. Die Vorstellungen der Mitglieder hätten auch schon Einzug in ein neues Leitbild des Clubs gefunden, das demnächst öffentlich vorgestellt werde, so Kahn.

Auch Bayern-Star Thomas Müller hatte sich mit Blick auf die Hauptversammlung vor TV-Kameras nach dem Spiel am Samstagabend für mehr Dialog ausgesprochen. Müller: "Ich habe den FC Bayern immer als Mitgliederverein wahrgenommen."

dho / mit DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker